Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht als Themen beim Krankenpflegeverein Fensterbach
Höchst persönliche Entscheidung

Werner Chwatal vom Betreuungsverein Schwandorf fesselte die Besucher im Gasthaus "Zur Linde" bei seinem Vortrag mit seinem verständlichen Vortrag zu einem schwierigen Thema. Selten war die Jahreshauptversammlung des Krankenpflegevereins so gut besucht. Bild: nib
Lokales
Fensterbach
07.02.2014
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Neben der Nachwahl eines Kassenprüfers standen bei der Jahreshauptversammlung des Krankenpflegevereins Fensterbach der Jahresrückblick und ein Vortrag zum Thema "Vorsorgevollmacht" auf der Tagesordnung. "Wer eine Patientenverfügung verfasst, sollte durch eine Vollmacht jemanden bestimmen, der sich um die Durchsetzung der getroffenen Verfügungen kümmern darf," riet Referent Werner Chwatal.

Zur Jahreshauptversammlung des Krankenpflegevereins Fensterbach konnte der Vorsitzende Simon Strähl im Gasthaus "Zur Linde" in Jeding mit fast 70 Teilnehmern so viele Zuhörer wie noch nie begrüßen. Darunter waren auch die neue Seniorenbeauftrage der Pfarrei Rita Zollbrecht und die Pfarrgemeinderatssprecherin der Expositur Högling Magdalena Schmidbauer. Großen Anteil am guten Besuch hatte sicherlich auch der angekündigte Vortrag zum Thema "Vorsorgevollmacht".

Geld für Pflegedienst

Der Krankenpflegeverein stellt seine Einnahmen zu 100 Prozent der Caritas-Sozialstation (CSS) in Nabburg zur Verfügung, betonte Strähl. Damit gleichen die KPV die gekürzten Zuwendungen der Krankenkassen aus und ermöglichen der Sozialstation, einen umfangreichen Pflegedienst aufrecht zu erhalten. Strähl lobte den schwierigen Dienst, den die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tagtäglich an kranken und pflegebedürftigen Patienten verrichten.

An den finanziellen Zuwendungen beteiligten sich im abgelaufenen Jahr auch die Kirchenstiftungen und sicherten so ebenfalls den Fortbestand der Sozialstation. Dank zollte Strähl Dekan Michael Hoch, der sich sehr dafür eingesetzt hat, dass die Kirchenstiftungen ihre Unterstützung auch für die nächsten Jahre zugesagt haben.
Fünf Mal traf sich die Vorstandschaft der CSS in Nabburg. Auch auf der Mitgliederversammlung der KPV-Vorstände und der Mitgliederversammlung des Kreis-Caritas-Verbandes in Schwandorf war der KPV vertreten. Bei der erforderlichen Nachwahl eines Kassenprüfers wurde Marga Heimler von der Versammlung einstimmig gewählt.

Pfarrer Michael Hoch gratulierte Strähl zur Verleihung der Wolfgangsmedaille. Der Alltag der Christen sei schwierig. Nicht immer stimmen Christliche Vorstellungen und das weltliche Geschehen überein. Aus dem Evangelium könne man aber viel Freude schöpfen. Lob für die Arbeit gab es auch von Bürgermeister Johann Schrott. Wie groß der Nutzen aus den Angeboten des Vereins sei habe er am eigenen Leib erfahren dürfen.

Der Vortrag von Werner Chwatal zum Thema "Vorsorgevollmacht" fesselte die Zuhörer fast zwei Stunden lang. Nach einem kurzen geschichtlichen Überblick und dem Unterschied zwischen Vormundschaft und Betreuung ging der Referent vom Betreuungsverein Schwandorf auf das Betreuungsrecht ein.

"Geeignete Personen"

Der Betreuer wird für volljährige Personen tätig und soll dem Betroffenen rechtlich und juristisch helfen. Chwatal wies darauf hin, dass weder Eltern noch Ehegatten bei erwachsenen Personen automatisch das Betreuungsrecht haben. In der Regel werden geeignete Personen aus der Familie oder ehrenamtliche Betreuer ausgewählt. An diese werden hohe Anforderungen gestellt, die sowohl vom Richter als auch der Betreuungsbehörde sehr genau geprüft werden.

Erst wenn diese Möglichkeiten ohne Erfolg geprüft sind, wird die Betreuung an einen Berufsbetreuer vergeben. Hat die betroffene Person eine Betreuungsverfügung getroffen werde sich das Gericht in der Regel daran halten.

Zur Vermeidung einer gerichtlichen Betreuung könne man eine Vorsorgevollmacht erteilen. Diese Vollmacht gelte sofort und deshalb sollte sie nur an eine besonders vertrauenswürdige Person erteilt werden. Chwatal riet, dafür die aktuellen Vordrucke zu verwenden und alle dort enthaltenen Fragen zu beantworten. Grundsätzlich gelte die Unterschrift unter der Vollmacht, eine notariell beglaubigte Unterschrift habe aber mehr Gewicht.

Zum Schluss ging Chwatal auch auf die Patientenverfügung ein. Hier handele es sich um eine höchst persönliche Entscheidung und deshalb könne er dazu auch keine Empfehlungen abgeben. "Wer eine Patientenverfügung verfasst, sollte aber auch durch eine Vollmacht jemanden bestimmen, der sich um die Durchsetzung der getroffenen Verfügungen kümmern darf."
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