Rhythmische Percussion zur Advents-Matinee - Pauls Andersons Ensemble und Joel Münch begeistern
Mit zehn Jahren meisterhaft an Kirchenorgel

Händels Largo, von Marimabaphonen gespielt, hat einen ganz besonderen Reiz. Das Ensemble um Pauls Andersons sorgte für ein außergewöhnliches Klangerlebnis in der Falkenberger Kirche. Bild: wro
Lokales
Falkenberg
02.12.2015
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Traditionelle Weisen waren das nicht, die während der Matinee "Melodische Percussion zum Advent" erklangen. Von "Tauet Himmel den Gerechten" oder "Macht hoch die Tür" war keine einzige Spur zu entdecken. Draußen rieselte zwar einstweilen der Schnee, vorne flackerte die erste Kerze im Adventskranz sanft vor sich hin. Aber damit war es mit der vorweihnachtlichen Stimmung auch schon wieder genug.

Die Matinee "Melodische Percussion zum Advent", ein krasser Gegensatz zur sonst allüberall vorweihnachtlich anbefohlenen Stimmung, war aber vor allem wegen ihres ungewöhnlichen Programms eine Reise nach Falkenberg wert. Die Akademie Steinwald-Fichtelgebirge sorgte für einen Kontrapunkt.

Dabei begann alles durchaus stimmungsvoll: Vom Turm der Pfarrkirche erklang Glockengeläut, Pfarrgemeinderatssprecher Andreas Staufer begrüßte die Zuhörer, das ausliegende Programm versprach Bekanntes von Bach und Händel. Weniger bekannte Werke, so konnte man dem Heft entnehmen, seien auch dabei. Man wartete also gespannt. "Wir sind offen für neue Klänge" waren die ersten Worte des musikalischen Leiters Pauls Andersons, der aus Lettland stammt. Tatsächlich waren sie auch neu, diese Klänge. Das, was das fünfköpfige Ensemble (allesamt Schüler von Pauls Andersons) ins Kirchenschiff zauberte, war zweifellos ungewohnt, für Advent fast schon ein wenig zu rhythmisch - ungewohnt halt, aber nicht minder schön. Ehefrau Marion Andersons mischte sich dann - als Überraschungsgast - mit dem Saxofon immer wieder ins Ensemble ihres Mannes.

Der erste Teil des Konzertes war noch etwas sommerlich angehaucht. Dann erinnerten besinnliche, etwas leisere Töne fast schon wieder ein wenig an den Advent. Leicht und weich rollten die Schlägel über die Marimbaphone. Stimmungsvolle Passagen und zur Adventszeit passende Texte verlas der Pfarrgemeinderatssprecher am Ambo. Von oben erklang Johann Sebastian Bachs Prelude und Fuge. Die Kirchenorgel sorgte für eine längere Atempause. Das Stück wurde meisterhaft vorgetragen - aber nicht von einem erfahrenen Musiker, sondern vom Tirschenreuther Organist Joel Münch, der noch nicht einmal zehn Lenze zählt. Seinen Namen wird man sich wohl merken müssen. Ein wenig schüchtern nahm er sowohl den wohlverdienten Applaus als auch das kleine Präsent entgegen.

Der Vormittag war trotz des ungewöhnlichen Programms ein wahrer Leckerbissen. "Wir haben das Jahr ungewöhnlich begonnen und haben es heute ungewöhnlich ausklingen lassen", bedankte sich der Geschäftsführer der Akademie Steinwald-Fichtelgebirge, Michael Grünwald, nicht nur bei den Besuchern, sondern auch bei den Musikern, die hoffentlich nicht zum letzten Mal in der Oberpfalz zu Gast waren.
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