Gedanken in Holz und Acryl

Charmant eröffnete Forum-Falkenberg-Sprecherin Eva Gibhardt (Achte von links) die dreitägige Ausstellung "from all sides - von allen Seiten" mit Werken des Oberpfälzer Künstlers Klaus Kuran (Fünfter von links). Das Publikum hatte an den folgenden Tagen die Gelegenheit, Kurans Werken - auch bei Kaffee und Kuchen - näher zu begegnen. Begleitet wurde die Veranstaltung von Kreismusikschülern unter der Leitung von Vaclav Eichler am Piano. Bild: wro
Kultur
Falkenberg
20.09.2016
41
0

Eine Tradition ließ das "Forum Falkenberg" wieder aufleben. Zur Kirchweih sollen Werke von einheimischen Künstlern zu sehen sein. Den Anfang machte am Wochenende Klaus Kuran aus Püchersreuth.

Zu den bemerkenswertesten Exponaten der am Freitag in den Räumen der Burg Falkenberg eröffneten Ausstellung gehörten die ausgewählten bunten Acrybilder, dunkle Holz- und Linolschnitte. Neben den Serien "Akanthus" oder "Die Specht" tauchte auch filigraner Schmuck und Geschmeide in Ecken und Nischen auf, sicher auch zum Kauf animierend.

Manches davon aber war unverkäuflich, dem Künstler zu sehr ans Herz gewachsen. Zu einem besonderen Blickfang wurde der ins weiche Lindenholz geschnittene "Weg nach oben". Die schlichte Plastik stand ein wenig verloren in einer der schmalen Fensternischen, zog aber die Aufmerksamkeit der Betrachter auf sich. Mit ihrer eindrucksvollen Symbolhaftigkeit wirkte die kleine Skulptur wie ein Stich ins Herz, erinnerte sie doch an den einen oder anderen karrieresüchtigen Zeitgenossen, der bei seinen oft verzweifelt wirkenden "Gehversuchen" die Leiter des Erfolges emporklettert und einen Umweg durch das verlängerte Rückenteil seines Vorgesetzten nicht scheut.

Eine bekannte und alltägliche Geschichte, im Holz dargestellt. Die wohl allermeisten der durch die Ausstellungsräume bummelnden Gäste verstanden das Bild sofort. Bezeichnend am "Weg nach oben" war auch, dass von keinem der dargestellten Weggefährten das Antlitz zu erkennen war. Die gesichts- und charakterlosen Körper erinnerten so manchen Betrachter daran, wie verletzend die Erfolgssucht doch sein kann.

Das aus Lindenholz gehauene Werk war nur eines der vielen Ausstellungsstücke, die sowohl im Kapitel- als auch im Rittersaal der Falkenberger Burg drei Tage lang zu bestaunen waren. Die Tradition der Kirchweih-Ausstellung mit Werken einheimischer Künstler wie Jahre zuvor im Rathaussaal soll wieder aufleben, nun in den wiedererstandenen Räumen der Burg.

Forum-Sprecherin Eva Gibhardt eröffnete die abendliche Veranstaltung. Sie überreichte dem Künstler einen symbolischen Regenschutz und bat ihn, einer der ersten "Schirmherren" einer künftig regelmäßig im September stattfindenden Veranstaltungsreihe zu werden. Der Künstlergattin Sabine drückte Gibhardt einen Blumenstrauß in die Hand, den Falkenberger Kreismusikschülern überreichte sie etwas Naschzeug. Vaclav Eichler - den Mann am Piano - erfreute die Sprecherin mit einer guten Flasche Wein. Bescheiden und etwas abseits stehend verfolgte der Maler, Grafiker und Bildhauer Klaus Kuran mit dem symbolischen Schirm in der Hand die Eröffnung.

An den zwei darauf folgenden Tagen beschäftigte sich der Künstler speziell auch mit den etwas jüngeren Ausstellungsbesuchern näher. Ziel der Aktion war es, die Kinder in den verschiedensten Mal- und Drucktechniken zu unterrichten. Die Erwachsenen konnten am Wochenende Kurans Exponate auch in gemütlicher Runde bei Kaffee und Kuchen auf sich einwirken lassen.

Der Püchersreuther hatte schon viele Ausstellungen in der Region. "Eine Galerie in den Burgsälen jedoch gehörte bislang nicht dazu", verriet er im Gespräch mit dem "Neuen Tag". Bewusst habe man den Titel "From all sides - von allen Seiten" zweisprachig gewählt. Seine Werke von allen Seiten zu bestaunen war am Eröffnungsabend bei den zahlreichen Besuchern aber meist schwieriger als gedacht.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.