Kosten explodieren

Während der Bauarbeiten sollen die Kinder zum Teil in Containern betreut werden. Weil die bereits stehen, könnte das Vorhaben in Bälde beginnen. Doch nun hörte der Gemeinderat plötzlich: Der Eigenmittelanteil an dem Erweiterungsprojekt könnte sich verdoppeln. Bild: hou
Lokales
Fensterbach
05.11.2015
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Die Nachricht löste Fassungslosigkeit im Gemeinderat aus. Nach gegenwärtigem Stand der Dinge wird der Erweiterungsbau des Höglinger Kindergartens nahezu das Doppelte an Eigenmitteln kosten. Ausgegangen war man von 450 000 Euro, jetzt stehen 800 000 Euro oder gar noch mehr zur Debatte.

Bei der ersten Sitzung für den neuen Bürgermeister Christian Ziegler ging es zunächst eine Stunde lang nur um Routineangelegenheiten. Doch dann kam ein Paukenschlag, der wohl noch lange nachwirken wird. "Abschluss der Honorarverträge für die Erweiterung des Kindergartens Högling" stand auf der Tagesordnung, und der geschäftsleitende Beamte Peter Fleißner trug vor: 95 767 Euro für die Objektplanung, 36 011 Euro für die Tragwerksplanung, 2713 Euro für die Wärmeschutz- und 17 341 Euro für die Elektrotechnikplanung. Aber das war noch nicht alles: Für Planerisches in Sachen Heizung und Sanitäranlagen sind 27 125 Euro fällig, außerdem 5891 Euro für den Brandschutz. 183 000 Euro also insgesamt allein für Tätigkeiten am Reißbrett.

Die Auflistung löste Nachfragen aus: "Was kostet das Projekt dann insgesamt?" Etwa 800 000 Euro, vielleicht auch eine Million, war von Fleißner zu vernehmen. Davon gehen, vorläufig so geschätzt, rund 200 000 Euro öffentliche Fördergelder ab. Der Rest unterliegt eigener Finanzierung. "Davon war nie die Rede", eröffnete Jochen Zaremba die Debatte. An 450 000 Euro zulasten der Gemeinde erinnerte er sich und erhielt Unterstützung von Franz Ziegelmeier. "Jetzt kommt das Doppelte auf uns zu", entrüstete sich der und verwies auf ein Protokoll vom Juli vergangenen Jahres. Darin stand sinngemäß: 640 000 Euro abzüglich der staatlichen Zuschüsse.

Die veranschlagten 23 Prozent allein für planerische Kosten rückte Carl Graf zu Eltz ins Blickfeld. "Fast ein Viertel des Gesamtbetrags", unterstrich er und fügte hinzu: "Das verstehe ich nicht." Zumal die planerischen Aufwendungen bei der Sanierung seines Schlosses in Wolfring 19 Prozent vom Gesamtbetrag ausmachten. "Und das war wohl schwieriger", stellte er fest. Jochen Zaremba empfahl dringend, dass künftig in solchen Dingen ein mit dem Baurecht vertrauter Anwalt und Jurist die Vertragsverhandlungen für die Gemeinde führen sollte.

Was tun angesichts einer Kostenentwicklung, mit der wohl keiner der Gemeinderäte gerechnet hatte? Und all dies bei der prekären Finanzlage in Fensterbach. Bürgermeister Christian Ziegler riet zu einem Gespräch mit dem Planer. Dabei will er im Auge behalten, was Gemeinderat Harald Saffert forderte: "Wir brauchen dazu eine eigene Sitzung, die möglichst bald stattfinden sollte." Auch schon deswegen, weil die Förderanträge auf den Weg gebracht werden müssen. Auf diesen Umstand hatte Vizebürgermeister Josef Sturm hingewiesen. Ein Abschluss für die Honorarverträge wurde einstweilen zurückgestellt.
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