Integration der Asylbewerber verbessern
Debatte um Koordinator

Wir haben ein Wirrwarr beim Bildungsangebot. Das ist ein Geschäft. - Bernd Sommer
Politik
Falkenberg
11.05.2016
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Die Notwendigkeit der Stelle war unbestritten. Ein "Bildungskoordinator für Neuzugewanderte" soll die Integration der Asylbewerber verbessern helfen. Dennoch gab es im Kreisausschuss Streit zu diesem Thema.

"Es geht um die Koordination der Bildungsangebote für Flüchtlinge, die Vernetzung der lokalen Helfer und eine Bündelung der Kräfte", schilderte Landrat Wolfgang Lippert die Ziele. Das Bundesbildungsministerium fördere eine entsprechende Vollzeitstelle für zwei Jahre zu 100 Prozent. Einen entsprechenden Antrag habe der Landkreis gestellt. Die Stelle solle bei der Volkshochschule des Landkreises angesiedelt werden, hieß es in der Vorlage der Verwaltung. Damit war Bernd Sommer (CSU) überhaupt nicht einverstanden. Er sah seinen schon vor Monaten gestellten Antrag nicht berücksichtigt, die Vorarbeit der Stadt Waldsassen zu nutzen. "Wir haben als einzige Kommune eine Teilzeitstelle für die Flüchtlingsintegration eingerichtet", sagte der Bürgermeister. Die Kraft sei eingearbeitet, schlug er die Aufteilung in zwei Teilzeitstellen vor - etwa für den östlichen und den westlichen Landkreis. Die Federführung der Volkshochschule in dieser Angelegenheit sah Sommer wegen der Konkurrenz der Bildungsträger ebenfalls kritisch. "Wir haben ein Wirrwarr beim Bildungsangebot. Das ist ein Geschäft. Jeder versucht, seine Kurse voll zu bekommen."

Erst Bären erlegen


Der Landrat wollte prüfen lassen, ob eine Aufteilung in zwei Stellen möglich ist. Allerdings könne es nicht sein, dass Waldsassen über die Förderung günstig zu Personal komme und alle anderen Gemeinden schauten in die Röhre: "Das wäre nicht fair." Das brachte wiederum Bernd Sommer auf, der seine Stadt in der Betreuung der Asylbewerber alleingelassen sah. Jetzt gebe es über das Bundesprogramm eine Chance zur Kostendeckung. "Wenn man so mit den Kommunen umgeht, die helfen wollen, wird es künftig nur noch Kommunen wie Waldershof geben", spielte er auf den Widerstand dieser Stadt gegen eine größere Gemeinschaftsunterkunft an. "Wir müssen erst den Bären erlegen und die Stelle des Koordinators bewilligt bekommen", verteidigte Landrat Lippert sein Vorgehen. In der anschließenden Diskussion wurde deutlich, dass die Idee einer Zweiteilung auf fruchtbaren Boden fiel.

"Wir könnten versuchen, eine Kraft im Raum Kemnath anzusiedeln", schlug Rainer Fischer (SPD) vor. Auch Toni Dutz (CSU) hielt das in einem Flächenlandkreis wie Tirschenreuth für sinnvoll. Günter Kopp (Zukunftsliste) und Hans Klupp (Freie Wähler) konnten sich ebenfalls damit anfreunden. Klupp hielt auch die Überlegung, die Stelle aus Konkurrenzgründen nicht bei der Volkshochschule anzusiedeln, sondern bei den Kommunen, für sinnvoll.

Laut Beschlussvorlage der Verwaltung wäre die Einrichtung einer Koordinatorenstelle ab September 2016 machbar. Eine endgültige Bewilligung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung liege noch nicht vor.

Wir haben ein Wirrwarr beim Bildungsangebot. Das ist ein Geschäft.Bernd Sommer
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