Weichensteller für die Gemeinde

Nach dem Requiem setzte sich am Freitagnachmittag ein schier endlos langer Trauerzug von der Dürnsrichter Kirche aus zum Grab in Bewegung. Der Sarg von Hans Schrott wurde eskortiert von seinen langjährigen Sportkameraden der DJK Dürnsricht-Wolfring. Bild: rid
Lokales
Fensterbach
18.07.2015
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Den Sarg trugen sechs seiner Sportfreunde von der DJK Dürnsricht-Wolfring zum Grab. Es war eines von vielen Zeichen der Wertschätzung bei der Trauerfeier für den am Montag verstorbenen Fensterbacher Bürgermeister Hans Schrott.

In der Dürnsrichter Kirche blieb schon lange vor Beginn des Requiems kein Platz mehr frei und bis hinaus auf den Platz vor dem Gotteshaus standen die Leute. Bei sengender Sommerhitze war ihre Anwesenheit ein Zeichen der Verbundenheit. Voran Landrat Thomas Ebeling, viele Bürgermeister aus dem Landkreis Schwandorf, die Staatssekretäre a. D. Marianne Deml und Otto Zeitler, Altlandrat Hans Schuierer.

In einer sehr auf den Menschen zugeschnittenen Predigt setzte sich der Ortsgeistliche Michael Hoch, dem der Ruhestandgeistliche Hans Schächtl konzelebrierte, mit der Person des verstorbenen Bürgermeisters auseinander. "Er hat sich mit eiserner Kraft gegen seine Krankheit gestemmt", ließ Hoch anklingen und unterstrich: "Schrott setzte sich für seine Gemeinde Fensterbach ein und schob viele Projekte an." Daraus zog der Pfarrer die Bilanz: "Das Gemeinwohl stand bei ihm an erster Stelle."

Hans Schrott, so Michael Hoch, sein ein vorausschauender Mann gewesen. Auch dann noch, als ihn sein Krebsleiden in den Rollstuhl zwang. "Das hat ihn nicht gehindert, seine Amtspflichten gewissenhaft auszuüben." Als der Geistliche Hans Schrott im Amberger Klinikum kurz vor dem Tod besuchte, rief Schrott ihm beim Gehen nach: "Danke!" Das, so der Pfarrer, sei typisch für ihn gewesen. Denn der Bürgermeister habe eine "Kultur des Dankens gepflegt."

Tiefe Betroffenheit

Droben auf der Empore sangen die Geschwister Winterer und der Kirchenchor. Danach wurden die Trauerreden gehalten. Der Fensterbacher Vizebürgermeister Josef Sturm hob die Betroffenheit der Gemeinde und ihrer Räte hervor, er beschrieb Schrott als "ruhigen und besonnenen Mann, der sich der Sorgen und Nöte aller Bürger annahm." Der Schwandorfer Landrat Thomas Ebeling skizzierte Schrott als "kommunalpolitischen Architekt und Weichensteller."

Für den Kreisverband des bayerischen Gemeindetages und damit für alle 33 Bürgermeister ergriff Martin Birner (Neunburg vorm Wald) das Wort. Er nannte Hans Schrott "einen Freund, der immer zum Ausgleich bereit war." Schrott war bis zuletzt hauptamtlich als Beamter beim Amberger Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten beschäftigt. Dessen Leiter Willibald Götz beschrieb die Karriere des Verstorbenen, der drei Jahrzehnte in Amberg diente und dort als Landwirtschaftsrat hoch qualifiziert arbeitete.

"Er war ein Freund der Kinder", ließ der Dürnsrichter Grundschulleiter Erich Vier anklingen. Auch dem Sport war der im Alter von 61 Jahren gestorbene Schrott zugeneigt. Für die DJK Dürnsricht-Wolfring sagte deren Ehrenvorsitzender Josef Baumann, dass Schrott zehn Jahre an der Spitze des Vereins stand. "Wir haben ihn bewundert und wir sind stolz auf ihn", resümierte Baumann. Für alle anderen Vereine und Organisationen sprach Hubert Schleicher. "Er hat uns immer unterstützt", sagte er.

Langer Trauerzug

Danach bewegte sich ein schier endlos langer Trauerzug zum Grab. Die Fensterbacher Blaskapelle schritt voran, eine Abordnung der Bundeswehr-Patenkompanie aus Pfreimd folgte. An der Beerdigung nahm auch der hochbetagte Vater des Bürgermeisters, Hans Schrott sen., teil. Er hatte vor seinem Sohn die Gemeinde fast 50 Jahre lang geführt.
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