"Biss haben und am Ball bleiben"

Im DJK-Sportheim in Dürnsricht stellte Dr. Maria Magdalena Groitl erstmals ihre kommunalpolitschen Ziele vor. Bild: Dobler
Lokales
Fensterbach
14.09.2015
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Der Saal im modernen Sportheim in Dürnsricht ist fast bis auf den letzten Platz gefüllt, als Dr. Maria Magdalena Groitl in das Rennen um den Chefsessel im Rathaus einsteigt. Acht Punkte hat die amtierende Dritte Bürgermeisterin im Wahlkampfgepäck. Vieles will sie anpacken und verbessern und einmal fällt sogar das Wort "lebensgefährlich".

Etwa 2400 Einwohner hat die Gemeinde, die sich in zwölf Ortsteile aufspaltet - und, wie manche meinen, noch immer nicht richtig zu einer Einheit zusammengewachsen ist.

Der Wahlkampf um den Bürgermeisterposten liefert ein Indiz dafür, denn die Kandidaten wurden überwiegend von Ortsteillisten in Dürnsricht, Wolfring und Högling aufgestellt, die im Gemeinderat etwa gleich stark vertreten sind. Dr. Maria Magdalena Groitl, deren beide Vornamen üblicherweise zu Marlene zusammengezogen werden, ist die Kandidatin der parteipolitisch unabhängigen Dürnsrichter Wählergemeinschaft.

Für die 61-Jährige, die nicht weit vom Sportheim entfernt wohnt und mit ihrem Mann Konrad Plank das Seminarzentrum "Beim Winter" betreibt, ist der Auftritt Freitagabend ein Heimspiel. Sie ist gut gelaunt und hat sich perfekt vorbereitet. Auf den Tischen liegen Postkarten mit einem Foto, auf dem sie entspannt auf einer Bank vor dem Rathaus in Wolfring sitzt. "Hier, um für Sie da zu sein" lautet ihr Slogan, für "eine Gemeinde mit Zukunft" will sie sich einsetzen.

Wofür die Kandidatin steht, hat sie auf ihrer Karte in acht Schlagworten aufgelistet, die am Freitag mit Inhalt gefüllt werden. Ganz oben steht die Sicherung der Kindergartenplätze. "Die Betreuung dort muss sehr flexibel sein", fordert Groitl, spricht vom Mittagessen für die Kleinen und von Ganztagsgruppen: "Auch wenn das mehr Personal kostet, aber Kinder sind das Wichtigste." Sie möchte damit auch ein Signal an junge Familien aussenden, dass sich Fensterbach als Wohnort für sie anbiete.

Schule schützen

Schützen will sie als Bürgermeisterin den Schulstandort Fensterbach, in dem die Grundschule in Dürnsricht angesiedelt ist. "Wir brauchen eine zweite Partnerklasse aus dem Heilpädagogischen Zentrum Amberg und wir müssen den Schulsprengel mit Schmidgaden erhalten." Dazu will sie intensive Gespräche mit dem dortigen Bürgermeister Josef Deichl führen. Bei dem Punkt "Einkaufsmöglichkeiten erhalten" entwickelte Groitl die Idee eines gemeindlichen Infoblattes, das die örtlichen Angebote auflistet, und das nicht nur für Neuzuzügler.

Dass die 61-Jährige "Senioren einbinden" möchte, wie eine weitere Forderung lautet, ergibt sich schon fast logisch aus ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit als Seniorenbeauftragte des Ortes. Für diese Aufgabe braucht sie auch die Vereine, denen sie einen eigenen Punkt widmet: "Vereine fördern". "Wenn Mitgliederzahlen rückläufig sind, müssen die Vereine nach außen gehen und für alle da sein, auch für die Nichtmitglieder." Oder eben die Senioren. Ein Herzensanliegen ist der agilen Kandidatin das Verbinden der einzelnen Dörfer von Fensterbach. "Man kommt gar nicht richtig zusammen, weil es keine sicheren und familienfreundlichen Wege gibt." Das Hin-Gehen zu den Dörfern sei wegen des Straßenverkehrs "teils lebensgefährlich", hat sie bei einem Rundgang festgestellt - besonders, wenn es dunkel ist. So seien Fahrradwege zu bauen, für die es ja auch Fördergelder gebe.

Bauland entwickeln

Natürlich finden sich auch die Standart-Themen von Kommunalpolitikern auf ihrer Agenda: Bauland entwickeln und Gewerbegebiete schaffen. "Es sind so viele private Bauflächen unbebaut", hat Groitl festgestellt. "Wem gehören die, werden die vielleicht verkauft? All das muss man erfragen." Auch die "Super-Lage" des Ortes zwischen zwei Autobahnen sei ein Pfund, mit dem man wuchern könne, um Neubürger zu gewinnen. Schwieriger sieht es schon mit den Gewerbegebieten aus. "Wir haben keine mehr", lautet die zugehörige Erkenntnis. Auch hier gelte es, die Besitzer von Flächen, also Landwirte, anzusprechen mit dem Ziel, den "Stillstand zu überwinden".

"Biss haben, am Ball, bleiben, nichts im Sande verlaufen lassen": Das hat sie sich vorgenommen, wenn sie ins Rathaus kommt. Den vielen Zuhörern gefällt das, wie der Schlussapplaus zeigt. Drei weitere Wahlkampfauftritte sollen folgen - 18. September im Schützenheim Knölling, 19. September im Gasthof Hellerbrand (jeweils 19 Uhr), sowie 20. September im Jugendheim Wolfring, diesmal schon um 9.30 Uhr. Die Bürgermeisterwahl ist dann am 4. Oktober.
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