Landwirte haben einen Berg von neuen bürokratischen Fußangeln zu bewältigen - Pflanzenbautag
Der Teufel steckt im Detail

Lokales
Falkenberg
03.02.2015
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Ein voller Erfolg war auch heuer wieder der vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten organisierte Pflanzenbautag. Die Informationsveranstaltung hat sich mittlerweile bei vielen Landwirten zum festen Termin im Kalender gemausert. Über 100 Landwirte, Berater und Vertreter des Handels nutzten die Gelegenheit, sich in drei Stunden pflanzenbaulich auf den neuesten Stand zu bringen.

Landwirtschaftsberater Stephan Poersch stellte die wesentlichen Schnittstellen der neuen EU-Umweltauflagen (Greening) mit dem neu aufgelegten bayerischen Kulturlandschaftprogramm (KULAP) vor. Damit sollen besonders umweltfreundliche Methoden des Landbaus gefördert werden. Dabei zeigte sich, dass hier "der Teufel im Detail" steckt und die Landwirte einen Berg an neuen bürokratischen Fußangeln zu bewältigen haben.

Poersch sprach dabei Zwischenfrüchte und Leguminosen als praxistaugliche Möglichkeiten an, die Vorgaben der EU und des KULAP unter einen Hut zu bringen und die Abhängigkeit von Soja-Importen zu verringern. Dass damit gleichzeitig Fruchtfolgen aufgelockert, die Böden mit Humus versorgt und folglich die Fruchtbarkeit der Böden generell gesteigert werden kann, zeigte Andreas Dorn. Er plädierte dafür, die neuen Auflagen als Chance zu begreifen und künftig den Zwischenfrucht-Anbau nicht mehr nur mit Senf durchzuführen.

Die für den Landkreis geeignete Leguminose sei die Körnererbse, wo die Züchtung gerade hinsichtlich der Lageranfälligkeit große Fortschritte erzielt habe und als Eiweißkomponente bei Rind und Schwein gut eingesetzt werden könne. Reinhard Ostermeier aus Bayreuth verwies auf zunehmende Resistenzen, die den Pflanzenschutz erschwerten. Hier könne nur konsequenter Wirkstoffwechsel Abhilfe schaffen. Andernfalls bekämen die Bauern neue Herausforderungen wie den in Bayern bisher kaum bekannten Gelbrost nicht in den Griff. Max Graml vom Erzeugerring Bayern warnte davor, angesichts der niedrigeren Erzeugerpreise Düngung und Pflanzenschutz zurückzufahren. Es sei nach wie vor hoch wirtschaftlich, unter Beachtung von Umweltschutz und Schonung von Nützlingen das mögliche Ertragsniveau auch einzufahren.
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