38 Höglinger sind für Florian Adam, 35 für Josef Sturm
Jugend triumphiert über Erfahrung

Der Kandidat aus Högling: Florian Adam ist 33 Jahre alt und damit der jüngste Bewerber unter denen, die sich am 4. Oktober zur Bürgermeisterwahl stellen. Bild: hou
Lokales
Fensterbach
10.08.2015
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Die Entscheidung war ebenso spannend wie knapp. Der 33-jährige Florian Adam wird für die Wählergemeinschaft Högling ins Rennen um den Chefsessel im Fensterbacher Rathaus gehen. Mit 38:35 Stimmen setzte sich Adam bei der Nominierungsversammlung gegen den amtierenden Vizebürgermeister Josef Sturm durch.

Im Höglinger Feuerwehrhaus wurde es eng. Eine bisher in solcher Form nie gehabte Entscheidung stand bevor. Auf den Nenner gebracht, ließ sie sich so beschreiben: Ein junger Gemeinderat stellte sich gegen ein Stück Urgestein der Fensterbacher Kommunalpolitik in der Stichwahl. Zwei Männer positionierten sich dabei: Vizebürgermeister Josef Sturm (66) und der seit eineinhalb Jahren dem Gemeinderat angehörende Florian Adam (33).

Im Vorfeld hatte keiner von beiden Verzicht erklärt. So mussten die Höglinger Bürger entscheiden. 75 kamen und hatten Stimmrecht. Doch bevor Namen auf die ausgeteilten Zettel geschrieben wurden, warben Sturm und Adam um die Gunst der Ortsbewohner. Josef Sturm, der den kürzlich verstorbenen 1. Bürgermeister Johann Schrott während dessen Krankheitsphase mehrfach vertreten hatte und auch jetzt noch, nach Schrotts Tod, die Amtsgeschäfte führt, nahm für sich in Anspruch, 25 Jahre dem Gemeinderat anzugehören. Danach ließ er die Absicht anklingen, bis zur nächsten Kommunalwahl im Amt zu bleiben. Dann aber in der von ihm angestrebten Position des 1. Bürgermeisters.

Josef Sturm unterstrich, er sehe sich ermutigt zur Kandidatur durch zahlreiche Bürger. "Ich habe Erfahrung", argumentierte Sturm und versicherte, er sei den Aufgaben gewachsen. Außerdem: "Ich verfüge über die nötige Zeit für dieses Amt."

Danach ergriff Florian Adam das Wort. Über drei Jahrzehnte jünger als Josef Sturm, Fahrlehrer bei der Bundeswehr, Familienvater und einer, der ebenfalls Zeit hätte, das Amt des ehrenamtlichen Bürgermeisters auszuüben. Von seinen Angehörigen und seinem Arbeitgeber wurde Adam zur Kandidatur ermuntert. Er ist mit dem Willen ausgestattet, Gemeindeoberhaupt für längere Dauer zu sein. "Es ist an der Zeit, dass ein Generationswechsel vollzogen wird", sagte Adam selbstbewusst.

75 Stimmberechtigte mussten entscheiden. Das Ergebnis, ausgezählt von Gemeinderat Uli Bauriedl, war äußerst knapp: 38 waren für Adam, 35 entschieden sich für Sturm, ein Zettel wurde ohne Votum abgegeben, zwei lauteten auf Enthaltung.
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