Unparteiisch für alle da sein

Christian Ziegler (48, stehend) möchte der neue Fensterbacher Bürgermeister werden. Der Kandidat der Wolfringer Wählergemeinschaft startete seine Serie von Wahlversammlungen vor etwa 60 Zuhörern im Knöllinger Schützenheim. Bild: Amann
Lokales
Fensterbach
21.09.2015
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Christian Ziegler will es schaffen und Bürgermeister werden. 100 Prozent ehrenamtlichen Einsatz für die Gemeinde bietet er seinen Wählern an. Dabei gilt für ihn das Motto "Miteinander reden - gemeinsam handeln".

Seine Reihe von Wahlversammlungen startet der 48-Jährige im Knöllinger Schützenheim. Denn er wollte den Anfang möglichst zentral in der Gemeinde machen. Der Vater von Zwillingen, der mit seiner Familie seit 2000 in Wolfring lebt, kam auf diesen Ort, als er während der Sommerferien seine zehnjährigen Kinder zu einem Schnupperschießen brachte. Der Besuch spricht für ihn. Rund 60 Zuhörer kommen, um zu erfahren, warum er Bürgermeister werden möchte und wie er sich das Amt vorstellt.

Der gebürtige Schwandorfer, politisch bisher ein unbeschriebenes Blatt, stellt sich zunächst vor. Nach dem Abitur, so erzählt er, führte ihn der Weg schnell zur Bundeswehr. Ausbildungsmusikkorps, Studium an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf und Heeresmusikkorps 4 in Regensburg waren bedeutende Stationen des Posaunisten und Tenorhornisten. Als Berufssoldat übernahm er schließlich eine führende Position bei der Familienbetreuungsstelle in der Schweppermann-Kaserne. Dort war er für die Beschaffung von Haushaltsmitteln und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich. Er ließ den bundesweit ersten Spielplatz in einer Bundeswehr-Liegenschaft bauen. Seit 2010 ist er jetzt zuständig für die Reservisten in den Landkreisen Schwandorf und Amberg-Sulzbach, 2017 geht er in Pension.

Was zeichnet ihn aus? Ziegler berichtet von Fällen, die er während Auslandseinsätzen am Heimatstandort Kümmersbruck zu bearbeiten hatte. "Ich habe gelernt zuzuhören und Probleme, die jemand hat, als mein Problem anzusehen", sagt er. Die Grundzufriedenheit eines Menschen beginne in der Familie. Wenn es da Probleme gibt, dürfe man sie nicht als unlösbar betrachten.

Flexibel an Themen heran

Der Kandidat der Wählergemeinschaft Wolfring zitiert aus einem 20 Jahren alten Wahlprogramm. Schule, Kindergarten, Familie, Jugend, Vereine, Zusammenhalt und Arbeitsplätze kommen darin vor. "Ich brauche das Rad nicht neu zu erfinden", meint er. Denn die Punkte, die von jeher als Ziele auf der Agenda stehen, bleiben die gleichen - sie müssen nur der Zeit angepasst werden. Flexibilität sei da angesagt, und die will Christian Ziegler praktizieren. Zum Beispiel, was die Betreuungszeiten im Kindergarten anbetrifft, oder ein ergänzendes Tagesmütter-Angebot über den Sozialdienst katholischer Frauen, oder die Gründung von Senioren-Wohngemeinschaften. Der Kandidat, der sich nach eigenen Worten selber "sauwohl fühlt" in der Gemeinde, will dafür sorgen, dass das alle Einwohner von sich sagen können. Er will mit den Leuten reden, das Zusammenwachsen der Ortsteile zu einem Ganzen fördern.

Dabei spielt für ihn auch die Jugend eine wichtige Rolle. Sie will er mit ins Boot holen. Als 48-Jähriger sei er zwar "noch kein alter Depp", aber die jungen Leute brauche er schon als Tippgeber, um auf die Bedürfnisse der jungen Generation reagieren zu können. Die Jugend müsse sich dem Bürgermeister anvertrauen können, dürfen, ja wollen.

Mit Herz und Verstand

Als Soldat ist er Geradlinigkeit gewohnt. Das könne auch einer Kommune nicht schaden. Zumal er durch seine Spezialverwendungen bei der Bundeswehr wisse, wie Bodenständigkeit, mit Herz und Verstand gepaart, eingesetzt werden kann. Dass er selbstsicher und unparteiisch einen Weg einschlagen möchte, auf dem er ganz bewusst alle Gemeindebürger mitnimmt, versucht er zu verdeutlichen: "Mir liegen Wohlfest und Högling genauso nahe wie Wolfring", betont er beispielsweise. Er könne das Ehrenamt Bürgermeister zu 100 Prozent ausfüllen, zumal er in zwei Jahren nur noch zwei "Dienstherren" hätte: seine Frau Iris und die Gemeinde. Wobei er gleich anfügt: Er brauche das Amt nicht, um sich die Langeweile zu vertreiben. Er wolle einfach seine vorhandene Energie für die Kommune einsetzen.

Am Ende seiner 20-minütigen Rede bietet Christian Ziegler den Dialog an. Er setze sich gerne mit jedem zum Gespräch zusammen. Schließlich werde ihm ja auch nachgesagt, dass er recht gesellig sei. Was er anzubieten habe, könnten die Zuhörer nun ruhig erst einmal "sacken lassen" - vielleicht kämen ja die Fragen bis zu einer der nächsten Veranstaltungen auf, zu denen er bis zum Wahltag am 4. Oktober noch in der Gemeinde unterwegs sein wird.
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