Netto-Lohn-Optimierung:
Bis zu 150 Euro mehr im Monat

Wirtschaftsjunioren-Sprecher Josef Maier mit den Referenten, den Steuerberatern Christian Gebell und Joachim Keller (von links). Bild: sbü
Wirtschaft
Falkenberg
23.03.2016
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(sbü) Wenn auf dem Arbeitsmarkt die Fachkräfte fehlen, müssen die eigenen Mitarbeiter möglichst eng an den Betrieb gebunden werden. Überraschung: Selbst das Steuerrecht bietet dazu Möglichkeiten. Mit der Nettolohn-Optimierung befassten sich die Wirtschaftsjunioren auf der Burg Falkenberg.

Das Rechenbeispiel am Ende des Vortrags von Steuerberater Christian Gebell offenbarte: Mit sechs Einzelmaßnahmen, die nicht zwingend zusätzliches Geld kosten müssen, bekommt ein Arbeitnehmer mit einem Bruttolohn von 3000 Euro bei Steuerklasse 3 monatlich 150 Euro mehr netto ausbezahlt. Der Betrieb selbst spart dabei in jedem Einzelfall monatlich 45 Euro. Das Beispiel überzeugte die versammelten Unternehmensvertreter, keiner widersprach.

Umwandlung des Gehalts


Zu der Veranstaltung "Nettolohn-Optimierung" begrüßte Wirtschaftsjunioren-Vorstandssprecher Josef Maier die Teilnehmer. Es war eine Lehrstunde für kluge Rechner in Personalbüros. Bevor Steuerberater Gebell sein Beispiel erläuterte, zeigte er die Wege auf, die zu diesem Ergebnis führen können. Voraussetzung für diese Vorteilsrechnung sei eine möglichst schriftliche Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, mit der Teile des Bruttolohns in betriebliche Einzelleistungen umgewandelt werden.

Im Rechenbeispiel von Steuerberater Gebell waren als betriebliche Einzelleistungen Essensmarken, Telefongebühren-Ersatz, Überlassung eines I-Pads, Sachbezug Benzingutschein, eine Direktversicherung und Erholungs-Beihilfe aufgeführt.

Gebell lieferte auch die Erklärung für die Nettolohn-Erhöhung und für die betrieblichen Ersparnisse, denn "alle diese Leistungen sind lohnsteuer- und sozialversicherungsfrei".

Für sein Beispiel hatte der Referent nur wenige von vorher aufgezählten steuer- und sozialversicherungsfreien Einzelleistungen ausgewählt. Ähnliche Ergebnisse könnten sich beispielsweise auch durch Reisekosten- und Umzugskostenvergütungen, Pensionskasse-/Fonds oder andere Sachbezüge im Rahmen einer 44-Euro-Freigrenze errechnen. In allen Fällen müssten jedoch Mindestlohnvorschriften beachtet werden.

Darlehen vom Arbeitgeber


Ein weiterer Vortrag befasste sich mit betrieblichen Zusatzleistungen, die zusätzlich zum Arbeitslohn bezahlt werden, die aber für den Arbeitnehmer steuer- und sozialversicherungsfrei sind. Darüber sprach Steuerberater Joachim Keller. Auch hierzu zeigte der Referent eine lange Liste von Möglichkeiten auf, unter anderem Kindergarten-Zuschüsse und andere Betreuungsleistungen, auch für die Pflege von Angehörigen.

Gesundheitsförderung wie Ernährungs-, Gymnastik- oder Stress-Bewältigungskurse und Suchtprävention war ebenfalls dabei. Fitness-Studio- oder Sportvereins-Beiträge seien ausgeschlossen. Weitere Vorschläge für Zusatzleistungen an Arbeitnehmer waren Feiertags-, Nacht- und sonstige Zuschläge, Sachzuwendungen (Aufmerksamkeiten) bis 60 Euro, beruflich veranlasste Telefon-, Internet- und Mobilfunkgebühren, Fahrtkostenzuschüsse, Übereignung von Digital-Video-Geräten, Arbeitskleidung oder zinsfreie Arbeitgeberdarlehen bis maximal 2600 Euro. Bei einigen der Leistungen muss der Arbeitgeber allerdings eine Lohnsteuerpauschale von 25 Prozent abführen.
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