Phela + Band in Falkenberg
Mit viel Gefühl zurück nach damals

Der Wandel von der Klassik zur poetischen Popmusik offenbart sich bei Phela auch in einer unorthodoxen Spielart ihrer Geige. Bild: otj
Kultur
Falkenberg
07.04.2016
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Von Jörg Otto

Falkenberg. "Zurück nach damals" - der Song von Phela passte bei ihren ausverkauften Konzerten am Wochenende in Falkenberg perfekt. Die hoch gehandelte Newcomerin ist zwar Wahl-Berlinerin, geboren und aufgewachsen ist sie aber in dem Ort mit der markanten Burg-Kulisse. Zu Gast bei diesem Heimspiel beim Forum Falkenberg sind am Sonntagabend auch ihre Eltern. Neben der "Mamutschka", der Künstler-Vater Jeff Beer, auf dessen Fluxus-Bauernhof sie das Geigespielen lernte und den Freiraum bekam, sich künstlerisch zu entwickeln - zu einer ausdrucksstarken Künstlerin mit Major-Deal bei Sony-Music mit ihrem Debüt-Album "Seite 24".

Beim Auftritt ist der Wuschelkopf offensichtlich berührt von den Wiederbegegnungen mit Familie und alten Schulfreunden. Die Basis für ein besonders emotionales Konzert. Das Transportieren von Gefühlen ist ohnehin ihre Stärke, selbst wenn sie nur summt - eine Meisterin der nonverbalen Emotion. Ihre Texte sind pure Poesie, die aus der Innenansicht von Phela entsteht. Sehr intim, sich selbst sehr nah: "Ich bin wieder alleine, als hätt' es uns beide nie gegeben. Doch du bist viel zu sehr hier und du bist viel zu nah bei mir" singt sie in "Wieder alleine". Sie erzählt von Küssen auf dem Dach, von verflossenen Lieben, von kleinen Momenten und großen Gefühlen.

Enorme Varianz


In einem Artikel über sie steht, dass sie es sich zur Aufgabe gemacht habe, der deutschen Sprache eine eigene Tonalität abzuringen. Die Varianz ist enorm: Vom warmen, tiefen Timbre bis zu glockenklaren hohen Oktaven, mitunter an Judith Holofernes erinnernd. Zwischen kraftvoll und zerbrechlich.

Ihr Seeleninstrument ist die Geige, erst mit 19 Jahren - bis dato auf dem Weg zur klassischen Geigerin - hat sie entdeckt, dass sie zur Sängerin berufen ist. Logisch, dass das Streichinstrument auch in ihrer neuen Rolle zur Grundausstattung gehört und vielgestaltig zum Einsatz kommt. Nicht nur gestrichen, auch gezupft und geschlagen wie eine Gitarre - ein Statement für das vermeintlich Nicht-Pop-Instrument.

Berührende Songs


Begleitet wird die Künstlerin von ihrer Band mit Roman Goly (E-Piano), Moritz Brümmer (Cello, Akustikgitarre, Akkordeon), Philipp Martin (Bass, E-Gitarre) und Fabian Stevens (Drums). Ob jazzige Sounds, Klassiksprenkel oder zuckersüßer Pop: Die hervorragenden Musiker agieren meist recht zurückgenommen. So sollen sie jedem Song den richtigen Raum geben, um Phelas Stimme zu unterstreichen und so die Fans im Tiefsten zu berühren. Das ist den Musikern auch in Falkenberg mehr als gelungen.

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Weitere Informationen:

www.phela.de
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