Bleiben riesige Löcher zurück?

Der Tagebau bei Freihöls hat ohnehin schon gigantische Ausmaße. Die bisher entstandenen Löcher werden durch Fremdmaterial verfüllt. Doch im Fall einer Erweiterung soll bei neuen Ausbeutungskratern kein Fremdmaterial mehr verwendet werden, erfuhr der Gemeinderat. Bild: hou
Lokales
Fensterbach
20.04.2015
3
0

Die Fläche einer ohnehin schon gigantisch großen Sandgrube bei Freihöls soll nach dem Willen des Betreibers auf das Doppelte ihrer bisherigen Größe erweitert werden. Das stößt seit knapp zwei Jahren auf Widerstand der Freihölser Ortsbevölkerung.

Der Sandabbau soll, so sehen es die beim Bergamt Nordbayern mit Sitz in Bayreuth bearbeiteten Pläne vor, noch näher an das Dorf Freihöls heranreichen. Der bisher vom Ort rund 450 Meter entfernte Grubenrand würde sich dann auf geschätzte 250 Meter verringern. "Ein Unding", wie die Bürger sagen und angesichts regelmäßig erfolgender Sprengungen Schäden an ihren Anwesen befürchten.

Die ausgebeuteten Teile der bisherigen Grube werden seit längerem mit sogenanntem Fremdmaterial verfüllt. Das soll offenbar auch so fortgesetzt werden. Überraschend aber war nun ein Schreiben, dessen Inhalt dem Fensterbacher Gemeinderat mitgeteilt wurde. In einem möglichen neuen Bereich der Grube, so berichtete der geschäftsleitende Beamte Peter Fleißner dem Plenum, solle "kein Fremdmaterial mehr zur Wiederauffüllung verwendet werden."

Widerspruch im Rat

Nach einigen Momenten des Nachdenkens über den Gehalt dieser Mitteilung regte sich Widerspruch. Er kam von Gemeinderat Carl Graf zu Eltz, der die Frage stellte: "Wenn sie kein Fremdmaterial mehr verwenden wollen, wie soll dann eine mögliche Grube aufgefüllt werden?" Oder anders: "Bleiben die Löcher anschließend?" "Die müssen auffüllen, wenn es eine Genehmigung geben sollte", war sich das Plenum unter Führung von Bürgermeister Hans Schrott einig. Deswegen wurde dieser "Tektur", wie es in der Fachsprache heißt, eine einstimmige Absage erteilt.

Interessant war auch, was sich in den letzten Monaten im Bereich der Gemeinde Ebermannsdorf abspielte. In deren Hoheitsgebiet liegen Ausläufer eines möglichen Sandabbaues. Sie befinden sich im Bereich des Ebermannsdorfer Industriegebiets, das im Dreieck der Autobahn A6 und der Bundesstraße 85 nahe Schafhof liegt. In einer Sitzung erfuhr der Ebermannsdorfer Gemeinderat durch das Bergamt Nordbayern, dass bei weiteren Planungen von Industrieniederlassungen 300 Meter Abstand zu den Sandvorkommen zu halten seien. Das erregte Widerspruch.

Heftig diskutiert

Unterdessen hat das Bergamt die 300-Meter-Abstandsregelung zurückgenommen. Allerdings wurde in Freihöls die Frage heftig diskutiert, weshalb die Genehmigungsbehörde dort zunächst auf 300 Metern bestand, während für Freihöls eine solch klare Abstandsregelung zu keiner Zeit ins Gespräch kam. Hier würde - falls das Vorhaben der Heidelberger Sand und Kies GmbH die Zustimmung des Bergamts fände - bis auf rund 250 Meter und in einem Bereich sogar bis auf 50 Meter an bestehende Gebäude herangegangen.

Das, so antwortete das Bergamt auf eine Anfrage aus Freihöls, unterliege einer sogenannten "Einzelfallprüfung", zu der es bereits ein Sprenggutachten gebe. Dieses Gutachten, erstellt durch einen vom Betreiber beauftragten Sachverständigen, bescheinigt eine gewisse Gefahrlosigkeit. Es ist von Einwendern aus der Ortschaft bereits im November 2013 massiv angezweifelt worden. Allein schon deswegen, weil die Expertise nicht von einer unabhängigen Behörde in Auftrag gegeben wurde.
Weitere Beiträge zu den Themen: April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.