Viel und ständig angeschoben

Martin Schulze, Geschäftsführer des KAB-Diözesanverbandes (links), und Kurt Zügner (hinten) verabschiedeten sich von dem bisherigen Duo an der Spitze des Ausschusses, Brigitte Dummer und Hans Weinzierl. Bild: nib
Lokales
Fensterbach
11.03.2015
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Mit dem Ausschuss Internationale Solidarität engagiert sich die KAB als Träger von Aufbauprojekten in Drittländern. Nun wurde Bilanz gezogen und der langjährige Sprecher verabschiedet.

Der auf Diözesanebene der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) angegliederte Ausschuss Internationale Solidarität unterstützt seit Jahren Projekte in Uganda. Vor einigen Monaten reisten Mitglieder in das afrikanische Land, um sich vor Ort ein Bild von der dort geleisteten Arbeit zu machen. Ihre Erfahrungsberichte standen im Mittelpunkt der Frühjahrsversammlung des Ausschusses in Wolfring.

Einen Vormittag lang schilderten Teilnehmer der Exkursion, die zusammen mit Ausschuss-Mitgliedern der Diözese Rottenburg-Stuttgart unternommen wurde, ihre Eindrücke und Erkenntnisse. Demnach galt ein Hauptaugenmerk der Aktion "Licht im Dunklen". Sie beinhaltet den Austausch verbreiteter Kerosinlampen durch Solarleuchten. Das Projekt kommt gut an, berichteten die Uganda-Reisenden.

Schule und Ausbildung

Es zielt darauf ab, teures und umweltschädliches Kerosin zurückzudrängen. Zudem stellt es wegen seiner hohen Entflammbarkeit eine enorme Brandgefahr dar. Kinder seien häufig von derartigen Unfällen betroffen. Die Gruppe besuchte zudem 75 Waisenkinder in deren Schulen und Heimen. Diese schon lange auf den Weg gebrachte Form der Unterstützung wird nach wie vor als äußerst nachhaltig erachtet. Den nächsten Schritt stellt das Berufsbildungszentrum (BTI) in Butende dar. Dort entstanden Werkstätten mit Ausbildungsschwerpunkten im Elektro- und Kfz-Handwerk.

Franz Neblich aus Wernberg-Köblitz (Landkreis Schwandorf) arbeitet und lehrt schon mehrere Jahre über den Seniorenexpertenservice (SES) in dieser Einrichtung. Innerhalb von drei Monaten gelang es ihm, die dortigen Lehrer mit neuen Materialien im Wert von etwa 10 000 Euro vertraut zu machen. Sie stammen von hiesigen Berufsschulen und wurden mit Containern der Diözese Rottenburg auf dem Seeweg nach Uganda transportiert.

Ein weiteres Projekt beinhaltet die Herstellung von Grußkarten zu besonderen Anlässen wie Weihnachten oder Geburtstagen. Sie werden in Waisenhäusern gefertigt und über KAB-Gruppen oder Eine-Welt-Läden vertrieben. Der Erlös fließt zurück an die Produktionsstätten. 2014 wurden rund 2000 Karten abgesetzt, der erzielte Ertrag reichte aus, für ein Jahr qualifiziertes Personal und Geräte zu bezahlen.

Sie bleiben im Land

Etwa 1000 Lehrlinge haben seit dem Aufbau der BIT-Werkstätten 1986 dort eine berufliche Qualifikation erworben. Zwei Drittel der Absolventen sind laut einer Erhebung als selbstständige Handwerker tätig und verdienen damit ihren Lebensunterhalt. Sie bleiben in der Regel auch im Land. Der Vertreter beim Weltnotwerk, Helmut Endl, berichtete von der Optimierung der Ausstattung des BIT. Demnach seien Spendenmittel in einen neuen Generator und den Ausbau der Wasserversorgung investiert worden. Damit wird die Einrichtung unabhängiger von der immer wieder zusammenbrechenden öffentlichen Stromversorgung. Arbeitsausfälle und damit verbundene Verluste können so minimiert werden.

Der Ausschuss verabschiedete sich nach fast 30 Jahren von Hans Weinzierl als seinem Sprecher. Er zieht sich aus Altersgründen zurück. Unter seiner Leitung und Verantwortung wurden zahllose Projekte in den Partnerdiözesen in Uganda organisiert und abgewickelt. Fast eine Million Euro an Spenden seien so zu 100 Prozent in Hilfsprojekte gesteckt worden. Weinzierl brachte sich auch intensiv in den Aufbau der CWM (Catholic Worker Movement) als einem Sozialverband, der in weiten Teilen Ugandas aktiv ist, ein. Mit ihm beendet auch seine Stellvertreterin Brigitte Dummer (KAB-Kreisverband Schwandorf) ihre langjährige Tätigkeit.
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