Pater Stephan nimmt Abschied
Von Falkenberg nach Falkenberg

Eine große Abschiedsfeier lehnt Pater Stephan ab. "Ich bin leise gekommen und ich werde mich ebenso leise auch wieder aus Falkenberg verabschieden", sagt der bescheidene Seelsorger und bedankt sich bei allen Falkenbergern. Bild: wro
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Falkenberg
16.08.2016
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"Bis zum Tag meines Abschieds erwartet mich noch viel Arbeit." Ans Kofferpacken sei derzeit nicht zu denken. Doch schon bald verlässt Pater Stephan Falkenberg. Sein Nachfolger steht bereits fest und stammt aus Zentralafrika.

"Beim Thema Umzug bin ich noch gar nicht angekommen", gesteht der aus Kerala (Südindien) stammende Pater Stephan Pocrail. Dabei verweist er auf die noch bevorstehenden Termine und freut sich auf die in der Pfarrei Sankt Pankratius geplanten Hochzeiten und Taufen. Darüber hinaus warten auf den beliebten Falkenberger Pfarrvikar noch einige Aufgaben in der Wiesauer Pfarrei Sankt Michael. Für ein paar Tage nämlich hat der 51-Jährige die Urlaubsvertretung für Pfarrer Max Früchtl übernommen. Zum Kofferpacken sei er daher noch nicht gekommen. Zum Nachdenken freilich schon.

Im oberpfälzischen Falkenberg herrscht Abschiedsstimmung, seit bekannt ist, dass Pater Stephan die Marktgemeinde zum 31. August verlässt. Nachfolger des überaus geschätzten und beliebten indischen Priesters ist der aus der Demokratischen Republik Kongo stammende Seelsorger Franklin Mboma Emboni. Der designierte Falkenberger Seelsorger war einige Zeit in seiner afrikanischen Heimat, darüber hinaus acht Jahre lang in der baden-württembergischen Pfarreiengemeinschaft Ehingen tätig.

Nach Niederbayern


"Meine neue Vikarstelle ab September heißt Falkenberg", berichtet Pater Stephan im Gespräch mit unserer Zeitung. Ein Lächeln huscht über sein Gesicht. Denn es war kein Versprecher. "Aber an Zufälle glaube ich nicht", kommentiert Pater Stephan die Namensgleichheit der Orte. Die Vorsehung Gottes habe es wohl so gewollt, dass er von der Falkenberger Pfarrei Sankt Pankratius in der Oberpfalz ins niederbayerische Falkenberg versetzt wird. Mit Pfarrer Klaus Birnthaler habe er bereits nach Eintreffen des Versetzungsschreibens Kontakt aufgenommen. Sankt Laurentius - seine neue Arbeitsstelle - habe er sich auch schon näher angeschaut. "Ich verlasse eine Heimat", fährt Pater Stephan fort und erinnert an seine Zeit in der Oberpfalz: "Falkenberg war meine erste Pfarrstelle. Vorher war ich ,nur' in meiner indischen Heimat seelsorgerisch tätig." Ursprünglich war er für die Pfarrei St. Josef in Rappenbügl vorgesehen. Seitens der Diözese habe man sich wenige Wochen später anders entschieden und ihn dann ins Stiftland geschickt. Seine damaligen Deutschkenntnisse betrachtet Pater Stephan als überschaubar. Nahezu unbedeutend sei auch sein Wissen über die Oberpfälzer Mentalität gewesen. "Der Dialekt machte mir schon zu schaffen", verweist der Herz-Jesu-Pater auf den wohl größten Stolperstein. Nach und nach sei es besser geworden. "Die Falkenberger waren stets nett zu mir, vor allem auch äußerst hilfsbereit." Besonders freute ihn die Gastfreundschaft. "Man ließ mich nie spüren, dass ich ein Fremder war. Ganz im Gegenteil." Pater Stephan fügt hinzu: "Dafür danke ich den Falkenbergern von ganzem Herzen."

Dem Gehorsam verpflichtet, sei für ihn eine Versetzung etwas Selbstverständliches, meint Pater Stephan und zitiert voller Zuversicht eine Stelle im Römerbrief, Kapitel 8, Vers 28: "Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt." Er sei ein hoffnungsvoller Mensch. Natürlich brauche er wieder etwas Zeit, um die neue Umgebung kennen und die Menschen lieben zu lernen. Von einer großen Abschiedsfeier möchte Pater Stephan nichts wissen. "Ich bin leise gekommen und ich werde mich ebenso leise auch wieder verabschieden." Eines aber noch möchte er an seine "Oberpfälzer Schäflein" gerichtet dennoch los werden. Dazu faltet er andächtig die Hände: "Danke, Danke und nochmals Danke, dass ich mit den Menschen hier in Falkenberg lange Zeit arbeiten durfte."

Die Falkenberger waren stets nett zu mir, vor allem auch äußerst hilfsbereit.Pater Stephan


Sohn einfacher Landwirte und gelernter Schmied"Es war Gottes Berufung, dass ich Pfarrer werden sollte", sagt Pater Stephan. Als Ministrant habe er begonnen. Mit sieben Geschwistern wuchs er auf dem elterlichen Bauernhof auf. Arbeit prägte den bescheiden wirkenden und freundlichen Mann: "Als Jugendlicher erlernte ich das Schmiedehandwerk." Ein Bruder - ebenfalls Pfarrer - habe ihn ermutigt, auch Seelsorger zu werden. "Erst habe ich das Eisen, später dann Menschen geschmiedet." Gottes Wege betrachtet der Geistliche als ein großes Geheimnis. "Es sind schöne Wege." Dabei möchte Pater Stephan als Brückenbauer wirken. (wro)
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