Sie atmet den Geist alter Burgen

Rund 6,5 Millionen Euro kostet die Sanierung von Burg Falkenberg. Darin enthalten ist der Neubau eines großzügigen Tagungszentrums (rechts unten) in der Schwaige. Die Räume mit Hightech-Ausstattung bieten einmal Platz für rund 140 Gäste und sind vielfältig nutzbar. Bild: hd
Lokales
Falkenberg
27.09.2014
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"Die Arbeiten bringen immer wieder Überraschungen mit sich", erzählt Peter Brückner. Das bringt den Architekten aber auch auf neue Ideen, die in die Sanierung von Burg Falkenberg einfließen. "Eine spannende Aufgabe, der wir uns gerne stellen."

Peter Brückner und sein Mitarbeiter Falk Leopold schätzen die Herausforderung. Eine der Besonderheiten: Es ist eigentlich keine "alte Burg". Und das meint Peter Brückner sowohl wörtlich, als auch im übertragenen Sinn. Die Substanz sei beachtlich. Der Tirschenreuther Architekt klärt auf: "Die Burg, wie sie heute dasteht, ist ja nur ein paar Jahrzehnte alt." Aber sie atme den Geist alter Burgen.

Steinbruch

Die "Wurzeln" gründen irgendwo im siebten und achten Jahrhundert. Burg Falkenberg verfiel, wurde lange als Steinbruch genutzt, bis der Denkmalschutz Sicherungsmaßnahmen anordnete. Friedrich-Werner Graf von der Schulenburg wurde in den 1930er Jahren auf das Gemäuer aufmerksam. Der langjährige deutsche Botschafter suchte einen Altersruhesitz - am Schnittpunkt zwischen Ost und West. Brückner: "Der Graf hat sich regelrecht in die Burg verliebt." Das zeige sich auch in der Qualität, mit der er die Burg wieder aufbauen ließ. "Da gab es Heizung, Strom und einen Speiseaufzug." Und wer Peter Brückner zuhört, merkt schnell, dass auch er sich in dieses historische Gemäuer verguckt hat. Ein imposantes Bauwerk - erstanden aus Ruinen. Erweckt aus dem Dornröschenschlaf. Erneut "wachküssen" will nun die Marktgemeinde Falkenberg das Gemäuer. Die Tirschenreuther Architekten hauchen der Burg neues Leben ein.

Scherenschnitt

Einiges vom Konzept plaudern Brückner und Leopold im Gespräch mit unserer Zeitung bereits aus. So begrüßt einmal ein Bild von der einstigen Ruine den Besucher. An der Stelle, an der früher eine Zugbrücke ungebetenen Gästen den Zutritt erschwerte, lässt Peter Brückner ein erinnerndes Stahlelement einsetzen. Und dann kommt der Graf persönlich - als Scherenschnitt. Ein Motiv, das immer wieder auftaucht und den Besucher durch die Burg geleitet.

Besonders beeindruckend: lebensgroße Bilder von Friedrich-Werner Graf von der Schulenburg. Eine Zeitleiste informiert über sein Leben, Dokumente über sein Wirken. In einer Vitrine finden sich persönliche Gegenstände des Widerstandskämpfers, der von den Nazis in Berlin-Plötzensee hingerichtet wurde. Eine Landkarte zeigt Stationen des Botschafters. Nicht fehlen dürfen im Museum natürlich Informationen zur Burggeschichte. Multimediapräsentationen lassen einen Burgbesuch zum Erlebnis für Jung und Alt werden, verspricht Falk Leopold.

Geschichte lesbar machen

Die Umsetzung nennt Peter Brückner eine faszinierende Aufgabe. Wissensvermittlung "in einem uralten Gebäude, das doch relativ neu ist". Auch in den weiteren Bereichen der Burg, die Übernachtungsmöglichkeiten bieten wird, "wollen wir den Baustein Geschichte architektonisch sichtbar machen". Brückner ergänzt: "Für den Besucher erlebbar und an den Wänden lesbar." Viele Details fügten sich zu einem großen Ganzen - "architektonische Intarsien aus verschiedensten Materialien".
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