Sturzflut zwingt zum Handeln

Der Kanaldeckel ist offen. Wie eine Sparbüchse, in die bei Abwicklung aller in Dürnsricht notwendigen Abwasser-Sanierungsmaßnahmen rund 1,1 Millionen Euro geworfen werden müssten. Obwohl die Zeit drängt, sieht sich der Gemeinderat zur Eigenfinanzierung einer solchen Summe kaum in der Lage. Bild: hou
Lokales
Fensterbach
19.10.2014
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Der Satz regte zum Nachdenken an: "Wir müssen wieder so weit kommen, dass wir solche Maßnahmen aus dem Haushalt finanzieren", sagte Peter Neidl, als der Fensterbacher Gemeinderat in den Schacht eines dringend zu sanierenden Kanals blickte.

Es ist üblich, dass sich der Gemeinderat jährlich mehrfach auf eine Besichtigungstour begibt. Diesmal führte der direkte Weg zur Schmidgadener Straße in Dürnsricht, wo eine Kanalbaumaßnahme keinen Aufschub duldet. Denn dort, wo Schulstraße und die Zufahrt zum Neubaugebiet "Steinleite" abzweigen, hatte es heuer nach einem sintflutartigen Unwetter erhebliche Gebäudeschäden durch eindringende Wassermassen gegeben.

Aus dem Stand

Nun müssen rund 200 000 Euro quasi aus dem Stand locker gemacht werden, um zumindest ein 175 Meter langes Kanalstück, das von der Schmidgadener Straße hinunter zu der den Ort durchquerenden Staatsstraße führt, neu verlegen zu lassen. Die Finanzierung steht irgendwie noch in den Sternen, doch gewiss ist: Das Projekt ist unumgänglich. Soll im Zuge der Maßnahme auch gleich noch ein Gehweg entstehen? Wohl eher nicht, wie es nach der Ortsbesichtigung aussah. Den Ingenieursvertrag mit einem Planungsbüro gibt es bereits, der Gemeinderat hatte ihm in seiner letzten Sitzung zugestimmt. Eine Alternative war nicht vorhanden.

Die Fensterbach-Tour des Gemeinderats hatte noch andere Ziele. Zum Beispiel die Schule in Dürnsricht, in der sich zwischenzeitlich acht behinderte Kinder befinden. Um ihren Ansprüchen zu genügen, mussten bauliche Maßnahmen in die Wege geleitet werden. Behindertengerechte Toiletten für Jungen und Mädchen, Lifte für Rollstühle. Fensterbach gibt damit ein Beispiel. Die an der Schule den Unterricht besuchenden Behinderten stammen sowohl aus dem Kreis Schwandorf als auch aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach. "Wir haben das gerne gemacht", äußerte Bürgermeister Hans Schrott bei der Besichtigung. Dabei hofft die Gemeinde natürlich auch darauf, dass ihre Grundschule langfristig erhalten bleibt.

In jeder Gemeinde gibt es neben großen auch kleine Probleme. Etwa diese: Soll ein Zaun am Dürnsrichter Friedhofsrand verlängert werden oder genügt eine Thujenhecke, um knabbernde Feldhasen abzuhalten?

Wie geht es mit möglichen Bauplätzen entlang der Sportplatzstraße in Dürnsricht weiter? Hierzu soll nun ein Gespräch mit der Kirchenverwaltung stattfinden. Sie besitzt dort Grund. Handlungsbedarf besteht, wie das Plenum vor Ort feststellte, in Jeding. Dort verschieben sich Kanalabdeckungen. "Marode", befand Bürgermeister Schrott. Reparaturmaßnahmen sind unumgänglich. Am Friedhof Högling ist durch den Bauhof neben dem Leichenhaus eine Leuchte installiert worden. Bürger hatten diesen Wunsch an die Gemeinde herangetragen.

Wohin mit Urnengräbern?

Diskutiert wurde, an welcher Stelle des Höglinger Friedhofs es möglich ist, Urnengräber einzurichten. Darüber aber will der Gemeinderat noch einmal debattieren, da es Meinungsunterschiede gibt.
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