Viele Baustellen auf der Baustelle

Wer eine große Burg hat, hat auch große Sorgen. Bürgermeister Herbert Bauer hofft, dass er spätestens am 13. November alle los ist. Bild: hd
Lokales
Falkenberg
01.10.2015
5
0
 
Auflagen des Brandschutzes machen eine Nachbehandlung der historischen Innentüren der Burg notwendig. Ein Ausgabeposten, den der Markt Falkenberg zusätzlich auf die Rechnung gesetzt bekommt. Bild: hd

Luft anhalten und dann kräftig durchatmen. Es gibt (wieder einmal) Komplikationen auf der Großbaustelle Burg Falkenberg. Bürgermeister Herbert Bauer und den Bauarbeitern sitzt die Zeit im Nacken.

"Bis zum 13. November müssen wir fertig sein", schnauft Herbert Bauer. Denn da kommt Ministerpräsident Horst Seehofer nach Falkenberg. Doch bis zur Einweihungsfeier auf Burg Falkenberg ist noch eine Menge zu tun. Und da sind sechs Wochen nicht viel.

Herbert Bauer gesteht im Gespräch mit unserer Zeitung, dass er schon besser geschlafen hat. Er wird derzeit sehr früh wach. "Da geht einem viel durch den Kopf. Ist dies oder das überhaupt zu schaffen?" Zwischen den unruhigen Nächten liegen mit Gesprächen und Verhandlungen vollgepackte Tage. "Ich fühle mich für das Gelingen der Burgsanierung verantwortlich." Der Bürgermeister bleibt zuversichtlich. "Wir wollen Ministerpräsident Horst Seehofer keine Baustelle zeigen. Das wäre eine Blamage."

"Das verstehe, wer will"

Wenn derzeit das Wort Brandschutz fällt, bekommt Herbert Bauer ein glutrotes Gesicht. So manche Auflage lässt ihn den Kopf schütteln. "Das verstehe, wer will. Ich nicht." An Beispielen kann er einige auflisten. So mussten wie in der Burgkapelle mehrere alte, schmucke Holzdecken mit viel Feingefühl zerlegt und demontiert werden. Nachdem eine Gipskartondecke eingezogen war, durften die Bretter und Balken wieder aufgeschraubt werden.

Bauer erzählt das, wird aber vom Lärmen der Presslufthämmer aus einem Treppenhaus, das durch den Burgfelsen führt, unterbrochen. Der Aufzugschacht ist längst gebohrt und gesprengt, die Fluchttreppe montiert. Doch jetzt sind "Nacharbeiten" am Granit nötig. Bürgermeister Bauer: "Die Auflagen des Brandschutzes verlangen, dass der Fluchtweg mindestens 1,20 Meter breit ist." Die Vorgaben in Verbindung mit dem Feuerschutz schlagen laut Herbert Bauer mit rund 1,5 Millionen Euro zu Buche. Darin eingeschlossen sind beispielsweise die Ausgaben für die Spezialbehandlung der massiven historischen Holztüren. "Auch die müssen den aktuellen Brandschutzvorschriften genügen."

Besondere Sorge bereiten dem Bürgermeister derzeit die Trockenbauarbeiten. "Da sind wir in Verzug." Freilich räumt er ein, dass die Arbeiten knifflig sind. "Das sind keine Zimmer von der Stange. Da ist jedes individuell." Der Druck sei enorm. "Denn Fördergelder bekommen wir nur für das, was rechtzeitig abgerechnet ist." Spätestens Ende November müssen die Rechnungen bei der Regierung vorliegen, Ende Dezember - von der Regierung geprüft in München. Grundsätzlich sei die Förderquote "in Ordnung". Bei Kosten von rund 8 Millionen Euro sei Falkenberg mit einem Eigenanteil von 1,2 bis 1,4 Millionen Euro dabei.

Kein Antrag verfügbar

Ein Riesenproblem nennt der Bürgermeister die Förderung aus dem Programm Leader. Für die Förderperiode 2014 bis 2020 sei im August 2015 noch kein Antrag verfügbar gewesen. Jetzt habe Falkenberg zwar einen. "Aber wir brauchen doch einen Bescheid, dass wir für 170.000 Euro das lose Mobiliar bestellen können." Deshalb werde es mit Blick auf den Einweihungstermin eng. Spätestens dann hofft Herbert Bauer wieder befreit durchschnaufen zu können.
Weitere Beiträge zu den Themen: Lea (13792)Oktober 2015 (8435)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.