Unverschnittene Stubenklänge

Sie haben die Stubenmusik salonfähig gemacht: Gitarrist Michael Klein, Cellistin und Flötistin Michaela Schmid sowie der Harfenist und Hackbrettspieler Richard Kurländer (von links) boten in Falkenberg Liedgut aus aller Welt. Bilder: ubb (2)
Kultur
Falkenberg
29.11.2016
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Volles Haus in Falkenberg: Die Ankündigung eines Konzertes der "Fraunhofer Saitenmusik" sorgte für derart viel Andrang, dass der Abend vom Rittersaal ins Kongresszentrum verlegt wurde.

Wenn auch mit "Staade Weisen zum Advent" überschrieben, erlebten die zahlreichen Gäste am Samstagabend im Kongresszentrum unterhalb der Burg keineswegs ein Weihnachtskonzert, als die Musiker der "Fraunhofer Saitenmusik" ihre Instrumente anstimmten. "Wir haben kein spezielles Adventsprogramm", entschuldigte sich der Harfen- und Hackbrettspieler und Gründer des Ensembles, Richard Kurländer, beim Publikum dafür, dass der adventliche Anspruch nicht erfüllt werden könne.

Was dann geboten wurde, war zwar von Weihnachten weit entfernt, aber dafür umso schöner. Die Fraunhofer Musiker haben sich den hervorragenden Ruf erworben, die Stubenmusik "entstaubt" und auf ein kammermusikalisches Niveau gehoben zu haben. So heißt es in ihrer Vita. Tatsächlich werden die Interpreten diesem Anspruch mehr als gerecht. Kein Wunder, dass die Gruppe längst auf allen Kontinenten unterwegs ist - was sie darbietet, ist Weltklasse.

Das Publikum erlebte Liedgut aus dem 15. bis 19. Jahrhundert, zusammengetragen aus vielen Ländern. Besonders geprägt ist das Repertoire nach Aussage Richard Kurländers von Skandinavien. Schön, denn damit durften die Falkenberger und ihre Gäste den seltenen Genuss auskosten, die Stubenmusik des hohen Nordens kennenzulernen. Das meist verwendete Salzburger Hackbrett kam dabei ebenso zum Einsatz wie das wesentlich alpenländischer anmutende Appenzeller Hackbrett. Geführt von Richard Kurländer, der auch die Harfe feinfühlig bediente, sorgten Gitarrist Michael Klein sowie Cellistin und Flötistin Michaela Schmid dafür, das ausgewählte Programm zum musikalischen Gesamtkunstwerk werden zu lassen.

Zu hören gab es Stücke aus Irland, Dänemark, Finnland, Frankreich, Schweden und der Schweiz, wobei mit Abwechslungsreichtum nicht gegeizt wurde. Die Oberpfälzer wurden zum Beispiel mit einem schwedischen Liebeslied in für sie musikalisches Neuland der Spitzenkategorie eingeführt, während die "Trüll Mazurka" aus der Schweiz wieder gewohntere Klangkraft hatte. Mit dem Begriff und Titel "Astrid-Walzer" stellten die Musiker unter anderem eine uralte Tanzform vor. Interessant auch der Einblick in die Werke eines irischen Wanderharfenspielers mit dem Stück "Carolans Receipt or Dr. Stafford" aus dem 17. Jahrhundert. Mit viel Applaus dankten die Besucher den Musikern am Ende für ihr feinfühliges, teils melancholisches, aber auch flottes Klangfarbenspiel.
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