Burg strahlt stolzer als je zuvor

Das Museum über den Widerstandskämpfer Friedrich Werner Graf von der Schulenburg zeigt wenige Unikate der persönlichen Habe des Botschafters, dafür etwa 1000 Dokumente, die sein Wirken und das seiner Mitstreiter bis in die Tiefe beleuchten. Bild: Grüner
Lokales
Falkenberg
03.12.2015
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Die Stauferburg des Grafen Friedrich Werner von der Schulenburg in Falkenberg thront aus Sicht der Gemeinde nicht nur auf Granitblöcken, sondern auch auf einem "Schuldenberg". Mit neuem Nutzungskonzept, Mini-Hotel, Museum, Funktionsräumen und Tagungsstätte sollte sich das Projekt rechnen.

Ministerpräsident Horst Seehofer scherzte bei der Einweihung der revitalisierten Burg, Burgherr Bürgermeister Herbert Bauer habe ein so hervorragendes Zuschuss-Management betrieben, dass sogar noch Geld ins Gemeindesäckel geflossen wäre. "Wäre schön - stimmt aber nicht", sagt Bauer. In der Realität bleibt der kleinen Gemeinde ein Riesenbatzen, den es zu schultern gilt. Für die Sanierung muss sie mit 500 000 Euro geradestehen. Für das Museum mit 125 000 Euro.

Grandioses Bauwerk

Insgesamt hat die Revitalisierung 7,7 Millionen Euro plus 1,4 Millionen Euro für das Museum verschlungen. Viel Geld, für das Falkenberg als Gegenleistung ein grandioses Bauwerk erhalten hat, das rein auf dem touristischen Sektor bestimmt Furore machen wird.

Geld, das man zu sehen glaubt, wenn man die gelungene Sanierung näher betrachtet. Wenn sich die Vorzüge des Kleinods herumgesprochen haben, wird es schwierig werden, dort eines der acht Zimmer zu ergattern. Eines ist aber in jedem Fall reserviert. Der Ministerpräsident hat sein Kommen für ein verlängertes Wochenende mit Gattin Karin bereits bei der Einweihung angekündigt. Den entsprechenden Gutschein hatte Herbert Bauer gleich mitgebracht. Der bleibt aber symbolisch. Seehofers Büro habe bereits angefragt. "Die wollten genau wissen, was ein Aufenthalt kostet, da will der Ministerpräsident ganz sicher gehen und keine Angriffsfläche bieten."

Fünf Jahre hat die Revitalisierung der Burg Falkenberg gedauert. Jetzt wurde ihr Nutzungskonzept vorgestellt. Bilder: Norbert Grüner

Burgherr und Burgfräulein

Auch wenn ein Aufzug vorhanden ist, von dem aus alle Stockwerke barrierefrei erreichbar sind, der Haupteingang ist dort, wo er immer war. Der Lift ist bewegungseingeschränkten Besuchern und der Versorgung vorbehalten. Durch das Torhaus über den Burghof und die überdachte Brücke erreicht man den eigentlichen Eingang.

Im Stockwerk darüber, in das man bequem über die Treppe gelangt, befinden sich die Rezeption und das Büro dazu. Der Burgherr, erklärt: "Das ist der Arbeitsplatz von Teresa Fischer." Sie ist nicht das "Burgfräulein", sondern managt von hier aus den Laden.

Im gleichen Geschoss ist auch der Filmsaal. Ein abgedunkelter Raum mit großem Flachbildfernseher. Darauf läuft in Endlosschleife die 16-minütige Dokumentation über den Widerstandskämpfer Friedrich Werner Graf von der Schulenburg. Die Tür auf der gegenüberliegenden Seite führt ins eigentliche Museum.

Ein großer Raum mit wenigen Unikaten, aber umso mehr Schriftstücken. Die sind digitalisiert und per Touchscreen in deutscher, englischer und tschechischer Sprache abrufbar. Etwa 1000 Dokumente werden es wohl sein, schätzt der Bürgermeister. In der anschließenden kleinen Cafeteria ist ein Infostand integriert. Die Treppe im Gang führt in die nächste Etage. Im zweiten Obergeschoss befinden sich der Rittersaal, der Kapitelsaal und die Wächterstube. Ritter- und Kapitelsaal, die miteinander etwa 150 Plätze bieten, können beide für Familienfeiern gemietet werden. Jeden wärmt ein funktionierender offener Kamin.

Forum Falkenberg

Je nach Veranstaltung sind die Räume auch Bühne für das Forum Falkenberg, das am 5. Dezember mit der Neualbenreuther Saitenmusik neu durchstartet und ein vielfältiges Jahresprogramm parat hält (Kasten).

In der Burgkapelle sind eine Büste von Graf von der Schulenburg und sein Testament ausgestellt. Hier können sich Paare auch standesamtlich trauen lassen. Im dritten Obergeschoss befindet sich der Burgensaal. Ab etwa 2017 wird dort das Burgennetzwerk seinen Standort haben. Alles Wissen über bayerische und tschechische Burgen soll dort vereint werden. Bis das soweit ist, ziert eine Ausstellung zur Bauphase der Restaurierung den Raum.

Auch der Turm ist über eine Treppe problemlos erreichbar. Von dort hat der Besucher einen fantastischen Ausblick über das Naabtal und den Ort. Neben dem Turmzimmer gibt es noch einen weiteren Raum. Der ist dem Vogel vorbehalten, der im Ortsnamen steckt. "Der Turmfalke brütet hier, seit ich denken kann", sagt Herbert Bauer.

Acht Doppelzimmer mit atemberaubendem Ambiente bietet das Haus. Selbstverständlich mit WLAN und Flachbildfernseher. Wer die "neue Burg" besichtigen will, kann das bei einer Führung schon jetzt. Bis Ende des Jahres funktioniert das auf Anfrage über das Handy des Burgherrn unter 0170/585 77 01. Ab Januar sind Führungen dann bei der Burg-Managerin Teresa Fischer buchbar. 10 bis maximal 25 Leute sollten es pro Führung sein.

Viel Platz im Tagungszentrum

Für Führungen stehen neben dem Burgherrn auch Angela Scharnagl und die Burgbeauftragten Matthias Grundler und Peter Bork zur Verfügung. Das Tagungszentrum In der Schwaige 1 bietet Platz für 140 Seminarteilnehmer plus einem kleineren Raum für 30 Leute.
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