Kinder schreiben für Kinder
Von New York nach Gumpen

Künstler Jeff Beer bekam Besuch von Reporter Benedikt. Bild: hfz
Kultur
Falkenberg
22.06.2016
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Benedikt hat als Schülerreporter bei einem echten Künstler vorbeigeschaut. Und ihm viele interessante Fragen gestellt.

Jeff Beer lebt auf einem ehemaligen Bauernhof im Dorf Gumpen bei Falkenberg, der früher einmal Benedikts Opa gehört hat.

Jeff, welche Kunstwerke entstehen in deinem Atelier?

Jeff Beer: Meine Werke entstehen in verschiedenen Bereichen: Malerei, Druckgrafik mit der Druckerpresse, Zeichnungen, Fotografie, Figuren und Skulpturen aus verschiedenen Materialien, Bildhauerei und Musik.

Einen Schwerpunkt meiner künstlerischen Arbeit bilden die Skulpturen. Hier arbeite ich bevorzugt mit Eisen. Viele Werke entstehen aus Fundstücken, die dann zusammengeschweißt werden. Es gibt aber auch Eisenskulpturen, die aus neuem Stahl hergestellt werden. Zum Beispiel die drei Tonnen schwere Eisenplastik "Hand in Hand" vor dem Amt für ländliche Entwicklung in Tirschenreuth.

Wir haben das neue Druckzentrum des "Neuen Tags" in Weiden besucht. Dort haben wir auch Fotografien der alten Druckmaschine gesehen. Diese Fotografien wurden von dir gemacht, warum? Hat der Neue Tag nicht selbst Fotografen?

Jeff Beer: Der neue Tag hatte mich gebeten, die alte Druckmaschine zu fotografieren, bevor sie abgebaut wurde. Es war eine kunstvolle Maschine, die jahrzehntelang ihren Dienst getan hat. Ich wollte diese Kunst in Bildern festhalten, diese besondere Maschine mit dem besonderen Geruch, die speziellen Farben. Es sollten Fotos zum Andenken werden. Heute hängen diese Fotografien im neuen, modernen Druckzentrum.

Wo kann man deine Kunstwerke anschauen?

Jeff Beer: Hier in meinem Atelier. Hier sind die verschiedensten Kunstwerke zu sehen, zum Beispiel Fotografien und Eisenskulpturen. Das Atelier wurde eingerichtet im alten Stall mit böhmischem Gewölbe. Es war viel Arbeit, diesen Stall zu restaurieren und zu einem Atelier auszubauen.

Warum lebst du hier in Gumpen auf dem Land und nicht in einer großen Stadt?

Jeff Beer: Ich komme vom Land, ursprünglich aus Mitterteich. In meiner Familie gab es viele Landwirte mit Bauernhöfen. Ich habe auch Zeit in großen Städten verbracht, wie in New York oder Paris. Auch für mein Studium an der Hochschule für Musik war ich in einer Stadt, in Würzburg. Aber gefallen hat es mir schon immer zu Hause, auf dem Land.

Nach dem Studium war mir klar, dass ich auf dem Land leben möchte. Ich mag die Leute und die Umgebung. Hier finde ich die Stille und Inspiration, um als Künstler arbeiten zu können. Mir muss ja auch immer wieder etwas einfallen.

In Gumpen habe ich diesen verlassenen Bauernhof gefunden. Ich brauche als Künstler viel Platz. Und seitdem ich eingezogen bin, restauriere ich immer wieder einen Teil des Bauernhofes. Ein altes Haus oder ein alter Hof hat schon viel erlebt und kann viel erzählen. Generationen von Menschen und Tieren haben hier schon gelebt.

Heißt du eigentlich wirklich Jeff Beer?

Jeff Beer: Mein richtiger Name ist Josef Beer. Aber ich habe den Spitznamen Jeff bekommen und irgendwann stand Jeff sogar in einem Zeugnis.

Wie alt bist du und wie lange arbeitest du schon als Künstler?

Jeff Beer: Ich bin jetzt 64 Jahre alt und arbeite als Künstler schon seit über 30 Jahren.

Bist du mit 65 Jahren dann auch Rentner?

Jeff Beer: Nein, als Künstler gehe ich nicht in Rente. Ich hoffe, dass ich noch lange gesund bleibe und immer weiter arbeiten kann.

Wer lebt hier noch auf dem Bauernhof?

Jeff Beer: Momentan ist noch Leo da, eine Hündin. Und Raphaela, eine meiner Töchter, war gerade zu Besuch hier. Aber sie muss jetzt wieder arbeiten. Sie lebt in Berlin und ist auch Künstlerin, eine musikalische Künstlerin. Sie singt, spielt Geige und komponiert. Im letzten Jahr hat sie ein eigenes Album herausgebracht und ist mit ihrer Band unterwegs. Vor kurzem hatte sie auch einen Auftritt in der Burg Falkenberg. Ihr Künstlername ist PHELA.

von Benedikt Jähring, Klasse 3/4 der Grundschule Falkenberg
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