Preiserhöhung nach 24 Jahren

Lokales
Fensterbach
03.11.2014
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Über Jahre hinweg finanzierte der Wasserzweckverband der Gemeinden Fensterbach und Schmidgaden die Defizite aus den Rücklagen. Das ist jetzt vorbei: Die Verbandsräte beschlossen, den Wasserpreis anzuheben.

Eine Zusammenstellung über die umlagefähigen Investitionskosten und die gebührenpflichtigen laufenden Aufwendungen präsentierten Stefan Bieramperl und Birgit Mühlbauer von der Firma Kommunalberatung und Vermessung aus Laberweinting bei der Zweckverbandssitzung.

Bei der Beitragsberechnung kam die Firma nach Abzug der Zuschüsse und des Kostenanteils des Wassergastes auf einen umlagefähigen Investitionsaufwand von 7 250 058,10 Euro. Dies führte zu Kostensteigerungen: Der Geschossflächenbeitrag stieg um 15 Cent auf 6,35 Euro und der Grundstücksflächenbeitrag um 4 Cent auf 1,29 Euro. Die Kosten für die Gebühren setzen sich aus den Betriebs- und Unterhaltskosten, der kalkulatorischen Verzinsung und der kalkulatorischen Abschreibung zusammen. Für die nächsten drei Jahre kamen Bieramperl und Mühlbauer zu umlagefähigen Verbrauchsgebühren von jährlich rund 230 000 Euro. Bei einer Verbrauchsmenge von 217 700 Kubikmetern Wasser beträgt der ermittelte Gebührensatz 1,06 Euro pro Kubikmeter.

Mehrfach moniert

Wenig begeistert waren die Verbandsräte, dass sie in ihrer ersten Sitzung in dieser Wahlperiode über eine Erhöhung des Wasserpreises abzustimmen hatten. "Wir haben keine andere Möglichkeit, als den Wasserpreis anzupassen, denn wir sind verpflichtet, kostendeckend zu wirtschaften", stellten Bürgermeister Johann Schrott und der geschäftsführende Beamte Peter Fleißner übereinstimmend fest. Dies sei aber mit dem bisherigen Wasserpreis nicht möglich und bereits mehrfach vom Landratsamt moniert worden. Der aktuelle Preis in Höhe von 66 Cent wurde letztmals 1990 angepasst.

Fleißner erinnerte daran, dass der Preis von 1,06 Euro je Kubikmeter umgerechnet nur einen Cent für zehn Liter Wasser bedeute. Kämmerer Thomas Rambach wies darauf hin, dass die Defizite in den vergangenen Jahren aus den Rücklagen ausgeglichen wurden. Dies habe dazu geführt, dass diese sich seit seinem Amtsantritt vor fünf Jahren um mehr als die Hälfte reduziert hätten. Dies war neben dem rechtlichen Aspekt auch für den Schmidgadener Bürgermeister Josef Deichl ein gewichtiges Argument: "Wir können nicht über Jahre hinweg die laufenden Kosten aus den Rücklagen decken und sind dann nicht in der Lage, den notwendigen Unterhalt der Wasserversorgungsanlage oder Erweiterungen zu bezahlen". Die Verbandsräte stimmten bei drei Gegenstimmen mehrheitlich für die Gebühren-Anhebung.

Bei der konstituierenden Sitzung des Zweckverbandes standen außerdem die Wahl des Vorsitzenden und seines Stellvertreters sowie die Bildung eines Rechnungsprüfungsausschusses auf der Tagesordnung. Als Vorsitzende wurden der Fensterbacher Bürgermeister Johann Schrott und der Schmidgadener Bürgermeister Josef Deichl vorgeschlagen. Der Zweckverband wählte mit der Mehrheit der Fensterbacher Verbandsräte Bürgermeister Johann Schrott zum Vorsitzenden. Deichl wurde bei der Wahl zum Stellvertreter bei einer Enthaltung einstimmig gewählt. Den Rechnungsprüfungsausschuss bilden Josef Piehler Josef Sturm und Heinrich Niebauer.
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