Kostenexplosion verblüfft Räte

Während der Erweiterungsarbeiten soll die Kinderbetreuung teilweise in Containern abgewickelt werden. Sie stehen schon und das Bauvorhaben könnte eigentlich beginnen. Nun aber erfuhr der Gemeinderat plötzlich: Die Summe der Eigenmittel könnte sich verdoppeln. Bild: Houschka
Lokales
Fensterbach
04.11.2015
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Die Nachricht löste Fassungslosigkeit im Fensterbacher Gemeinderat aus. Nach gegenwärtigem Stand der Dinge wird der Erweiterungsbau des Höglinger Kindergartens nahezu das Doppelte an Eigenmitteln kosten. Zunächst war von 450.000 Euro ausgegangen worden, jetzt stehen 800.000 Euro oder gar noch mehr zur Debatte.

(hou) Es war die erste Sitzung für den neuen Bürgermeister Christian Ziegler. Zunächst eine Stunde lang nur Routinesachen. Doch dann kam ein Paukenschlag, der wohl noch lange nachwirken wird.

"Abschluss der Honorarverträge für die Erweiterung des Kindergartens Högling" stand auf der Tagesordnung und der geschäftsleitende Beamte Peter Fleißner trug vor: 95.767 Euro für die Objektplanung, 36.011 Euro für die Tragwerksplanung, 2713 Euro für die Wärmeschutz- und 17.341 Euro für die Elektrotechnikplanung. Das war noch nicht alles: Für Planerisches in Sachen Heizung und Sanitäranlagen sind 27.125 Euro zu zahlen, außerdem 5891 Euro für den Brandschutz. 183.000 Euro also insgesamt allein für Tätigkeiten am Reißbrett.

"Nie die Rede"

Die Auflistung löste Nachfragen aus. Sie lauteten: "Was kostet das Projekt dann insgesamt?" Etwa 800.000 Euro, vielleicht auch eine Million, war von Fleißner zu vernehmen. Davon gehen, vorläufig so geschätzt, rund 200.000 Euro öffentliche Fördergelder ab. Der Rest unterliegt eigener Finanzierung. "Davon war nie die Rede", eröffnete Dr. Jochen Zaremba die Debatte. An 450.000 Euro zulasten der Gemeinde erinnerte sich Zaremba und erhielt Unterstützung von Franz Ziegelmeier. "Jetzt kommt das Doppelte auf uns zu", entrüstete er sich und verwies auf ein Protokoll vom 14. Juli letzten Jahres. Darin stand sinngemäß: 640.000 Euro abzüglich der staatlichen Zuschüsse.

Die veranschlagten 23 Prozent allein für planerische Kosten rückte Carl Graf zu Eltz ins Blickfeld "Fast ein Viertel des Gesamtbetrags" unterstrich er und fügte hinzu: "Das verstehe ich nicht". Zumal die planerischen Aufwendungen bei der Sanierung seines Schlosses in Wolfring 19 Prozent vom Gesamtbetrag ausmachten. "Und das", ließ Graf zu Eltz erkennen, "war wohl schwieriger." Noch einmal bekam Jochen Zaremba das Wort. Er nutzte es zu einem dringenden Rat an die Gemeinde. Künftig, so empfahl Zaremba, sollte wohl in solchen Sachen ein mit dem Baurecht vertrauter Anwalt und Jurist die Vertragsverhandlungen für die Gemeinde führen.

Was tun angesichts einer Kostenentwicklung, mit der wohl keiner der Gemeinderäte gerechnet hatte? Und all dies angesichts einer prekären Finanzlage, die in Fensterbach nun einmal Faktum ist. Bürgermeister Christian Ziegler riet dringend zu einem Gespräch mit dem Planer. Dabei will er im Auge behalten, was Gemeinderat Harald Saffert dringend forderte: "Wir brauchen dazu eine eigene Sitzung, die möglichst bald stattfinden sollte." Auch schon deswegen, weil die Förderanträge auf den Weg gebracht werden müssen.

Abschluss zurückgestellt

Auf diesen Umstand hatte Vizebürgermeister Josef Sturm im Lauf der Diskussion hingewiesen. Ein Abschluss für die Honorarverträge wurde einstweilen zurückgestellt.
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