Publikum "vergisst" Vereinbarung
Vorbei war’s mit der Disziplin

Gefühlvoll und virtuos: Moritz Heindl mit seiner Violine. Bild: wro
Kultur
Falkenberg
19.07.2016
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Wer sich angesichts eines lauschigen Sommerabends dazu entschließt, statt im Garten zu sitzen einem Konzert im Falkenberger Tagungszentrum zu lauschen, der erwartet schon etwas Besonderes. Und ist am Samstag da auch nicht enttäuscht worden.

Außergewöhnlich an diesem Abend der Extraklasse war nicht nur das musikalische Angebot, noch mehr war es die Vielstimmigkeit des Waldsassener Vokalensembles "eMotion". Einmal mehr sorgten die 13 Protagonisten unter der musikalischen Leitung von Doris Heindl für einen großen Auftritt, dem zweiten in diesem Jahr. Dass sich das kulturelle Angebot Falkenbergs von einem anfänglichen Geheimtipp längst zu einem Besuchermagneten entwickelt hat, scheint sich offenbar auch über die Grenzen der Gemeinde herumgesprochen zu haben.

Viele Einheimische, darunter auch Bürgermeister Herbert Bauer und einige seiner Markträte, sowie zahlreiche Gäste aus Nah und Fern füllten rasch den Saal. Dafür sorgten an diesem Samstag die Gastgeber selber, vor allem aber die stimmgewaltigen Künstler aus der Klosterstadt Waldsassen. "Wir freuen uns über Ihren Applaus", wandte sich Paul Zrenner gleich zu Beginn an sein gespannt lauschendes Publikum und bat, die spontane Begeisterung zu bündeln. Es reiche, wenn nach den Liedblöcken geklatscht werde, kommentierte er ein wenig bescheiden den unvermittelt einsetzenden Beifall nach der ersten Darbietung. Zrenners Bitte wurde gerne respektiert. Wenigstens bis zur Pause nahm man sich seine freundliche Spielregel gerne zu Herzen. Danach aber war's vorbei mit der "Disziplin", langsam "vergaß" man die Vereinbarung mit dem Waldsassener aber wieder.

Gefühlvoll startete man mit "As torrents in summer" in den Abend, stimmungsvoll steigerte man sich zur Pause. Bekannte Rhythmen, wie zum Beispiel "Amazing grace" oder "Greensleeves" luden im steten Wechsel mit weniger bekannten Melodien zum Mitsummen oder auch zum Nachdenken ein. Mit "La mer" und "Dirait-on" ging es in die wohlverdiente Pause.

Beschwingt und heiter starteten die Klosterstädter schließlich ins Finale. Nicht zuletzt die "Ohrwürmer" wie "Over the rainbow", "Moon river" oder "You are the sunshine of my life", aber auch viele andere bekannte und mitreißende Rhythmen waren wohl ein Grund dafür, dass man dann doch langsam wieder daran ging, die anfänglich vereinbarte (Applaus-)Zurückhaltung wieder aufzugeben. Dass man schließlich fast nach jedem Beitrag applaudierte, darf freilich auch als dankbares Kompliment angesehen werden.

Der große Erfolg war nicht zuletzt auch dem gefühlvollen Spiel von Cezary Antkowiak (Piano) und der Virtuosität von Moritz Heindl (Violine) zu verdanken, die "eMotion" mit ihren Instrumenten kunstvoll ergänzten. Die Madrigale und Spirituals, auch die bekannten Jazz- und Popsongs - von "eMotion" meist a cappella vorgetragen - sowie nicht zuletzt auch die spontan gegebene Zugabe sorgten dafür, dass die bereitgestellten Spendenkörbchen rasch mit kleinen und großen "Gagen" gefüllt waren.
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