Marcel Huber verstärkt kurzfristig Zoiglmusik
Minister greift in die Saiten

Bestens eingefügt hat sich Marcel Huber am Kontrabass in die Falkenberger Zoiglmusik. Die Kollegen (von links) Uli Ertl, Hans König, Wolfgang Üblacker, Willi Zeidler und Siegfried Kumeth waren sehr zufrieden mit der Verstärkung. (Foto: jr)
Kultur
Falkenberg
17.04.2016
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"40 Jahre Falkenberger Zoiglmusik" steht auf den Pralinen, die Marcel Huber seiner Frau mitbringen soll. Wolfgang Üblacker überreichte dem Minister und Musikerkollegen das süße Geschenk. (Foto: jr)

Ein ganz spezieller Geburtstagsgast überraschte beim 40. Jubiläum der Falkenberger Zoiglmusik. Staatskanzleichef Marcel Huber hatte keine politische Rede im Gepäck, sondern griff mit den Musikern eifrig in die Saiten.

"Ich gratuliere euch zu eurem Jubiläum und garantiere, mit euch spiele ich wieder in Berlin", war der Staatsminister für Bundesangelegenheiten und Sonderaufgaben begeistert. Von den fünf Musikanten ließ sich Dr. Huber nicht zweimal bitten: Mit den Worten "wir spuiln z'amm" griff er zum Kontrabass inmitten der Zoiglmusik. Der Auftritt war ein persönlicher Wunsch des Ministers, der seinen Besuch in Falkenberg als rein privat ansah. Daraus wurde ein Volksmusikabend, wie ihn die Region lange nicht mehr gesehen hat. Der Prockl-Saal war restlos gefüllt. Viele Mitwirkende erwiesen den musikalischen Botschaftern der Marktgemeinde und des Stiftlandes die Ehre zum 40. Geburtstag.

Mit Defiliermarsch


Wie es sich für einen Staatsminister und einen möglichen neuen Ministerpräsidenten gehört - Gründungsmitglied Wolfgang Üblacker kündigte das mit einem Augenzwinkern an - , wurde der Ehrengast mit dem Bayerischen Defiliermarsch begrüßt. Der Minister aus Mühldorf am Inn ist im Ehrenamt Vorsitzender des Musikbundes Oberbayern von Ober- und Niederbayern.

Wie die Verbindung zur Falkenberger Zoiglmusik zustande kam, darüber klärte Toni Dutz auf. Der Bezirksrat und Wiesauer Bürgermeister wusste, dass die Zoiglmusik vor zwei Jahren in der Bayerischen Landesvertretung in Berlin aufspielte. Den Besuch vermittelt hatte er mit seinem Freilassinger Amtskollegen Josef Flatscher. Minister Huber ließ es sich schon damals nicht nehmen, mit den Falkenbergern in der Bundeshauptstadt gemeinsam zu musizieren. Und er versprach, einmal nach Falkenberg in die Heimat der Musiker zu kommen.

Versprechen eingelöst


Dieses Versprechen löste er am Samstag ein. Die geladenen Gäste bereiteten dem Minister einen begeisternden Empfang. "Es ist nicht alltäglich, dass ein Minister zu einem Musikerjubiläum ins Stiftland kommt", freute sich Wolfgang Üblacker über diesen Besuch. Dass Huber ein exzellenter Musiker sei, habe man schon in Berlin festgestellt. "Jetzt hör auf, spuiln ma lieber", warf der Minister ein. Unter den Zuhörern war auch Ministerialdirigentin Martina Maschauer. Die gebürtige Nagelerin ist Leiterin der Bayerischen Vertretung in Berlin. Gemeinsam intonierten die Falkenberger Zoiglmusik und der Minister dann den Marsch "Halba fünfa". Konzentriert und mit Begeisterung griff Dr. Huber in die Saiten und unterstützte seine Musikerkollegen.

"40 Jahre gemeinsames Musizieren, ohne moderne Technik, zur Freude von mittlerweile Tausenden Zuhörern in der ganzen Welt, dazu gratuliere ich im Namen unserer Marktgemeinde", sagte Bürgermeister Herbert Bauer. Seinen Dank richtete er an den Hauptmatadoren der Gruppe, Wolfgang Üblacker, der mit Willi Zeidler einst die Gruppe gegründet hatte. Beide sind heute noch aktiv dabei.

"Mit immer wieder neuen Ideen und Arrangements zählen sie zu den positiven Botschaftern unserer Region. Dafür ein herzliches Vergelts Gott. "Erfreut uns weiter mit eurer herzerfrischenden, boxenfreien und spontanen Musik", bat Bauer. Als Geschenk gab es einen originalen Falkenberger Burgstein mit einem Porzellantaler. An den Minister gab er noch die Bitte weiter, dem Bayerischen Rundfunk klarzumachen, dass Falkenberg im Norden Bayerns und Falkenstein im Süden liegt.

In Wirtshaus und Kirche


Wolfgang Üblacker überreichte für die Ehefrau Hubers Pralinen, auf denen der Grund seines Besuchs verewigt war. "Dass ich hier in Falkenberg so viel arbeiten muss, hätte ich nicht gedacht", sagte der gut gelaunte Ehrengast. "Ich bin gerne gekommen, Musik ist eine so wunderbare Sache", sagte der Kontrabass- und Tuba-Spieler. Spontane Wirtshausmusik gefalle ihm ganz besonders, gratulierte er der Zoiglmusik zum Jubiläum: "40 Jahre in einer Gruppe zu spielen, das ist schon etwas Besonderes.". Er selbst nehme sich die Zeit zum Musizieren, vor allem in der Kirche, gerne.

Bundestagsabgeordneter Reiner Meier nannte die Zoiglmusik ein Markenzeichen für Falkenberg, das Stiftland und die ganze Oberpfalz. Gerne erinnerte er sich an den Auftritt am Berliner Gendarmenmarkt: "Ihr seid ein Werbeträger für eure Heimat und das einzigartige Zoiglbier."

"Hot Docs" gratulieren


Musikalisch gratulierten dann die "Hot Docs" alias Dr. Gerd Seidl und Dr. Helmut Rüth mit dem eigens getexteten Lied "Mir san in Falkenberg". Weitere musikalische Glückwünsche gab es vom "Neualbenreuther Zwio" Monika Kunz und Franz Danhauser. Beendet wurde der offizielle Teil mit dem gemeinsam gespielten Lied "Es ist so schön, ein Musikant zu sein". Dabei griff auch der Minister wieder zum Kontrabass. "Bei euch in der Oberpfalz ist es einfach schön", verabschiedete er sich. "Und danke, dass i mitspuiln hom derfn."

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Erfreut uns weiter mit eurer herzerfrischenden, boxenfreien und spontanen Musik.Bürgermeister Herbert Bauer



In Schanghai und Nürnberg gern gehörtMitgründer Wolfgang Üblacker erinnerte beim Jubiläumsabend "40 Jahre Zoiglmusik Falkenberg" an viele Jahre gemeinsamen Musizierens. Dabei sparte er nicht mit Anekdoten bei den vielen Auslandsauftritten. Als "Highlight" bezeichnete er, "dass wir 28 Jahre lang auf dem Nürnberger Altstadtfest gespielt haben. Und natürlich der Auftritt in Schanghai. Die Gage stand bei uns nie im Vordergrund. Wir machen Musik aus dem Herzen heraus zur Freude unserer Zuhörer." 40 Jahre gemeinsames Musizieren hätten zusammengeschweißt: "Es war eine schöne Zeit. Danke an unsere Frauen für ihr großes Verständnis für unser Hobby", sagte Üblacker. Im Anschluss unterhielten die "Falkenberger Karpfenmusik", die "Holledauer Hopfareisser" und die Jubiläumsformation selbst die Zuhörer. (jr)
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