Finanzspritze für Burgherren

Auf Kultur baut die Deutsche Stiftung Denkmalschutz auch in Falkenberg. Zur Scheckübergabe an Bürgermeister Herbert Bauer waren Petra Schöllhorn und Lotto-Bezirksstellenleiter Stefan Luger (rechts) angereist. Bild: as
Lokales
Falkenberg
26.11.2014
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Petra Schöllhorn steht beeindruckt vor der Burg: "Sensationell, dass eine Gemeinde so ein Bauwerk erwirbt. Dafür hätte sie die größte Medaille der Bundesrepublik verdient." Doch statt einer Auszeichnung hat die Architektin einen Scheck dabei. Der gefällt dem Bürgermeister sogar noch besser.

Ein gewaltiger Knall bohrt sich in die Gehörgänge, eine kompakte Dampfwolke entweicht kurz danach durchs Fenster 20 Meter weiter oben: Im Burgfelsen wird derzeit massiv für den Aufzugsschacht gesprengt. Das ist auch der Grund, weshalb die Sulzbach-Rosenberger Stadtbaumeisterin die Burg nicht von innen besichtigen kann. Petra Schöllhorn ist im Auftrag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) in Falkenberg, um eine Fördervertrag über 50 000 Euro zu überreichen.

"Das Schöne daran: Dieser Betrag stärkt den finanziellen Eigenanteil der Gemeinde für die Sanierung", betont Schöllhorn. Sie ist ehrenamtliche Mitarbeiterin des Ortskuratoriums Fränkischer Stadtbaumeister, das auch Projekte in Randgebieten der Oberpfalz betreut. Bürgermeister Herbert Bauer freut der unerwartete Segen doppelt, denn die 50 000 Euro schmälern nicht die förderfähige Gesamtsumme und damit andere Zuschüsse. Das Geld stärkt direkt den Eigenanteil der Gemeinde. Und der ist stattlich: Vorsichtig gerechnet 1,1 Millionen Euro muss der Markt Falkenberg alleine aufbringen - bei 6,5 Millionen Euro Sanierungskosten mit steigender Tendenz.

Das jetzt bewilligte Geld stammt aus Mitteln der staatlichen Glücksspirale, die jährlich über viele Zuschussanträge zu entscheiden hat. Lotto-Bezirksstellenleiter Stefan Luger, für die nördliche Oberpfalz zuständig, hat zur Übergabe einen symbolischen Scheck mitgebracht. Er freut sich, dass der Ausschuss Falkenberg berücksichtigt hat. Die im Kern aus dem elften Jahrhundert stammende Burg gehört damit zu den 270 Projekten, die von der privaten Denkmalstiftung allein in Bayern schon gefördert worden sind.

Das Budget, zuletzt rund 20 Millionen Euro im Jahr, wird etwa je zur Hälfte aus privaten Spenden und Mitteln der Glücksspirale finanziert. Petra Schöllhorn findet die Gesamtbilanz der DSD sehr imposant: "In den fast 40 Jahren seit der Gründung wurden für 4500 Projekte schon 520 Millionen Euro ausgeschüttet." In der Oberpfalz wurden beispielsweise das Kloster Plankstetten und die Burgkapelle bei Königstein gefördert.

"Wir sind auf Spenden angewiesen", wirbt Petra Schöllhorn am Fuß der Burg Falkenberg um weitere Unterstützung für die Denkmalstiftung. Derweil haben die Arbeiter der österreichischen Spezialfirma die nächste Sprengung im Felsen vorbereitet. Der Bürgermeister muss mit seinen beiden Geldboten das direkte Umfeld räumen. Denn die Fachleute, die dem Granit seit August mit riesigen Bohrern und Fließzement zu Leibe rücken, müssen jetzt zu härteren Mitteln greifen: "Der Fels ist zuletzt nicht mehr abgeplatzt, sondern eher zerbröselt", beschreibt Herbert Bauer.

Nun bringen die Arbeiter Sprengladungen im Abstand von 20 bis 30 Zentimetern tief in den Felsen ein, um genügend Platz für Aufzug und Treppe im 20 Meter hohen Schacht zu schaffen. Die Zeit drängt, wie schon seit Beginn der Bauarbeiten vor einem Jahr: "Im Oktober 2015 muss alles fertig sein", weist der Bürgermeister auf die absolute "Deadline" hin. Dabei hängt alles mit allem zusammen: "Die Ausschreibungen für den Aufzug können erst beginnen, wenn der Schacht exakt vermessen ist."

Jede einzelne Sprengung in den nächsten Wochen bringt das ehrgeizige Sanierungsprojekt Burg Falkenberg also einen Schritt weiter. Das Budget für die Schachtarbeiten wird durch die aufwendigeren Maßnahmen übrigens nicht gesprengt: "Die Österreicher haben den Zuschlag bei der Ausschreibung zum Pauschalpreis bekommen", informiert der Bürgermeister.
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