Finger in die Wunden legen

Ehrungen bei der Rheumaliga: Im Bild sitzend von links Angela Malzer, Amalie Neuberger, Vorsitzende Annemarie Schwarz, Gerlinde Eixner; stehend von links Behindertenbeauftragter Reinhard Schön, Kreis- und Bezirksrat Toni Dutz, Birgit Schwägerl, Gisela Schnabl, Kreisrätin Hannelore Bienlein-Holl, stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler. Bild: wro
Lokales
Falkenberg
11.10.2015
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Als Amalie Neuberger 1985 mit nur 20 Mitgliedern eine Rheumaliga ins Leben rief, dachte sie in erster Linie daran, Hilfe zur Selbsthilfe zu ermöglichen. In den zurückliegenden 30 Jahren hat sich ein bedeutender Initiativkreis mit 104 Mitgliedern entwickelt.

14 Jahre lang hielt die Gründungsvorsitzende die Fäden bei der jährlich wachsenden Rheumaliga zusammen. Die Arbeit trug Früchte. Das durfte sie nun bei der Feier des Gründungsjubiläums mit berechtigtem Stolz feststellen. Aus einer anfangs kleinen Gruppe wuchs eine große Vereinigung, deren Wort Gewicht hat. Ein Erfolg, der auch den zahlreichen, ehrenamtlich tätigen Helfern zu verdanken ist.

"Persönlichkeiten werden nicht durch schöne Reden geformt, sondern durch Arbeit und Taten." Mit den Worten Albert Einsteins eröffnete die derzeitige Vorsitzende Annemarie Schwarz die Feierstunde anlässlich des runden Geburtstages "30 Jahre Selbsthilfegruppe der Deutschen Rheumaliga - Arge Tirschenreuth" im Falkenberger Kramerstodl.

Zahlreiche Ehrengäste hatten im voll besetzten Festsaal Platz genommen. Neben stellvertretendem Landrat Dr. Alfred Scheidler freuten sich Bezirksrat Toni Dutz, die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende und Kreisrätin Hannelore Bienlein-Holl sowie Reinhard Schön, der Behindertenbeauftragte des Landkreises Tirschenreuth, mit dem Jubelverein. Annemarie Schwarz, die als hartnäckige Bittstellerin bei Behörden und Verbänden bekannt ist, kam nicht umhin, auch einmal ein Lob an all diejenigen auszusprechen, die der Rheuma-Liga im Landkreis Tirschenreuth unterstützend zur Seite stehen. "Es ist schön und erfordert Dank und Respekt, wenn zum Beispiel ein Rathauschef ein für Gehbehinderte gut erreichbares Besprechungszimmer installiert." Schwarz bedauerte aber zugleich fehlendes Fingerspitzengefühl einiger Planer, die nur allzu gerne einer ansprechenden Optik den Vorzug geben und Wünsche behinderter Menschen außer Acht lassen. "Fördermittel" aus der Haushaltskasse der Familie hatte Kreisrätin Hannelore Bienlein-Holl mitgebracht. Sie würdigte die 30-jährige Arbeit der Rheumaliga und appellierte an das Bewusstsein der Menschen, Krankheiten, die man nicht sehen könne, nicht als nicht so schlimm herabzuwürdigen. "Manche Krankheiten vergehen, Rheuma bleibt."

In Vertretung von Landrat Wolfgang Lippert war Dr. Alfred Scheidler nach Falkenberg gekommen. Er zeigte sich erfreut über die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft und zugleich überrascht über den hohen Mitgliederstand. Der Behindertenbeauftragte des Landkreises, Reinhard Schön, mahnte, bei Bauvorhaben die Interessen von Behinderten in die Planungen einzubeziehen.

In seinen Grußworten zitierte Toni Dutz das oberpfälzische Sprichwort: "Niat nougebn nöit alles." Steter Tropfen höhle den Stein. "Annemarie Schwarz und ihre Rheumaliga", so der CSU-Politiker, "haben die Finger in die Wunden gelegt. Sie beobachten kritisch und schreiten aktiv ein, wenn es darum geht Missstände zu beseitigen."

Humorvoll erinnerte Rita Probst in ihrem Rückblick an 30 Jahre Rheumaliga. Kurzweilig in gereimten Versen ließ die Rednerin fast vergessen, wie ernst oft die Sorgen der Rheumapatienten sind.

Dank an treue Mitglieder

Aus den Händen von Bezirksrat Toni Dutz und Vorsitzender Annemarie Schwarz erhielten verdiente Mitglieder Blumen und eine Urkunde: Gründungsvorsitzende Amalie Neuberger, Gisela Schnabl, Angela Malzer, Gerlinde Eixner, Annemarie Schwarz, Birgit Schwägerl.
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