Burgherr sattelt drauf

Bereits weit gediehen ist das Konzept für das Museum auf Burg Falkenberg, das über Leben und Arbeit von Botschafter Friedrich Werner Graf von der Schulenburg, dem früheren Burgherrn, informiert. Bild: hd
Lokales
Falkenberg
28.05.2015
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"Man soll die Burg spüren können", sagt Architekt Peter Brückner, streicht mit der Hand über die Felswand und zeigt das älteste Mauerstück. Rund 7,9 Millionen Euro kostet die Sanierung des Falkenberger Wahrzeichens. Die gute Zuschusslage ermöglicht zusätzliche Maßnahmen.

Überraschungen gibt es fast täglich auf der Baustelle. Nicht nur das Gemäuer fordert Handwerker und Architekt. "Da sind individuelle Lösungen gefragt", schmunzelt Peter Brückner. Weniger gelöst berichtet Bürgermeister Herbert Bauer von "Umplanungen". "Das war für mich der größte Hammer." Mitten in der Bauphase kam die Mitteilung des Freistaats, "dass wir teilweise als Gewerbebetrieb einzustufen und deshalb vorsteuerabzugsberechtigt sind". Die Zuschussanträge waren zu dem Zeitpunkt bereits geschrieben. Die mussten in kürzester Zeit neu formuliert werden. Das brachte dann auch einige Veränderungen bei den Fördermittelzusagen mit sich. Freilich hatte das für den Burgherrn, die Gemeinde Falkenberg, auch sein Gutes: Zusätzliches Geld war greifbar. Und wer Bürgermeister Herbert Bauer kennt, weiß, dass der da sofort zulangt.

Und so lassen sich nun Maßnahmen zur Revitalisierung der Burg mit einem Volumen von rund 7,9 Millionen Euro stemmen. Bauer: "Der Bund hat all unsere Anträge wie vorgelegt genehmigt." Peter Bückner führt am Donnerstag Herbert Bauer und Burgbeauftragten Matthias Grundler durch die Baustelle, erläutert den Baufortschritt.

Dabei sind auch die zusätzlichen Maßnahmen Thema. Brückner verweist auf die Vergrößerung des Tagungszentrums in der Schwaige, das einmal rund 130 Gästen Platz bietet. Der Granitboden liegt, die Elektroleitungen sind weitgehend unter Putz. Das Foyer des Tagungszentrums kann bei zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen genutzt werden (auch bei Theateraufführungen und Bürgerfesten).

Die Umschichtungen bei den Fördermitteln ermöglichten außerdem den Einbau der Heizzentrale (Pellets) im alten Feuerwehrhaus, berichtet Brückner und erklärt: "Das entspannt die technische Situation in der Burg." Hinzu kommen Nebengebäude und Lagermöglichkeiten unmittelbar am Burgfelsen. Mehrausgaben verursachten Sicherungsmaßnahmen am Felsen. Der Architekt erzählt in diesem Zusammenhang von einer mehr als faustdicken Überraschung, als ein Teil des Bodens in der Burg geöffnet wurde. Plötzlich klaffte da ein Loch: Der Blick reichte 15 Meter tief zwischen den granitenen Wollsäcken hindurch bis hinab in die Schwaige.

Authentisch

Peter Brückner listet zudem zusätzliche Sanierungsmaßnahmen an den Wallmauern der Burg auf. Auch führten denkmalpflegerische und brandschutztechnische Auflagen in den Obergeschossen und unterm Dach zu zusätzlichen Kosten. Unter anderem galt es Deckenbalken zu sichern. Brückner ist wichtig: "Wir wollen die Burg authentisch darstellen."

Auch sei es gelungen, den Burghof, das Torhaus und den Vorhof in die Burgsanierung zu integrieren. Herbert Bauer: "Die Regierung hat signalisiert, dass sie mitzieht. Und da haben wir zugegriffen." Dies habe auch diverse Maßnahmen im Hinblick auf den späteren Betrieb der Burg zugelassen. Eng eingebunden war die Hotel- und Gaststätten-Beratungsgesellschaft, die wertvolle Tipps gegeben habe. Matthias Grundler versichert: "Wir haben jeden Schritt, jedes Detail diskutiert." Peter Brückner hält nichts vom "Herumbasteln" und ergänzt: "Wir wollen nachhaltig bauen und sanieren." Die Zuschussgeber seien von der Einmaligkeit der Maßnahme überzeugt. Auf Nachfrage informiert der Falkenberger Bürgermeister, dass die Gemeinde Zugriff auf zehn Fördertöpfe hat. Auch wenn die Gesamtkosten von rund 6,5 auf 7,9 Millionen Euro steigen, betrage die Mehrbelastung für den Markt Falkenberg maximal 200 000 Euro. "Wobei Bemühungen laufen, diesen Betrag deutlich zu senken". Allein im zurückliegenden halben Jahr habe er rund 50 000 Euro Spenden "gesammelt", so Bauer.

Firmen aus der Region

Bis auf zwei Bereiche sind alle Aufträge vergeben, informiert Matthias Grundler. "Etwa 80 Prozent gingen an Firmen aus der Region." Brückner, Bauer und Grundler sind mit dem Baufortschritt zufrieden. "Wichtig sind motivierte Handwerker", hebt Brückner hervor. "Denn wir haben hier keine normale Baustelle. In der Burg gibt es keinen rechten Winkel." Mit "Lösungen von der Stange" komme man da nicht weit. "Wir sind jetzt auf der Zielgeraden" ist Peter Brückner zufrieden und nennt den 13. November als Fertigstellungstermin. "Da muss alles passen. Denn da kommt Ministerpräsident Horst Seehofer zur Einweihung." Aber bis dahin seien ja noch fast sechs Monate. "Fünf Monate", korrigiert Herbert Bauer. "Den November müssen wir ausklammern."
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