Blaskapelle Falkenberg startet in den musikalischen Frühling
Mal Bryan Adams, mal Barock

Dirigent Franz Stierstorfer spornte seine Musiker zu Höchstleistungen an. Im Herbst hatte er den Taktstock von Martina Mark übernommen. Bild: wro
Kultur
Falkenberg
11.04.2016
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Martina Mark saß im Publikum und drückte ihrem Nachfolger alle Daumen. Und der neue Dirigent enttäuschte nicht: Franz Stierstorfer führte die Blaskapelle durch ein furioses Konzert.

Mit einer Reminiszenz an die österreichische Kaiserin Elisabeth startete die Blaskapelle Falkenberg den musikalischen Auftakt in den Frühling. Timo Dellwigs schmissiger "Kaiserin-Sissi-Marsch" sollte aber nicht der einzige Höhepunkt einer langen Programmkette bleiben. Den Taktstock schwang der junge Kapellmeister Franz Stierstorfer, es war sein erstes Frühjahrskonzert im Lindner-Saal.

Kaum waren die ersten Takte der Ouvertüre verklungen, überraschten die Musiker ihr großes Publikum gleich mit einem besonderen Sahnebonbon, dem "Concerto d'Amore" von Jacob de Haan. Virtuos verbanden die Künstler verschiedene Elemente des Barock, Pop und Jazz aus drei verschiedene Epochen und Stilrichtungen zu einer eindrucksvollen Klangsymbiose.

Durch das Programm führte Johannes Franz. Gerne nahm sich der stets souverän wirkende Sprecher auch selber auf die Schippe, zum Beispiel bei der Frage, wie der Familienname des tschechischen Komponisten Antonin Dvorak korrekt auszusprechen sei. Da hatte sich Franz ein wenig vertan, entschuldigte sich für seinen kleinen Schnitzer, schließlich habe man versäumt, das "Apostroph-Stricherl" richtig zu setzen. Immer wieder war Franz bereit, seine - wie er selber sagte - schlechten Witze von sich zu geben. Sehr zur Erheiterung der Zuhörer würzte er den Abend aber auch mit guten Anekdoten.

In die wohlverdiente Atempause ging's dann mit dem "Kleinen Dörfchen" von Wenzel Valcek. Kein geringerer als Hubert Wolf habe das Dörfchen bekannt gemacht, hob der Moderator hervor und erinnerte an die Ära der viel zu früh verstorbenen Egerländer Blasmusiklegende. Freilich nutzten die Falkenberger den fast schon lauschigen Frühlingsabend auch für eine stimmungsvolles Treffen draußen im Hof. Der noch kühle Aprilabend lockte nicht nur die Zuhörer, auch die Musiker vor die Saaltüre. Weiß gedeckte Partytischchen, stimmungsvoll illuminierte Eckchen und ein kleines Gespräch mit den Musikern während der Konzertpause machten Lust auf Teil zwei mit der Blaskapelle. Deren Mitglieder erbrachten nicht zum ersten Mal den Beweis, dass sie in jeglicher Hinsicht gute Unterhalter sind.

Nach der Pause ging es weiter mit einem furiosen Marsch von Kurt Pascher, gefolgt von "Best of Bryan Adams", einer gelungenen Mischung aus Balladen und Rocksongs. Wolfgang Wössner, ein Fan von Bryan Adams, hat die schönsten und erfolgreichsten Songs des Kanadiers zu einem großen Medley für ein großes Blasorchester arrangiert. Etwas leisere Töne schlugen die Künstler mit "Riflessi" von Michele Netti an. Das Finale aber gehörte einem altbekannten Instrument und dem "Tuba Stenz". Das Konzertfinale schließlich war Martin Scharnagls "Von Freund zu Freund" vorbehalten.

Gewohnte Klänge, etwa aus den Notenheften von Ernst Mosch, suchte man an diesem Abend der Extraklasse vergebens. Ein Nachteil, der aber zu verschmerzen war. Die bunte Mischung klassischer und moderner Blasmusik überzeugte auch diejenigen, die sich vergeblich auf die "Rauschenden Birken" gefreut hatten. Letztendlich erbrachten die Musiker um Franz Stierstorfer wieder einmal den schlagenden Beweis, dass sie zu den ganz Großen auf der regionalen Musikbühne gehören.
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