Raphaela Beer hat sich in der schwierigen Musikbranche durchgesetzt
Phela lässt die Seele singen

Wenn Phela singt, ist es neben ihren melancholischen Liedern auch ihre unbekümmerte Offenheit, die das Publikum besonders berührt. Bild: ubb
Kultur
Falkenberg
05.04.2016
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Ihre Musik ist ein Gesamtkunstwerk, ihre Texte berühren das Herz: Phela, Tochter des Gumpener Künstlers Jeff Beer, hat ihre Passion als Sängerin gefunden. Und begeisterte am Wochenende mit ihren Liedern die Freunde daheim.

26 Jahre jung und von Null auf Hundert auf dem Karrieretreppchen: Raphaela Beer hat mit einem einzigen selbst geschriebenen Lied (Lavendel) und vielen Zukunftsträumen im Kopf Gumpen verlassen und kam nur wenige Jahre später mit einem von Sony-Music produzierten Album wieder.

Phela, wie sie sich jetzt nennt, hat sich in der schwierigen Musikbranche durchgesetzt und konnte sogar große Produzenten wie Sony von ihrem persönlichen Stil überzeugen, ohne sich verbiegen zu müssen. Kein Wunder: Die Liedtexte der jungen Sängerin sind die Poesie einer nachdenklichen Seele, ihre selbst komponierte Musik spricht die Sprache der Eigenwilligkeit einer hochbegabten Künstlerin.

In Falkenberg treffen am Samstag und Sonntag ihre Familie, ihre Freunde und zahlreiche Stiftländer am Fuße der Burg zusammen, um Phela live zu erleben. Immer wieder begrüßt die junge Frau Verwandte, Schulfreundinnen, bekannte Gesichter. Einmal freut sie sich, ihre Grundschullehrerin im Publikum zu sehen, das andere Mal bedankt sie sich bei ihren Eltern für ihre Kindheit.

Jeff Beer, selbst ein grandioser Musiker, ist stolz auf seine Tochter. Christine Beer ist überzeugt, seit sie ihre Raphaela erstmals auf der Bühne erlebte. "Dann wusste ich, es ist in Ordnung, wenn sie diesen musikalischen Weg geht", sagt die glückliche Mutter. Allzu gerne würde er mit der Tochter gemeinsam Musik machen, sagt Jeff Beer. Aber er überlässt das Feld den Jüngeren, spricht von Phelas Band als "sehr gute Musiker", die sie mitgebracht habe. Gute Ratschläge dagegen muss er ihr keine mehr geben. Tochter Raphaela hat die Kinderschuhe abgelegt, geht ihren Weg mit den Grundlagen, die ihr der Vater in die Wiege legen konnte.

Es ist die Intensität ihres Gesangs ebenso wie ihre jugendlich-unbekümmerte Offenheit auf der Bühne, die das Publikum besonders anspricht. Diese tiefe Melancholie in ihrer Stimme, mit poesiehaften Texten untermalt, macht ihre Darbietung zu mehr als nur einen guten Musikabend. Immer wieder unterbricht Phela ihren Gesang, holt ihre Geige, zupft die Saiten, statt sie zu streichen, bevor die Zuhörer in den Genuss eines Geigensolos kommen. Diese enorme musikalische Kreativität verblüfft. Phelas Musik ist anders als bisher Dagewesenes: Wie kann es sein, dass eine 26-Jährige von ihrem ganz persönlichen Liebeskummer singt und damit den Falkenberger Burggranit zum Schmelzen bringt?

Den großen Erfolg und Durchbruch gönnt man der Tochter des Gumpener Künstlers von Herzen. Auch wenn das bedeuten kann, dass Phela, ist sie erst einmal gereift in ihrer Musik und Bühnenpräsenz, eines Tages für die Heimat nur noch schwer erreichbar ist und ihr die Oberpfälzer Fans in große Konzertsäle nachreisen müssen. Umso schöner, dass sie an diesem Wochenende Zeit hatte für ihre Freunde in der Heimat, die ihr das Gastspiel mit anerkennendem Applaus und zahlreichen Autogrammwünschen dankten.
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