Bierseminar beim Forum Falkenberg
Genüsslicher Unterricht

Das Bierseminar leitete Diplom-Ingenieurin Julia Steiner vom Wissenschaftszentrum für Ernährung, Landnutzung und Umwelt der Technischen Universität München in Freising-Weihenstephan. In den mitgebrachten Fläschchen hatte der Gast bekannte Düfte versteckt. Sie galt es "blind" zu erraten. Bild: wro
Vermischtes
Falkenberg
24.06.2016
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Ganz Deutschland feiert in diesen Tagen sein Bier. Nicht nur wegen der bekannten, auch wegen der geringen Zahl an Zutaten erfreut sich das Getränk großer Beliebtheit. Auch bei den Falkenbergern.

Vor 500 Jahren wurde die älteste Lebensmittelverordnung verkündet. Der Originaltext der später als "Reinheitsgebot" bekannten Rezeptur ist erhalten geblieben, ein wenig umständlich beschreibt er den Stolz der deutschen Bierbrauer.

Eine interessante sensorische Reise quer durch die Bierwelt unternahmen die Teilnehmer am Falkenberger Bierseminar im neuen Tagungszentrum. Charmante "Reiseleiterin" war die an der TU München bzw. Weihenstephan tätige wissenschaftliche Mitarbeiterin Julia Steiner. Als Belohnung fürs aufmerksame Ausharren inmitten "grauer" Theorie, winkte eine abschließende Bierprobe. Eine deftige Brotzeit hatte man freilich auch vorbereitet. Letztere musste jedoch noch etwas warten. Ein bisschen Geduld war an diesem bierhaltigen Seminar nämlich schon nötig; als Durstlöscher standen zunächst nur Mineralwasserflaschen auf den Tischen.

Gut eine Stunde lang referierte die Fachfrau aus Weihenstephan über die bekannten Zutaten des beliebten Gebräus. Die Vielfalt der Biersorten, auch die Herstellungsmethoden bildeten den Auftakt eines informativen Abends rund um das Bier und sein Reinheitsgebot, das wohl deshalb eingeführt wurde, weil man damals mit den Zutaten alles andere als sorgfältig umzugehen pflegte. So erfuhren die Teilnehmer, darunter auch MdB Uli Grötsch, was man unter Hopfenstopfen versteht, was Stammwürze, unter- und obergärig bedeutet. Und auch weshalb das Bier aus Bayern ein wenig anders schmeckt, als der goldgelbe Gerstensaft aus der Biermetropole Dortmund.

Gefragt durfte auch werden. Dabei musste auch eine Diplomingenieurin wie Julia Steiner beim Rätsel nach der Verwendung der männlichen oder weiblichen Hopfendolden leicht passen. Einen guten Riecher brauchte man, um erkennen zu können, welche Aromen in den mitgebrachten kleinen Fläschchen verborgen waren. Anis, Gewürznelken oder Butter riechen im Blindtest offenbar ein klein wenig anders als in den heimischen Küchen, stellten manche Teilnehmer verblüfft fest. In diesem anschließenden und spannendsten Teil des Bierseminarabends war nämlich aktives Mitmachen gefragt. Riechen, schmecken und genießen wurde schließlich zum erwartet gemütlichen, vor allem aber genüsslichen Schlussteil unterhaltsamer Unterrichtsstunden.

Wie bei solch einer Veranstaltung üblich hatte Steiner auch Kostproben aus den Weihenstephaner Laboren, aber auch aus dem Sudkessel der Staatsbrauerei im Gepäck. Vorsichtig eingeschenkt genoss man nicht nur den starken "Vitus Weizenbock", auch die verschiedensten Abarten des als "Helles" oder "Pils" bekannten Gebräus. Der leichte Abgang eines mit Rotwein- und Weißbierhefe vergorenen Bieres mit dem geheimnisvollen Namen "Galaxy" sorgte bei den Seminargaumen dann doch für eine kleine Überraschung. Das "Karpfenquartett" spielte kräftig auf, zur Freude aller Gäste hatte Bürgermeister Herbert Bauer auch einige Fässchen Falkenberger Zoigl - gestiftet von den Wirten - im Kofferraum verstaut.
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