Verpfuschter Wahlkampf
Laienspieler brillieren mit "De Ausg'flippten"

Der Abgeordnete Bauer schüttet seinen Schnaps über die Schulter, um nicht betrunken zu werden. Der Opa lässt natürlich die Gelegenheit nicht aus, den kostbaren Schnaps offenen Mundes wieder aufzufangen. Bilder: wlr (2)
Vermischtes
Etzenricht
19.11.2016
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Schauspielerkollegen aus Algund sahen den Etzenrichter Laiendarstellern zu, als sie "De Ausg'flippten" ins Rampenlicht schoben. Sie kamen aus dem Lachen ebenso wenig heraus wie die Einheimischen.

Der Dreiakter war ein hartes Training für die Lachmuskulatur, das die Laienspieler im Hermann-Saal verordnet hatte. Drei ausverkaufte Vorstellungen an drei Tagen verlangten den Darstellern einiges ab. Die Komödie in drei Akten aus der Feder von Walter B. Pfaus erzählte von der mehr oder weniger normalen Familie Bauer, die in drei Generationen unter einem Dach lebt. Dazu gehören der schlitzohrige Opa (Walter Voß), sein Sohn und Familienpatriarch (Martin Pleier) mit Ehefrau Bärbel (Maria Smola) und die drei erwachsenen Kinder (Renate Zwerenz, Maximilian Rösch und Monika Waldeck). Von letzteren ist jeder mit einer gehörigen Portion spätpubertärer Anfälle ausgestattet.

Das nach außen sehr repräsentative Familienidyll ruft einen Abgeordneten (Gerhard Zwack) und seine Wahlkampfhelferin (Jennifer Bäumler) auf den Plan. Der Abgeordnete, ebenfalls ein Herr Bauer und angeblich verwandt, möchte die Familie für seine Wahlkampf-Werbezwecke einspannen. Ein zunächst vereinbartes Treffen sollte nach Familienabstimmung abgesagt werden, weil sich die Bauers nicht vor den Wahlkampfkarren spannen lassen wollten. Der Opa hatte dann aber einen "ausg'flipptn" Plan, den es gut umzusetzen galt.

Unberechenbare Liebe


Womit der Abgeordnete nicht rechnete: Seine Wahlkampf-Helferin verliebte sich in den Sohn der Familie und ging hinter seinem Rücken mit den Bauers auf den Plan des Opas ein. Mit Unterstützung von Nachbarin Ilse (Marianne Lehmeier), die in den Opa verknallt ist und für ihn alles tun würde, gelingt es der jetzt anscheinend verlotterten Familie, den Abgeordneten so zu verprellen, dass er gar keine Ambitionen mehr hat, mit den Bauers für seine Wahl zu trommeln, geschweige denn mit ihnen verwandt sein zu wollen.

Trockener Humor, überzeugende Akteure ortsbekannte Personen unterhielten die Zuschauer prächtig. Auch hinter der Bühne gab es für die Laienspieler personelle Veränderungen. Als neue Souffleusen agierten Martina Rast und Michaela Kraus, für die Maske war erstmals Antonia Hammer verantwortlich.
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