Adam bleibt auf der Strecke

Zum Lachen dürfte ihm jetzt nicht mehr zumute sein. Vor zweieinhalb Wochen hatte er die Weichen auf Wahlkampf gestellt. Doch jetzt kann der Berufssoldat Florian Adam (33) bei der Bürgermeisterwahl nicht kandidieren. Bild: hou
Lokales
Fensterbach
26.08.2015
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Es sah alles nach einer routinemäßigen Sitzung des Wahlausschusses aus. Doch dann gab es im Fensterbacher Rathaus eine faustdicke Überraschung: Der 33-jährige Florian Adam aus Högling kann sich nicht um das Amt des Bürgermeisters bewerben. Denn auf dem Protokoll zu seiner Nominierungsversammlung fehlen Unterschriften.

Der am Dienstagabend tagende Wahlausschuss sollte die termingerecht eingereichten vier Vorschläge zur Bürgermeisterwahl am 4. Oktober prüfen. Das schien zunächst reine Routine zu sein: Dr. Marlene Groitl (Wählergemeinschaft Dürnsricht), Christian Ziegler (Wählergemeinschaft Wolfring) und Thomas Schmid (CSU) dürfen antreten. Doch dann platzte die Bombe: Der vor zweieinhalb Wochen in Högling aufgestellte Florian Adam kann seine Hoffnungen begraben. Und das ohne eigenes Zutun.

Die Nominierung Adams war im Höglinger Feuerwehrhaus vonstatten gegangen. Der 33-Jährige setzte sich bei der Abstimmung mit 38:35 gegen den amtierenden Vizebürgermeister Josef Sturm (66) durch. Kurz danach ging beim Landratsamt eine Beschwerde ein. Tenor: Man habe in drangvoller Enge einer Zeichnung des Stimmzettels in Geheimhaltung nicht nachkommen können (wir berichteten). Wer sich beklagte, wurde nicht bekannt.

Das Landratsamt handelte nicht selbst, es verwies die Beschwerde an den Fensterbacher Wahlausschuss. "Ich sage ganz deutlich, dass deswegen der Wahlvorschlag aus Högling nicht zurückgewiesen werden muss", formulierte gestern Wahlleiter Peter Fleißner. Denn dies rücke in den Hintergrund angesichts der Tatsache, "dass auf dem eingereichten Versammlungsprotokoll die drei Unterschriften der Verantwortlichen fehlen." Damit, so Fleißner, bleibe keine andere Möglichkeit, als den Höglinger Vorschlag nicht zu akzeptieren. Fristen seien eh längst verstrichen.

Zwei Verantwortliche hatten erst gar nicht unterschrieben. Der damalige Versammlungsleiter, ein Höglinger Gemeinderat, tat dies wohl. Er erschien aber später und strich seine Unterschrift durch. "Damit", so bilanzierte Wahlausschussleiter Fleißner, "hat er im Sinn des Gesetzes nicht gezeichnet." Warum das die drei Männer taten, bleibt ihr Geheimnis. Für die Zurückweisung des eingereichten Vorschlags stimmte kurz danach auch der in den Wahlausschuss entsandte Höglinger Hubert Meierhofer.

Die Möglichkeit eines Einspruchs gäbe es. Doch sie hat nach Darstellung des Wahlleiters nur äußerst geringe Chancen. Der auf diesem Weg um seine Kandidatur gebrachte Florian Adam, Berufssoldat und Familienvater, mochte sich nach der Sitzung nicht äußern.

Fest aber steht: Högling hat sich selbst die Möglichkeit genommen, einen Kandidaten ins Rennen zu schicken. Adam war in der Bevölkerung als durchaus aussichtsreich gehandelt worden.
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