Als heuer ein Unwetter heftigsten Ausmaßes über Dürnsricht hereinbrach, soffen Anwesen teilweise bis zur Oberkante des Kellers ab. Ein Jahrhundertereignis? Kann sein. Doch es gibt Probleme mit dem Kanal in der Ortschaft. Deren Behebung würde insgesamt 1,1 Millionen Euro kosten.
Kein Geld, aber Riesenprobleme

Lokales
Fensterbach
18.10.2014
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(hou) Die Gemeinde Fensterbach kommt, wenn man so will, am finanziellen Krückstock daher. Sie muss zusehen, dass sie den Neubau eines Leichenhauses im Ortsteil Wolfring schultert und kann sich andere Ausgaben in gleicher Höhe nicht leisten.

Ausgerechnet in dieser misslichen Lage ereignet sich etwa, das - wie Bürgermeister Hans Schrott dem Gemeinderat schilderte - zwischenzeitlich einen ganzen Aktenordner füllt. Es sind Korrespondenzen mit Hochwassergeschädigten und Versicherungen.

Fakt ist: Das Kanalproblem in Dürnsricht ist längst erkannt. Doch Abhilfe konnte bisher mangels Finanzausstattung nicht geschaffen werden. Nun aber wird es so akut, dass zwingend etwas getan werden muss. Zumindest in manchen Bereichen. Woher aber soll die Gemeinde dafür das Geld nehmen?

Es geht um 200 000 Euro

Die Räte diskutierten lange. Es ging um den Kanal unter der Schmidgadener Straße und damit um einen Betrag von rund 200 000 Euro. Darin wären das Ingenieurhonorar und ein Gehweg, der mit entstehen soll, eingeschlossen. "Wir haben in diesem Bereich ein weiteres Baugebiet und sollten danach trachten, die elf vorhandenen Bauplätze zu verkaufen", empfahl Gemeinderat Uli Bauriedl. Damit könnte man dringend benötigte Gelder einnehmen.

Die optimale Lösung sei das wohl nicht, hielt man Bauriedl entgegen. Denn auch dieses neue Areal müsse kanalmäßig erschlossen werden. Außerdem: "Wir haben beim Haushalt festgelegt, dass wir uns in Richtung Kanal nichts leisten können", argumentierte Gemeinderat Franz Ziegelmeier und fügte hinzu: "In Freihöls gibt es seit sieben Jahren ein ähnliches Problem." Auch das sei quasi auf der langen Bank.

Das aber ändert nichts an der Dürnsrichter Dringlichkeit, die fatal enden könnte für die Gemeinde. Denn die Versicherungen könnten sagen: "Ihr habt das gewusst." Von daher meinte Verwaltungsleiter Peter Fleißner: "Es muss eine Minimallösung im Zuge eines Gesamtkonzepts umgesetzt werden." Unterdessen habe es bereits ein Gespräch mit dem Ingenieurbüro gegeben. Fleißner fügte hinzu: "Wir müssen zeigen, dass wir gewillt sind, etwas zu unternehmen."

Die Fragen häuften sich. Wie finanzieren? Muss womöglich der Bau eines Leichenhauses am Wolfringer Friedhof aufgeschoben werden? Wenn nötig, so Bürgermeister Schrott, müssten eben Fremdmittel aufgenommen werden. Nicht lange danach wurde abgestimmt. Der Gemeinderat sprach sich ohne Gegenvotum für den Abschluss eines Ingenieursvertrags für die Neukanalisierung entlang der Schmidgadener Straße aus. Wo das Geld dafür herkommt, wird die Zukunft zeigen müssen.

Leichenhaus verschoben

Thema Leichenhaus in Wolfring: In der Sitzung hätte an sich der überarbeitete Architektenplan begutachtet und verabschiedet werden sollen. Doch das unterblieb. Man habe die Architektin in den vergangenen Tagen nicht erreicht, berichtete Verwaltungsleiter Fleißner.

Deswegen wurde der Tagesordnungspunkt abgesetzt. Womit sich die nun schon Monate andauernde Planungs- und Baugeschichte weiter hinzieht.
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