Marktanalyst Kornelius Purps von der HypoVereinsbank macht wenig Hoffnung
Mit der Null vor dem Komma

Immer wieder unterhaltsam und informativ: Bereits zum sechsten Mal sprach der Marktanalyst Kornelius Purps (links) beim Unternehmerabend der Hypo-Vereinsbank, rechts der Leiter des Bereichs Firmenkunden Weiden/Amberg, Direktor Christian Eberhardt. Bild: Fütterer
Wirtschaft
Falkenberg
13.05.2016
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Sympathie entfachte die architektonisch voll gelungene Revitalisierung der Burg Falkenberg bei der vorausgehenden Besichtigung; Aufmerksamkeit weckten die kurzweiligen Betrachtungen von Kornelius Purps. Der Marktanalyst der Hypo-Vereinsbank (Unicredit) dämpfte alle Erwartungen auf steigende Zinsen: "Wir haben jetzt gerade mal Halbzeit bei den Null-Zinsen. Wir müssen noch viele Jahre mit der Null vor dem Komma leben." Er tröstete mit einem Blick zurück in die 90er Jahre, wo der Realzins sogar negativ ausgefallen sei - und riet zur Dividenden-Rendite durch Aktien (durchschnittlich 3,24 Prozent im Dax). Schließlich biete sich damit die Chance, am Erfolg der Unternehmen teilzuhaben, mit 11 000 Punkten sei der Dax fair bewertet.

Bei Vorhersagen zur Entwicklung des Dollars zum Euro legte sich Purps Zurückhaltung auf: "Glauben Sie niemals einer Wechselkurs-Prognose." Stattdessen sollten die Unternehmer bei ihren Exporten die Wechselkurs-Risiken "nach allen Regeln der Kunst" absichern. Der eloquente Banker verhehlte nicht seine Sorge um eine "gewisse politische Instabilität" in der Welt. "Griechenland braucht die Anleger allerdings nicht zu bewegen."

Mit ihren bisher (wirkungslosen) Maßnahmen zur Ankurbelung der Inflation in der Euro-Zone sei die EZB "über das Ziel hinausgeschossen". Purps warnte vor einer Monetarisierung der Staatsschulden: "Dies ist langfristig kein Weg, um Vertrauen in den Euro zu gewinnen." In Deutschland selber sei das Wachstum im ersten Quartal 2016 stärker als in den USA ausgefallen. "Uns geht es gut." In den USA - "die wichtigste Weltkonjunktur-Stütze" - gebe es seit 2009 ein durchschnittliches Wachstum von 2 Prozent im Jahr. "Die Konjunktur in den USA brummt zwar nicht, aber sie läuft."

Faule Kredite in China


Vorsichtig äußerte sich Purps zu China. Er führte die hohen Überkapazitäten sowie die "Dynamik und Masse" der faulen Kredite an und fragte: "Hat die KP-Führung den Laden noch im Griff?" Auch in "absehbarer Zeit" rechnet der Marktanalyst mit einem "relativ niedrigem Ölpreis". Wenn durch das dauerhafte (ruinöse) Überangebot von Rohöl einige Anbieter den Markt zwangsweise verlassen müssten, dann werde eines Tages auch das Angebot geringer. Purps sieht eine "Entwarnung" für die nicht ganz unwichtige "Markt-Stimmung" bei einem Preis von rund 60 Dollar für das Barrel Rohöl.
Der Wert der chinesischen Währung nahm in den vergangenen zwei Jahren um sieben Prozent ab: Das schafft der Rubel an einem Nachmittag.Kornelius Purps, Marktanalyst Hypo-Vereinsbank (Unicredit)
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