Hans Meyer gastiert im Sportforum Falkenberg
Rauswurf nach "dummer Panik"

Bissig, schelmisch und schlagfertig wie man ihn kennt gab sich der frühere Club-Trainer Hans Meyer im Falkenberger Sportforum. Bild: kro
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Falkenberg
08.10.2016
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Zahlreiche geladene Gäste folgten den kurzweiligen Ausführungen von Hans Meyer im Sportforum auf der Burg Falkenberg. Den Kontakt hatte Albert Üblacker (erste Reihe, links) hergestellt. Bild: kro

Hans Meyer dürfte zu den beliebtesten Ostdeutschen in Westdeutschland zählen. Warum er so populär geworden ist, bewies der ehemalige Cheftrainer des 1. FC Nürnberg jetzt mit seiner unnachahmlichen Art und Weise auf der Burg Falkenberg.

Der Mann der klaren Worte gastierte auf Einladung der Schlossbrauerei Friedenfels und des Forums Falkenberg im erstmals veranstalteten Sportforum. Hergestellt hatte den Kontakt der Falkenberger Albert Üblacker, langjähriger Betreuer und Spielleiter beim 1. FC Nürnberg. Dazu bemerkte Hans Meyer, der mit dem Club 2007 den DFB-Pokal holte: "Albert, ich weiß immer noch nicht, was du da für eine Rolle gespielt hast. Du tust so, als wärst du auf meiner Seite?" Meyer weiter: "Fahr einmal eineinhalb Stunden mit dem Albert im Auto, da hast du nachher nichts mehr zu sagen."

Die schwere Aufgabe der Moderation an diesem Abend im Kapitelsaal lag bei Thomas Bärthlein von OTV, dem Meyer mehrmals attestierte: "Sie haben keine Ahnung von Fußball!" Bärthlein nannte den Gast, der im Präsidium von Borussia Mönchengladbach sitzt, seinen Lebensmittelpunkt aber in Nürnberg hat, in der Begrüßung eine "coole Sau". Meyer erwiderte: "Mit Sau kann ich was anfangen, aber mit cool?"

Gelernter Schlosser


Auf die Frage von Bärthlein, ob es stimme, dass manche Journalisten des Senders Sky regelrecht Angst vor ihm hätten, gerät Meyer voll in Fahrt und löst großes Gelächter aus: "Ja, das sind solche, die nachts in den Keller gehen und dabei auch Angst haben, dort könnte einer sein." Auf Bärthleins Hinweis, dass Meyer gelernter Maschinenschlosser sei, stellte dieser klar: "Ich hab' studiert, das ist doch eine Diskriminierung." Dies sei früher in der DDR natürlich normal gewesen. "Ich war ein Intelligenzler." Fußball gespielt habe er früher als Verteidiger: "In der Abwehr landest du normalerweise, wenn du blind bist. Da wirst du nach hinten durchgeschoben."

Als einen seiner Lieblingsspieler beim 1.FC Nürnberg bezeichnete Meyer den aktuellen Trainer der SpVgg Weiden, Tomas Galasek, der auch selbst anwesend war. Doch auch der bekam Meyers Spott ab: "Der Tomas steht zweimal in der Woche vor meiner Haustür und fragt mich, wen er aufstellen soll."

Zu seinem Rauswurf beim Club nach einer Niederlagen-Serie erklärte Meyer: "Dieser Wechsel war einer dummen Panik geschuldet, denn wir hatten eine gute Basis für die Zukunft gelegt. Die Mannschaft hatte einen guten Charakter." Die Feststellung, dass Spieler gegen den Trainer gespielt hätten, ließ er nicht gelten: "Die Spieler wissen genau: Wenn sie verlieren, verlieren auch sie an Wert und Selbstwert." Meyer erinnerte an das legendäre 3:0 des Clubs gegen den FC Bayern. Kurz darauf habe ihn Uli Hoeneß wegen einer ganz anderen Geschichte angerufen. Dies habe er seiner Tochter am Telefon erzählt - und dazugedichtet, dass er womöglich beim FC Bayern unterschreiben werde. Darauf hin habe sie nach einer achtsekündigen Pause gesagt: "Wenn du das tust, schlag ich deine Erbschaft aus." Meyers bissige Feststellung: "Ich habe nicht nur hässliche, sondern auch dumme Kinder." Später relativierte der dreifache Vater und achtfache Opa diese Aussage.

Auf einem guten Weg


Dem FC Bayern zollte er großes Lob: "Das haben sie sich alles erarbeitet." Aber auch bei RB Leipzig werde "Großes aufgebaut". "Das ist doch toll." Meyer gab zu bedenken, dass es auch bei den Bayern große Sponsoren gebe. "Der deutsche Fußball ist auf einem guten Weg", so Meyer beim Blick nach vorne. "Darum brauchen wir uns keine Gedanken machen, auch falls wir bei der WM in Russland nicht Weltmeister werden."

Abschließend schrieb Hans Meyer noch fleißig Autogramme und posierte bereitwillig für Fotos. Sein schelmischer Kommentar dazu: "Es kommt bald Weihnachten, das ist doch ein schönes Weihnachtsgeschenk für Mädels und Frauen."
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