Der Bau eines Leichenhauses auf dem Friedhof in Wolfring gerät zur unendlichen Geschichte. Seit vielen Monaten in jeder Sitzung des Gemeinderats diskutiert, nun ist wenigstens klar: Das Projekt steht vor seiner Realisierung. Auch wenn es möglicherweise rund 200 000 Euro kostet.
Leichenhaus wird nicht beerdigt

Lokales
Fensterbach
20.11.2014
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(hwo) Architektin Dorle Engels (Freudenberg) war wieder einmal zur Stelle. Sie erläuterte den im Rathaus tagenden Politikern einige vom Plenum gewünschte Änderungen des Plans und gab eine Kostenschätzung. Ihrem Vortrag ließ sich entnehmen: Knapp 130 000 Euro (ohne Steuern) kommen auf die Gemeinde zu. Plus 17 000 Euro für Maßnahmen, die auf einem Areal stattfinden sollen, das der katholischen Kirche gehört. Alles in allem also geschätzte 200 000 Euro.

Kein Geld von Kirche

Ein Gespräch mit dem Pfarrer habe es unterdessen gegeben, informierte Bürgermeister Hans Schrott. Das Ergebnis dieser Unterredung fasste er so zusammen: "Der Geistliche konnte sich nicht vorstellen, dass die Kirche etwas beisteuern kann." Das rief Widerspruch bei einigen Gemeinderäten hervor. Ähnlich verhielt es sich auch bei Schrotts Vorschlag, "beim Bau auch etwas Künstlerisches mit einzuplanen". Gemeinderat Peter Neidl hielt dem Bürgermeister entgegen: "Jedes Teil kostet Geld, das wir nicht haben."

Hier meldete sich Gemeinderat Franz Ziegelmeier aus Wolfring, er sagte wörtlich: "Das Vorhaben wird hier Stück für Stück beerdigt." Ziegelmeier drängte auf Realisierung. Wie geht es nun weiter? Das Plenum genehmigte die Planänderungen. Es will nun erneut ein Gespräch mit dem Pfarrer und der Pfarrverwaltung über eine mögliche Kostenbeteiligung führen, dabei auch die endgültige Planung vorlegen.

Damit war die Debatte abgeschlossen. Doch sie entbrannte erneut, als Gemeinderat Dr. Jochen Zaremba den Antrag stellte, das Projekt "Leichenhaus" wegen der prekären Finanzlage bis 2019 auf Eis zu legen. Sein Argument: "Alles, was wir ausgeben, läuft auf Pump." Dabei erinnerte er an eine unumgängliche Kanalbaumaßnahme in Dürnsricht, an mögliche Kosten beim Ausbau des Breitbands - alles kostenträchtige Vorhaben.

Argument Gewerbesteuer

Der Antrag brachte Gemeinderat Franz Ziegelmeier in Rage. "Wir kriegen heuer 500 000 Euro mehr an Gewerbesteuer", warf er in die Waagschale. Bürgermeister Schrott stellte sich an seine Seite und unterstrich: "Wenn wir jetzt nichts machen, wird es mit dem Bau des Leichenhauses nie etwas." Zarembas Antrag wurde abgelehnt. Immerhin aber waren vier weitere Gemeinderäte gleicher Meinung wie er.
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