Falkenberger Burgschauspieler spielen "Die Junggesellensteuer"
Ein charmantes Schlitzohr

Brautschau bei den Ranhofers. Bauer Peter (Gerhard Braun, rechts) und seine Töchter Rosl (Patricia Mark, Zweite von links) und Susi (Maria Haberkorn, Zweite von rechts) sind fasziniert von der Beschreibung der künftigen Bräutigame. Franzl (Christoph Meier, links) darf erst heiraten, wenn die beiden Schwestern unter der Haube sind. Bilder: wro
Vermischtes
Falkenberg
28.12.2015
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Susi (Maria Haberkorn, rechts) ist glücklich. Sie hat ihren Bräutigam Blasi (Peter Hasenfürter, Mitte) gefunden. Kassian ist sich noch nicht sicher, soll er die schwerhörige Rosl heiraten oder lieber Steuern zahlen. Bild: wro

Da ist guter Rat teuer: Die Regierung hat eine neue Steuer eingeführt und bittet alle Ledigen zur Kasse. Wie man da raus kommt, zeigten die Falkenberger Burgschauspieler - und das äußerst humorvoll. Ein toller Theaterabend.

Falkenberg. Spielleiter Hermann Zeitler ließ es sich nicht nehmen, das Premieren-Publikum am Sonntagabend selbst zu begrüßen. Dass er sich auf diesen Abend freute, merkte man ihm deutlich an. Diesmal hatte er einen alten Klassiker herausgesucht und wochenlang mit seiner Truppe einstudiert. "Die Junggesellensteuer" von Alois Gfall spielt in einer Zeit, in der man die Burschen und Mädchen noch zum Glück zwingen musste. Das war aber nicht einfach: Zeitung habe man keine, Radio auch nicht, erfahren die Besucher von den Protagonisten. Und fürs Briefe schreiben gehe gleich ein ganzer Tag drauf. Aber schließlich gab es ja einen Kuppler. Und das war der Ludl Kert, der von einer neuen Steuer, die nur die Ledigen betrifft, berichtete.

Den schlitzohrigen Ludl spielte Hermann Zeitler. Er verkörperte ihn glaubhaft und ließ den Charakter auf der Bühne aufblühen. Fast meinte man, Zeitler habe sich diesen Ludl selbst ausgedacht und sich die Rolle auf den Leib schreiben lassen. Seine Augen funkelten, wenn er nur in die Nähe seiner Beute kam. Und das waren Cassian Kögl und Blasius Hasenfelder (von Peter Träger und Peter Hasenfürter hervorragend gespielt) sowie Rosl und Susi Ranhofer (Patricia Mark und Maria Haberkorn).

Allerlei Turtelei


Das fünfblättrige Kleeblatt trug das Stück, allen voran immer wieder der Ludl Kert. Ein junges Paar - Ranhofers Sohn Franzl und Kellnerin Kathl - durfte nicht fehlen. Christoph Meier und Corinna Mark nahmen sich dann auch reichlich Zeit zum Turteln. Für die ganz großen Pointen reichte es in diesem jugendlichen Bühnenfach zwar noch nicht ganz, dafür konnten sich die beiden umso öfter in die Arme nehmen und ganz fest drücken. Schnell war klar, wenn sich der Ludl Kert was in den Kopf gesetzt hat, dann führt er das auch aus. Wenn's sein muss, werden die Liebesbriefe seiner "Opfer" von ihm persönlich diktiert. Stilblüten blieben natürlich nicht aus: "Ich hab' jetzt a Gspusi mit der Ranhofer Susi, die lieb ich so treu, wie der Ochse das Heu." Damit die Angebetete auch wusste, von wem das Meisterwerk stammte, hatte Blasi Ludl gebeten, eine Widmung drunter zu setzen: "Gezeichnet Blasius Hasenfelder, derzeit Bräutigam". Apropos Liebesbrief: Kassian, genannt "Kas", hatte auch einen schreiben lassen. Gut, dass die Rosl nur schwerhörig war; lesen konnte sie zumindest. Es war eine Pracht, den Darstellerinnen der Ranhofer-Schwestern beim Spielen zuzuschauen.

Zusatzaufführung


Volksnah spielten sich auch die weiteren Darsteller um Spielleiter Hermann Zeitler in die Herzen. Da verzieh man gerne winzige Versprecher. Die Premieren-Besucher sahen ein spielfreudiges Ensemble, das es verstand, den unwiderstehlichen Humor des Stücks gekonnt auf der Bühne zu zelebrieren. Die weiteren Aufführungen sind längst ausverkauft. Eintrittskarten gibt es zum Preis von sieben Euro bei Hermann Zeitler, Telefon 09637/400, nur noch für die Zusatzaufführung am 3. Januar.

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