Kirche, Zoigl, Schloss Bellevue

Bundespräsident Joachim Gauck hatte um die 750 Gemeindevertreter nach Berlin eingeladen, den Tag des Grundgesetzes zu feiern. Mit dabei zwei Bürgermeister aus Falkenberg: Herbert Bauer (rechts) aus dem Landkreis Tirschenreuth und Anna Nagl aus dem Landkreis Rottal-Inn in Niederbayern. Bild: privat
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Falkenberg
25.05.2016
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An Treffen mit hochkarätigen Politikern hat der Bürgermeister der kleinsten Landkreis-Gemeinde keinen Mangel. Im November kam Ministerpräsident Horst Seehofer zur Burg-Einweihung. Dann landete eine Einladung des Bundespräsidenten bei Herbert Bauer auf dem Schreibtisch.

Falkenberg/Berlin. Zum "Tag des Grundgesetzes" am 23. Mai hatte Joachim Gauck rund 750 Bürgermeister und Gemeindevertreter aus ganz Deutschland nach Berlin eingeladen. Das Grundgesetz ist seit genau 67 Jahren in Kraft. Der höchste Repräsentant der Bundesrepublik wollte mit dem Empfang den Kommunalpolitikern für ihre ausdauernd gelebte Demokratie danken. Erstmals hatte er so viele Gemeindevertreter auf einmal zu Gast.

Wie kam Herbert Bauer zu dieser Ehre? "Das weiß der liebe Gott", schüttelt der Falkenberger Bürgermeister den Kopf. Er vermutet, dass der Deutsche Städte- und Gemeindebund in irgendeiner Form die Auswahl eingefädelt hat. Fakt ist, dass außer ihm in der Oberpfalz nur zwei Kollegen eine Einladung erhalten haben: Bürgermeisterin Birgit Höcherl aus Schönsee und Bürgermeister Josef Beimler aus Waldthurn.

Mitte April traf die Einladung im Falkenberger Rathaus ein. Für Bauer stand außer Frage, dass er den Termin wahrnimmt - auch wenn er leicht mit einem privaten Großereignis kollidierte. Tochter Barbara hat nämlich am vergangenen Samstag kirchlich geheiratet. Der Trauung in St. Pankratius folgte ein großes Fest beim "Kramer"-Zoiglwirt in Falkenberg. Nach einem Tag Verschnaufpause machten sich die Brauteltern am Montag dann auf nach Berlin. Hedwig Bauer durfte allerdings nicht mit ins Kongresszentrum, wo um 14 Uhr die Festveranstaltung begann. "Joachim Gauck hat 20 Minuten gesprochen", berichtet Herbert Bauer von der gut zweistündigen Feier unter dem Motto "Gelebte Demokratie in den Kommunen".

Engagement gewürdigt


Unter anderem würdigte der Bundespräsident das Engagement in der Flüchtlingskrise. Vor Ort werde oft unter großen Anstrengungen das umgesetzt, was in Bund und Ländern entschieden wird. Bei einer anschließenden Podiumsdiskussion mit Bürgermeistern, Vertretern des Deutschen Städtetages, des Städte- und Gemeindebunds und der Wissenschaft gab es aus den Reihen der Zuhörer, so Herbert Bauer, durchaus auch kritische Anmerkungen. Der Tenor: Viele Ehrenamtliche fühlen sich in ihren Bemühungen alleingelassen von der großen Politik.

"Danach sind wir mit Bussen zum Schloss Bellevue gebracht worden", schildert der Falkenberger Bürgermeister den weiteren Verlauf. Es gab jede Menge Getränke, viele Gelegenheiten zum Gespräch mit den Amtskollegen - und reichlich Fotos. Die direkte Begegnung mit Joachim Gauck fand Bauer sehr spannend, wenngleich der Präsident schon etwas angespannt gewirkt habe: Kein Wunder bei Hunderten von Besuchern, von denen jeder ein Bild mit dem Gastgeber haben will.

Nach einer Übernachtung im Hotel - wie die Anreise übrigens selbst bezahlt - machte sich das Ehepaar Bauer am Dienstag langsam wieder auf den Heimweg. "Das war schon sehr interessant", fasst der ehrenamtliche Bürgermeister seine Eindrücke aus Berlin zusammen. Aber jetzt spielt wieder die Kommunalpolitik die erste Geige. Nicht zuletzt die revitalisierte Burg verlangt der kleinen Kommune einiges ab. Und das nächste Familienfest will auch schon geplant sein: Im Sommer heiratet Bauers ältester Sohn Johannes.
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