Tief in der Region verwurzelt

Bürgermeister Herbert Bauer (Mitte) und die IGZ Geschäftsführer Wolfgang Gropengießer (links) und Johann Zrenner (rechts) haben allen Grund zum Strahlen.
Lokales
Falkenberg
19.07.2015
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Die "IGZ Logistics + IT" zählt über 350 weltweit tätige Unternehmen und Großkonzerne aus ganz Europa zu ihren Kunden. Vor 16 Jahren startete das Unternehmen in einer Scheune. Am Freitag wurde die Softwarescheune 4.0 eingeweiht.

"Das hat man davon, wenn man dem katholischen Kollegen das Grußwort überlässt, das war ja schon die Predigt", scherzte der evangelische Pfarrer Ralph Knoblauch bei der Segnung der neuen IGZ-Softwarescheune 4.0 am Freitagnachmittag.

Zuvor hatte Pfarrer Max Früchtl aus Wiesau auf seine bekannte, ein wenig an amerikanische Prediger erinnernde Weise, die Leute im Festzelt zum Gesang animiert. Ausgenommen die Fünf, die sich vorher gemeldet hatten, als er fragte: "Wer kann nicht singen?" Er bewies damit einmal mehr, dass althergebrachte kirchliche Zeremonien, an den Zeitgeist angepasst, die Menschen sehr schnell mitreißen und begeistern. Damit das nicht falsch verstanden wird. Der Geistliche zog keine Show ab, wahrte selbstverständlich die gebührende Ernsthaftigkeit des Rituals, aber halt ein wenig freudiger als das allgemein üblich ist. Als dritter Geistlicher verlas der Falkenberger Pfarrvikar, Pater Stephan Pocrail die Fürbitten.

Gründung in Scheune

Die Moderation im klimatisierten Festzelt teilten sich die beiden Geschäftsführer und Brüder Wolfgang Gropengießer und Johann Zrenner, die die "IGZ Logistics + IT" vor 16 Jahren in einer ehemaligen landwirtschaftlichen Scheune ins Leben riefen. Damals wohl nicht ahnend, welche Dimensionen das Unternehmen in kurzer Zeit annehmen würde.

Die Einweihungsfeier war eine äußerst regionale Angelegenheit. Das begann mit der Parkplatzeinweisung durch die örtliche Feuerwehr und endete mit einem musikalischen Beitrag des Künstlers Jeff Beer, der im Nachbardorf Gumpen lebt. Die ersten eineinviertel Stunden hatten die zahlreichen Gäste die Gelegenheit, geführt vom Personal, das Unternehmen in seiner ganzen Größe kennenzulernen. Besonders beeindruckt waren die Teilnehmer vom Betriebsrestaurant und der hauseigenen Zoiglstube. Beides Annehmlichkeiten, die es so wohl nicht oft in einer Firma dieser Größe gibt. Im Festzelt begrüßten die Blaskapelle und Wolfgang Gropengießer die Gäste. Die Schlüssel für das neue Gebäude übergaben die Architekten Peter und Christian Brückner. Sie sind wie die IGZ-Geschäftsführer ebenfalls Brüder und in ihrem Metier sehr erfolgreich unterwegs. Ein Redner vermutete, dass dies möglicherweise auch daran läge, dass Blut eben dicker als Wasser sei und der Erfolg damit zusammenhängen könnte.

Analoger Schlüssel

Beim symbolischen Schlüssel hatten sich die Architekten einmal mehr etwas ganz Besonderes ausgedacht. Ein Schlüssel, der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft symbolisch zeigen sollte, musste es sein. "Schwierig in einer Digitalschmiede einen analogen Schlüssel anzufertigen, der diese Aussagen in sich trägt", gestand Peter Brückner. Wohl aus dem Grund fiel der Schlüssel etwas größer aus und hat als Bestandteil einen Regulator.

Alle fünf Jahre

Auch der Erbendorfer Bürgermeister Hans Donko war unter den Festgästen. An den Standorten Falkenberg und Erbendorf hat die IGZ in den vergangenen zwei Jahren knapp zehn Millionen Euro investiert. Stellvertretender Landrat Dr. Alfred Scheidler unterstrich, dass der Landkreis stolz darauf sei, ein Unternehmen dieser Größenordnung vorweisen zu können. Er spielte auf den Fünfjahrerhythmus an, in dem die Firma bisher ihre Gebäude erweitert hat und meinte: "Wenn ihr das so beibehaltet, seid ihr 2050 in Wiesau angekommen."

Zwei Lichttafeln

Am Freitag wurde in Falkenberg die Softwarescheune 4.0 der IGZ eingeweiht. Bilder: Norbert Grüner

Landtagsabgeordneter Tobias Reiß war ebenfalls voll des Lobes für das Unternehmen und hatte eine Videobotschaft des Heimatministers Markus Söder mitgebracht, der die IGZ und seine Leitung zu ihren Erfolgen gratulierte. Der Falkenberger Bürgermeister Herbert Bauer und Ewald Weber als Vertreter des Generalunternehmens, der Franz Kassecker GmbH in Waldsassen, hatten beide die gleiche Idee verwirklicht, was das passende Geschenk anbelangt. Die Lichttafeln der Glasfabrik Lamberts aus Waldsassen unterschieden sich aber nicht nur vom Motiv (alle sind ja Unikate). Die des Generalunternehmers war gleich auf dem entsprechenden Leuchtkasten montiert.

Florian Rieder von der IHK Regensburg war nicht nur von der IGZ beeindruckt. Man käme schnell ins Schwärmen, wenn man, rein von der Wirtschaftskraft her betrachtet, diese Region mit zahlreichen Global Playern genauer ansehe. Der international renommierte Künstler Jeff Beer, ist "quasi" der Hauskünstler der IGZ. Wie bereits zu den anderen Softwarescheunen hat er auch für die neue ein Kunstwerk aus Stahl geschaffen. Beim Festakt erläuterte er die Werke und spielte eine Eigenkomposition auf dem Marimbaphon.
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