Landrat verabschiedet amerikanische Jugendliche
„Vergesst unser Land nicht“

Die amerikanischen und die deutschen Jugendlichen auf der Burg Falkenberg mit Landrat Wolfgang Lippert (links), Falkenbergs Bürgermeister Herbert Bauer (Zweiter von links), Peter Gold und den Betreuern. Bild: kro
Vermischtes
Falkenberg
08.08.2016
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Mit einer "Farewell-Party" auf der Burg Falkenberg endete der diesjährige deutsch-amerikanische Jugendaustausch. Da gab's viel zu erzählen.

Auch ein kleines Jubiläum war heuer zu feiern. Denn dieser Jugendaustausch mit Santa Fe Springs besteht seit nunmehr 30 Jahren und fand heuer zum 25. Male statt. Die sieben Jugendlichen und drei Betreuer aus dem sonnigen Kalifornien sind nach dem knapp dreiwöchigen Aufenthalt im Landkreis wieder in die USA zurück geflogen, die zehn Teilnehmer und zwei Betreuer aus dem Landkreis zum Gegenbesuch aufgebrochen.

Musikalisch wurde die Party von einer Jazz-Combo der Kreismusikschule umrahmt. Jugendpflegerin Sabine Bauer hieß die Jugendlichen und Gastfamilien Gäste willkommen. Anschließend wurden in einem rund zwölfminütigen Film viele Sequenzen der turbulenten Besuchstage gezeigt. Es waren Bilder und kleine Filme, die allesamt mit dem Handy aufgenommen worden waren. Das Jugendmedienzentrum T1 mit Philipp Reich hat dann daraus einen Film erstellt.

Landrat Wolfgang Lippert freute sich, dass es immer noch eine große Resonanz für diesen Austausch gibt. Er verwies auf viele Freundschaften, die im Laufe der Jahre dadurch entstanden seien und immer noch andauern. Mittlerweile nähmen schon Kinder an diesem Austausch teil, deren Eltern schon dabei waren. Als den Gründungsvater dieses Austausches bezeichnete er Karl Herlt, der im vergangenen Jahr verstorben ist und noch 2014 selbst mit dabei gewesen war.

Der Landrat erinnerte an zum Teil sehr turbulente Wochen. So etwa der Verlust von Cathys Handtasche, die ein minderjähriger Flüchtling gefunden und wohlbehalten zurückgegeben hatte. Neben den vielen interessanten Ausflügen gab es aber auch Dramatisches. So war die Delegation an dem Tag in München, als dieser schreckliche Amoklauf passierte. Klar, dass sich die amerikanischen Eltern Sorgen um ihre Kinder gemacht hatten.

Lippert verwies darauf, dass die aktuelle Lage in Deutschland die Gesellschaft bedrücke, ja die Gesellschaft daran leide. "Dennoch dürfen wir uns nicht einsperren, denn genau dies wollen die Täter." An die deutschen Austausch-Jugendlichen gewandt, freute sich der Landrat: "Toll, dass ihr diese Chance erhaltet". Dieser gegenseitiger Austausch sei auch wichtig zur Persönlichkeitsentwicklung und für das globale Denken sowie für das Interesse an den politischen Zusammenhängen.

Lippert erinnerte daran, dass er im vergangenen Jahr in den USA gewesen war. Am meisten habe ihm dabei die Freundlichkeit der Menschen beeindruckt. Aufgefallen sei ihm auch die Rücksichtnahme im Straßenverkehr. Auf einer Harley sei er rund 200 Kilometer in Amerika gefahren, ein Erlebnis, dass er nie vergessen werde. Andererseits seien ihm aber auch in San Franzisco die vielen Obdachlosen aufgefallen.

Sein Dank galt vor allem Sabine Bauer und Theresia Kunz für die Organisation und Durchführung des Besuchs, ehe er an die amerikanischen Gäste appellierte: "Vergesst unser Land nicht." Damit dies nicht passiert, erhielt jeder der amerikanischen Gäste eine Urkunde zur Erinnerung. Peter Gold, ging auf die Geschichte dieses Jugendaustausches ein, der 1986 ins Leben gerufen worden war. Gold warb für das gegenseitige Verständnis und den Respekt zum Wohle des Friedens auf beiden Kontinenten.
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