Zwei Mal täglich macht es "puff"

Blick ins historische Falkenberger Brauhaus. Den haben nach der Fertigstellung des Tagungszentrums Gäste über ein Fenster im Obergeschoss. Tagungsteilnehmer können in den Pausen beim Zoiglbrauen zuschauen. Das Veranstaltungsgebäude in der Schwaige entsteht im Zuge der Revitalisierung von Burg Falkenberg. Bild: hd
Lokales
Falkenberg
22.01.2015
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Nein, Kühe und Häuser fallen nicht um. Denn die österreichischen Tunnelbauer haben alles richtig gemacht. Sie sprengen einen Schacht in den Falkenberger Burgfelsen.

Stetes Sprengen höhlt den Stein unter der Falkenberger Burg. Dazwischen wird gebohrt. In zwei Schichten. Tag und Nacht - bis Ende Januar. Zwei Mal am Tag rumst es gewaltig - macht es "puff". Sprengladungen lassen den Granitfelsen abplatzen und nach unten plumpsen. Langsam weitet sich der über 20 Meter tiefe Schacht, der einmal Treppe und Aufzug aufnimmt.

Die Zeit drängt. Im Februar will Bürgermeister Herbert Bauer die Arbeiten für Aufzug und Treppe ausschreiben lassen. Bis dahin müssen die Tunnelbauer fertig sein. Deshalb auch die nächtlichen Bohr-Schichten, was natürlich im Umfeld der Burg zu Lärm führt. Dafür entschuldigen sich der Bürgermeister und die beiden Burgbeauftragten Matthias Grundler und Roland Schraml.

Spendenaufruf

Rund 7,3 Millionen Euro sind verbaut, wenn die Burg heuer im Oktober nach umfassender Sanierung wieder öffnet. Zum Festakt hat sich Ministerpräsident Horst Seehofer angesagt. Doch bis dahin ist noch viel zu tun. Und dafür brauchen Herbert Bauer und die Burgbeauftragten Fördermittel und Spenden. Unter anderem haben sie ein Faltblatt entwickelt und bitten um Unterstützung. So könne die Vision Realität werden. Grundler: "Die Revitalisierung der Burg, die 2013 von der Bundesregierung als national bedeutsam eingestuft wurde, ist für die kleine Marktgemeinde Falkenberg eine Jahrhundertaufgabe und gleichzeitig ein Leuchtturmprojekt für die gesamte Oberpfalz."

Gebraucht werde das Geld vor allem für die Ausstattung, die nicht förderfähig sei. Denn neben dem Museumsbetrieb sollen Tagungen und Konferenzen das Leben auf der Burg bereichern. Roland Schraml und Matthias Grundler informieren am Mittwoch: "Neben der großartigen Förderung des Bauwerks durch viele staatliche Stellen sind wir in erheblichem Maße auf Spenden angewiesen." Dabei seien die Formen der Unterstützung vielfältig: Möglich seien eine einmalige Geldspende oder eine jährliche Förderung. Symbolisch könnten Spender auch Treppenstufen für je 500 Euro kaufen. Grundler: "Damit baut man augenfällig an der Burg mit." Die Namen der Spender von Treppenstufen würden auf einer Tafel im Aufgangsbereich angebracht, ergänzt Bürgermeister Herbert Bauer. Unterstützen könnten Bürger und Firmen das Projekt Burg auch über eine Mitgliedschaft im "Forum Falkenberg - Freunde der Burg".

Geld aus Moskau

Herbert Bauers Appell: "Erfüllen Sie die Botschaft der Burg Falkenberg mit Leben." Eine Bitte, die bereits gehört wurde. Bauer berichtet von einigen positiven Rückmeldungen. "Auch von Leuten, die ich eigentlich nicht auf dem Schirm hatte." Besonders freut ihn eine E-Mail aus Russland. Die Rudomino-Bibliothek will 500 Euro für eine Treppenstufe geben. "Das ist angesichts der aktuellen Spannungen zwischen Russland und Deutschland eine tolle Sache", hebt Herbert Bauer hervor, der 2009 ein Symposium an der größten russischen Bibliothek für ausländische Literatur besuchte.
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