Hoheiten in Zoigl-Hochburg

Lokales
Falkenberg
15.10.2015
7
0

Falkenberger Zoigl in aller Munde. Dafür soll der Kommunbrauertag sorgen. Zur Eröffnung haben sich am Sonntag die Zoiglhoheiten Königin Sofia I. und Prinzessin Lena I. angesagt. Um 11 Uhr spielt die "Falkenberger Zoiglmuse" auf.

Vielleicht war es nur eine Laune eines Münchner Justizrates. Möglicherweise war auch ein wenig Heimweh im Spiel. Der Notar ließ sich 1930 ein Paket mit heimischen Getränken nach München schicken. Beim Verkosten des Bieres stellte er fest, dass ihm der Falkenberger Zoigl deutlich besser schmeckte als das Münchner Oktoberfestbier. Auch wenn man Georg Böhm, diesem Münchner Justizbeamten, geboren in Falkenberg, ein wenig Lokalpatriotismus unterstellen darf, er konnte damals wohl kaum ahnen, welchen Siegeszug das ungefilterte Bier aus den Oberpfälzer Kommunbrauhäusern später einmal antreten sollte.

Umfassend renoviert

Freilich gab es das Braurecht im Ort schon seit 1467. Es ist mit den Anwesen der alteingesessenen Falkenberger verknüpft. Heute haben 116 das Braurecht. Bürgermeister Herbert Bauer erzählt im Gespräch mit unserer Zeitung: "Unser denkmalgeschütztes Kommunbrauhaus besteht seit 1908. Im Jahr 1999 wurde es umfassend renoviert. Heute nutzt rund ein Viertel der 116 Familien unser Kommunbrauhaus am Fuße der Burg." Ungefähr 30 Hektoliter umfasse ein gemeinsamer Sud, erklärt der Bürgermeister. "Die Brauer zahlen dafür ein Kesselgeld an die Gemeinde. Die Biersteuer wird ans Zollamt abgeführt. Wer dann sein daheim fertig gegorenes Bier ausschenken möchte, zeigt das durch das Raushängen des Zoiglsterns an." Der Falkenberger Bürgermeister erinnert an die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als der "Schnurrer", der "Koundlbinda", der "Schmidlenz" und der "Wongerer" noch den Ausschank betrieben.

Angst um die Sittlichkeit

Allerdings gab es auch Gegner des Bierbrauens wie Pfarrer Johann Florian Müller. Er klagte 1861: "Dass jeder Hausbesitzer im Markte Bier brauen und schenken kann, wirkt vielfach nachteilig auf den sittlichen Zustand. Es kann diesem beklagenswerten Übelstand nicht abgeholfen werden." Nicht überliefert ist, ob der Pfarrer selbst dem Bier entsagte.

Einige Jahre ruhte die alte Tradition, kaum einer verlangte nach Zoiglbier. Der Falkenberger Krämer, August Fischer, der "Kramergust", probierte es dann 1978 einfach mal wieder aus und belebte die Zoigltradition. Später kamen der "Wolfadl" und der "Schwoazhansl" hinzu.

Deftige Schmankerln

Die Eröffnung des ersten Kommunbrauertags am 18. Oktober findet im Beisein der beiden Zoiglhoheiten Königin Sofia I. und Prinzessin Lena I. statt. Falkenberger Schmankerln und Oberpfälzer Brotzeiten servieren am Sonntag der "Kramer", der "Schwoazhansl", der "Wolfadl, die Gasthöfe "Zum Roten Ochsen" und "Zum Stern" sowie das "Hutzacafé".
Weitere Beiträge zu den Themen: Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.