Am optimalen Klang feilen

Sorgfältig prüft Orgelbauer Markus Bäumler jedes einzelne Teil, kennzeichnet es mit einem Etikett, um es anschließend zu katalogisieren. In seiner Weidener Fachwerkstätte wird die Falkenberger Orgel schließlich aufwendig saniert. Bild: wro
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Falkenberg
09.09.2016
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"Von außen sieht sie noch recht passabel aus. Näher betrachtet weist sie aber doch Mängel auf", kommentiert Markus Bäumler den Zustand der Falkenberger Kirchenorgel. Der Weidener Orgelbauer ist mit der Sanierung betraut. Eine Menge Arbeit.

Albert Zrenner hat derzeit viel um die Ohren. Die Sanierung der Friedhofskapelle befindet sich in der heißen Phase. Erst kürzlich mussten sich die Falkenberger Katholiken von ihrem geschätzten Pater Stephan verabschieden. "Die Hektik lässt nicht nach", sagt der Falkenberger Kirchenpfleger mit einem leichten Schulterzucken.

Im Kirchenschiff herrscht emsiges Treiben. Unter der Aufsicht von Markus Bäumler hat man damit begonnen, die Kirchenorgel in ihre Einzelteile zu zerlegen. Immer wieder eilen Bäumlers Helfer nach oben, um die bereits transportfertigen "Mosaiksteinchen" abzuholen und nach unten zu tragen. Behutsam stellen sie die Orgelpfeifen der Reihe nach im Kirchenschiff ab. Sorgfältig prüft der Weidener Orgelbauer jedes einzelne Stück, kennzeichnet die Bauteile mit Klebeetiketten, dann misst er nocheinmal nach. Viele ähnliche Projekte habe er bereits betreut, erzählt er, ohne dabei aufzuschauen. Penibel katalogisiert er jedes vor ihm liegende Stück. Dann wird der sorgfältig gekennzeichnete "Orgelbaukasten" in den Transporter verladen, um ihn in die Werkstatt sicher nach Weiden zu bringen. Dort will man das Instrument weitestgehend auf den technischen Stand einer neuen Kirchenorgel bringen, erklärt der Fachmann.

Das 1979 von Guido Nenninger unter der Vorgabe "kostengünstig" gebaute Instrument ist im Laufe der Zeit ein wenig in die Jahre gekommen. Teile der bereits bestehenden Kirchenorgel - vor allem die Holzpfeifen - wurden seinerzeit (um Kosten zu sparen) einfach wiederverwendet. Als vor rund neun Jahren das Kircheninnere saniert werden musste, beschränkte man sich bei der Orgel nur auf das Notwendigste. Ein wesentlicher Grund dafür sei gewesen, dass man das Risiko einer zu hohen Kostenüberschreitung vermeiden wollte, erinnert der Kirchenpfleger. "Seinerzeit war bereits vorgesehen, zeitnah eine umfangreiche Sanierung der Orgel in Angriff zu nehmen." Mit den Planungen dafür befasse man sich bereits seit zwei Jahren. Selbstverständlich habe man auch den Rat eines Sachverständigen eingeholt.

Gutachten


Albert Zrenner konkretisiert die Zusammenarbeit durch entsprechende Fakten und Zahlen: In seinem umfangreichen Gutachten kam Gerhard Siegel, der Orgelsachverständige der Diözese, zum Ergebnis, dass eine grundlegende Verbesserung nur durch einen Neubau möglich sei. Die Kosten dafür: 400 000 Euro. Die tiefgreifende Überholung veranschlagte man immer noch auf rund 120 000 Euro. Siegels Berechnungen für eine minimale Lösung lagen bei gut 20 000 Euro. Die Option Anschaffung einer neuen elektronischen Orgel - so Zrenner weiter - wurde jedoch wieder verworfen. Im Gremium eine Entscheidung zu finden, sei nicht leicht gewesen. "Einvernehmlich sprachen wir uns schließlich dafür aus, die Kirchenorgel wieder in ihren optimalen Zustand zu versetzen." Zrenner fügt hinzu: "Nach Rücksprache mit der Bischöflichen Finanzkammer wurde uns auch ein Zuschuss in Höhe von 40 Prozent in Aussicht gestellt. Nach weiterer eingehender Beratung haben wir uns dann dafür ausgesprochen, die tiefgreifende Überholung in die Tat umzusetzen."

Bereits im Mai dieses Jahres begann Markus Bäumler mit den Vorarbeiten. Das Auftragsvolumen der an Bäumler übertragenen Orgelsanierung beziffert Albert Zrenner auf "knapp unter 140 000 Euro".

Die Hektik lässt nicht nach.Albert Zrenner
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