Plötzlich ist der Feldweg weg

Lokales
Fensterbach
18.12.2014
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In Fensterbach scheint ein Landwirt einen öffentlichen Weg, der zwei Äcker trennt, kurzerhand umgepflügt zu haben. Eine Gemeinderätin möchte der Sache per Antrag auf den Grund gehen, und schon schließen sich die Sitzungstüren für die Öffentlichkeit.

Das Thema bietet Gesprächsstoff, seit es die Fensterbacher Gemeinderätin Dr. Marlene Groitl vor einem Monat öffentlich ansprach. Es geht um Feldwege, die offenbar von Landwirten umgeackert wurden, um damit eine Art "Landzusammenführung" zu betreiben. Jetzt wollte Groitl in der Dezember-Sitzung einen offiziellen Antrag im Gemeinderat stellen. Sie sollte es dann aber, zu ihrer eigenen Überraschung, nichtöffentlich tun. Der Vorstoß, unternommen im November vor dem Gemeinderat, war durchaus mutig. Groitl wollte wissen, ob es denn sein dürfe, dass Feldwege, die sich im Besitz der Kommune befinden, einfach so umgeackert werden dürfen. Im Blickfeld hatte sie einen Weg, der von Dürnsricht hinüber nach Wohlfest führte. Als sie dort gehen wollte, war der Pfad plötzlich verschwunden und zu Ackerland geworden.

Gemeinderätin sauer

Man werde in der nächsten Sitzung darüber eingehend reden, war der Gemeinderätin zugesagt worden. Die Debatte gab es dann auch. Doch plötzlich wurde sie als "nichtöffentlich" deklariert. Zum Unwillen der Mandatsträgerin, die ihre Befürchtung aussprach, da könne sehr leicht draußen bei der Bevölkerung "Mauschelei vermutet werden". Doch es blieb dabei: Keine Zuhörer bei der Erörterung.

Kein Einzelfall?

Die Diskussion hinter verschlossenen Türen zu führen, hatte der geschäftsleitende Beamte Peter Fleißner empfohlen und dies damit begründet, dass die Namen derjenigen fallen könnten, die im Verdacht des illegalen Umpflügens stehen. Auch der die Plenumssitzung leitende stellvertretende Bürgermeister Josef Sturm riet zur Nichtöffentlichkeit. Gleichwohl aber sicherte Sturm zu, dass man die weitere Vorgehensweise in einer der nächsten Sitzungen öffentlich behandeln werde. Als Groitl im November erstmals Auskunft haben wollte, war deutlich geworden, dass es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht um einen Einzelfall handelt. Schon in der Vergangenheit sollen Gemeindewege, die Felder voneinander trennen, umgeackert worden sein. Daraus resultieren Fragen: Hatte die Gemeinde Kenntnis davon? Unternahm sie Schritte, um ursprüngliche Zustände wieder herstellen zu lassen? Wurden womöglich auch Grenzsteine umgepflügt?

In der Schwebe

Ob die Gemeinderätin ihren offiziellen Antrag auf Auskunft und Information in nichtöffentlicher Sitzung stellte, wurde nicht bekannt. So bleibt nun abzuwarten, was in der nächsten Sitzung geschieht.
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