Thema "Illegales Umackern von Feldwegen" hinter verschlossenen Türen - Fragen, die einer ...
Plötzlich mussten die Zuhörer gehen

Lokales
Fensterbach
20.12.2014
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Das Thema bietet Gesprächsstoff, seit es die Fensterbacher Gemeinderätin Dr. Marlene Groitl vor einem Monat öffentlich ansprach. Es geht um Feldwege, die offenbar von Landwirten umgeackert wurden, um damit eine Art "Landzusammenführung" zu betreiben.

Jetzt wollte Marlene Groitl in der Dezember-Sitzung einen offiziellen Antrag im Gemeinderat stellen. Sie sollte es dann aber, zu ihrer eigenen Überraschung, nichtöffentlich tun.

Der Vorstoß, unternommen im November vor dem Gemeinderat, war durchaus mutig. Marlene Groitl wollte wissen, ob es denn sein dürfe, dass Feldwege, die sich im Besitz der Kommune befinden, einfach so umgeackert werden dürfen. Im Blickfeld hatte sie dabei einen Weg, der von Dürnsricht hinüber nach Wohlfest führte. Als sie dort gehen wollte, war der Pfad plötzlich verschwunden und zu Ackerland geworden.

Auf einmal nichtöffentlich

Man werde in der nächsten Sitzung darüber eingehend reden, war Marlene Groitl zugesagt worden. Die Debatte gab es dann auch. Doch plötzlich wurde sie als "nichtöffentlich" deklariert. Zum Unwillen der Gemeinderätin, die ihre Befürchtung aussprach, da könne sehr leicht draußen bei der Bevölkerung "Mauschelei vermutet werden." Doch es blieb dabei: keine Zuhörer bei der Erörterung. Die Diskussion hinter verschlossenen Türen zu führen, hatte der geschäftsleitende Beamte Peter Fleißner empfohlen und dies damit begründet, dass die Namen derjenigen fallen könnten, die im Verdacht der illegalen Umackerungen stehen.

Auch der die Plenumssitzung leitende Zweite Bürgermeister Josef Sturm riet zur Nichtöffentlichkeit. Gleichwohl aber sicherte Sturm zu, dass man die weitere Vorgehensweise in einer der nächsten Sitzungen öffentlich behandeln werde.

Wohl kein Einzelfall

Als Marlene Groitl im November erstmals Auskunft haben wollte, war deutlich geworden, dass es sich dabei mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht um einen Einzelfall handelt. Schon in der Vergangenheit sollen gemeindliche Wege, die zwei Felder voneinander trennen, umgeackert worden sein.

Daraus resultieren Fragen: Hatte die Gemeinde Kenntnis davon? Unternahm sie Schritte, um ursprüngliche Zustände wieder herstellen zu lassen? Wurden womöglich auch Grenzsteine umgeackert?Ob die Gemeinderätin ihren offiziellen Antrag auf Auskunft und Information in nichtöffentlicher Sitzung stellte, wurde nicht bekannt. So bleibt nun abzuwarten, was in der nächsten Sitzung geschieht.
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