Frech, aber stets unterhaltsam

Uli Radl (auf der Bühne links) ist "da Aana", Dominik Niklas (auf der Bühne rechts) "da Oine". Als "Original Bauernsfünfer" machen sie seit langem Musik. Auf der Bühne beim "Schwoazhansl-Zoigl" begeisterten sie mit hinterfotzig-frechen Liedern. Bild: wro
Kultur
Falkenberg
15.10.2016
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Dass es sich beim "Schwoazhansl-Zoigl" in Falkenberg um eine musikantenfreundliche Gaststätte handelt, weiß man längst. Eine Wirtschaft, in der sich auch die "Original Bauernsfünfer" wohlfühlten. Ihr Musikkabarett begeisterte.

Wie es sich für eine Falkenberger Zoiglstube gehört, ist beim "Schwoazhansl" alles urig und gemütlich. Alte Blechschilder hängen an der Wand, Fotos erinnern an damals, an vergangene Veranstaltungen, auch daran, dass man am "Hennerberg" auch früher schon vorzüglich trinken und speisen konnte. Den "Original Bauernsfünfern" gefiel es hier sichtlich. In der großen Stube beim "Schwoazhansl" überzeugten sie durch und durch. Ungeniert, progressiv und professionell treten sie stets auf - das sagen sie von sich selbst und beweisen es immer wieder. Und saufrech könnte man vielleicht noch hinzufügen. In Gummistiefeln, wie es sich für Landbewohner, die dort ihr hartes Brot verdienen, gehört, standen sie stämmig auf der Bühne. Dass sie von der Ökonomie eine Ahnung haben, glaubte man ihnen. Dass sie aus der Oberpfalz stammen, war auch zu vernehmen. Zwischendurch verloren sie sich auch schon mal ins Hochdeutsche. Vielleicht waren Auswärtige unter den Gästen.

Im wirklichen Leben ist Dominik Niklas ("Da Oine") Diplom-Klarinettist in Köln und Uli Radl ("Da Aana") Sonderschulkonrektor in Eschenbach. Seit Jahren beackern sie die Oberpfälzer Lande, erzählen von ihrer Gegend zwischen Donau und Steinwaldkamm, Oberpfälzer Jura und Bayerischem Wald, aber auch von dem oft ach so typischen Menschenschlag, den die eher karge Oberpfalz im Laufe der Jahre halt hervorgebracht hat. Ihre Instrumente und Stimmen nennen sie "Maschinenhalle" und stellen sich - wenn's darauf ankommt - auch mal dumm, sogar dümmer als es eigentlich sein müsste. Dabei sind sie g'scheite Leut', wissen genau, was draußen vor sich geht. Davon erzählen sie auch in ihren Liedern, dazwischen in ihren Wortbeiträgen. Dass man sich - vom Nachbarn genervt - auf dessen Frühschicht freut, weil dann Ruhe ist, kann man nachvollziehen.

Dass sie für ihre Arbeit (freilich auch ein wenig für ihr Aussehen) einige Preise bekommen haben, sicher auch. Den Oberpfälzer Kulturpreis erhielten die "Original Bauernsfünfer" im vorigen Jahr, 2014 den Thurn-und-Taxis-Kulturpreis. Den Kabarettpreis der Stadt Vohenstrauß haben sie schon vor drei Jahren verliehen bekommen. Daheim sind sie in Edelsfeld.

Mit Weisheiten wie "Die Sau find't ihre letzte Ruhe in des Bauern Tiefkühltruhe" schafft man sich vielleicht nicht überall nur Freunde. Mit "Wenn wir unsere Gosch'n aufmachen, kommt Heimat raus" schon wieder eher. Gepaart mit vielharmonischen Ohrwürmern machten sich die "Original Bauernsfünfer" (vielleicht auch wegen ihrer charmanten Hinterfotzigkeit) viele Freunde beim begeistert applaudierenden "Schwoazhansl"-Publikum.

TerminvorschauIm "Schwoazhansl" treten demnächst auf: Mark & Simon am Samstag, 12. November, 20 Uhr. Die bayerische Liedermacherin Karin Rabhansl kommt am Freitag, 6. Januar, um 20 Uhr nach Falkenberg. Weitere Informationen im Internet unter www.schwoazhansl-zoigl.de.
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