Lichtblick in der Armut

Lokales
Fensterbach
12.12.2014
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Wenn die meisten Menschen den zweiten Weihnachtsfeiertag gemütlich mit Freunden und der Familie verbringen, geht Uli Bauriedl auf eine längere Reise. Schon zum siebten Mal - für ein Kinderlächeln.

Die Reise führt Uli Bauriedl über rund 1000 Kilometer Autobahn, über ungeteerte Straßen, unwegsames Gelände, durch Schneegestöber und viele Zollkontrollen, wie eine Pressemitteilung der Johanniter den Weg der Weihnachtstrucker und seine Schwierigkeiten beschreibt.

Das siebte Jahr in Folge transportiert das Höglinger Unternehmen Godelmann für die Johanniter die Weihnachtspäckchen nach Rumänien. Inzwischen fahren vier Lkw von Godelmann bei den Johanniter-Weihnachtstruckern mit, zusätzlich begleitet von Uli Bauriedl mit seinem Pick-Up. Bauriedl ist seit sieben Jahren mit dabei und bringt die Päckchen mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln zu Kindern, alten und kranken Menschen sowie Familien in abgelegenen Regionen in Rumänien.

51 564 Päckchen

Rund 1200 Pakete sind das pro Lkw - logistisch eine große Herausforderung. "Die heiße Phase beginnt schon Mitte November", erzählt Bauriedl. Denn Godelmann koordiniert in Niederbayern und der Oberpfalz das Einsammeln der Pakete. Das heißt: Bauriedl koordiniert, wann und wo die Pakete abgeholt werden, organisiert das zollgerechte Verpacken im Werk in Högling und sammelt ganz nebenbei auch noch selbst Pakete ein. 51 564 Päckchen waren es 2013 für ganz Bayern.

Die ehrenamtlichen Fahrer holen die Hilfspakete in Schulen, Kindergärten, Vereinen oder Firmen in ganz Bayern ab. Noch bis zum 20. Dezember können die Päckchen außerdem bayernweit bei allen Dienststellen der Johanniter und in allen bayerischen Filialen des Lebensmitteldiscounters Lidl abgegeben werden.

Alles wartet schon

Vier Konvois mit jeweils fünf bis zwölf Lkws brechen dann am zweiten Weihnachtsfeiertag von Landshut aus nach Albanien, Bosnien und Rumänien auf. Dort werden sie von Partnerorganisationen, aber auch der örtlichen Polizei beim Verteilen der Pakete unterstützt. Der Ansturm auf die einfahrenden Trucker ist gewaltig. "Dort leben die Ärmsten der Armen", sagt Uli Bauriedl. Man könne sich gar nicht vorstellen, unter welchen Bedingungen die Menschen dort existierten. Auch Alten- und Behindertenheime in der Region Siebenbürgen in Zentralrumänien fahren die Weihnachtstrucker an. Die Freude in den Augen der Kinder und Erwachsenen sei jedes Mal wieder ein unbeschreibliches Gefühl.

Läuft alles planmäßig, werden Bauriedl und die anderen Weihnachtstrucker erst in der Silvesternacht wieder zu Hause in Bayern sein. Das stört sie aber nicht - ganz im Gegenteil: "Sobald einen die Kinder umarmen und man das Strahlen in ihren Augen sieht, weiß man ganz genau, wie wichtig und auch richtig es ist, bei den Weihnachtstruckern mitzufahren", sagt Uli Bauriedl.

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Weitere Informationen zur Sammlung:

http://www.johanniter-weihnachtstrucker.de
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