Blick auf ein turbulentes Jahr
Neujahrsempfang der Gemeinde Fensterbach

Erstmals seit seiner Wahl mit Amtskette: Bürgermeister Christian Ziegler
Politik
Fensterbach
18.01.2016
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Ein wenig Lampenfieber war mit dabei. Denn schließlich war es die erste große Rede des 88 Tage zuvor gewählten Bürgermeisters Christian Ziegler. Beim Neujahrsempfang der Gemeinde Fensterbach entledigte er sich seiner Aufgabe mit Bravour.

Der Empfang im Wolfringer Jugendheim findet nur alle zwei Jahre statt. 2014 hatte ihn noch Bürgermeister Hans Schrott gegeben, im letzten Jahr starb er. Das Gedenken an ihn stellte sein Amtsnachfolger Christian Ziegler an den Anfang seiner Rede. Zuvor hatte es am Eingang für alle geladenen Gäste, darunter zahlreiche Ehrenamtliche aus dem Gemeindebereich, gute Wünsche von Christian Ziegler und seinen Stellvertretern Josef Sturm und Dr. Marlene Groitl gegeben.

Wenn Fensterbach um die Ehre des Besuchs bittet, kommen auch Mandatsträger. MdB Karl Holmeier war da, der Landtagsabgeordnete Franz Schindler und Landrat Thomas Ebeling standen mit unter denen, die aufmerksam zuhörten, als Christian Ziegler an seine Wahl erinnerte und betonte: "Veränderung bedeutet lernen. Sie bedeutet auch das Beschreiten neuer Wege und die Möglichkeit, neue Chancen zu nutzen." Danach unterstrich das Gemeindeoberhaupt: "Man kann sich große Ziele setzen, muss aber auch mit kleinen zufrieden sein."

"Tag der Gemeinde"


Das zurückliegende Jahr bezeichnete Ziegler als geprägt "von gemeinsamer und erfolgreicher Arbeit." Er nannte Beispiele wie die Sanierung und Erweiterung des Kindergartens, nannte das zu erstellende Kanalkataster "eine Herausforderung" und erinnerte an die Einweihung der Kapelle im Ortsteil Knölling durch den Diözesanbischof. Danach stellte der Bürgermeister einen "Tag der Gemeinde" in Aussicht. Er wird am 11. Juni stattfinden.

Lob bekam das kulturelle Leben. "In allen Ortsteilen haben wir rührige Leute, die ihre Ideen umzusetzen verstehen", unterstrich er und dankte den ehrenamtlichen Kräften in den vielen Fensterbacher Vereinen. Ihre Tätigkeit sei großartig und könne mit Geld nicht aufgewogen werden. Das wollte Christian Ziegler auch mit dem Blick auf Mitglieder der KAB und der Landjugend verstanden wissen, die sich beim Empfang um die Bewirtung kümmerten. Ein Klarinettenquartett unter der Leitung von Jörg Kleidl umrahmte die Veranstaltung musikalisch.

Es gab auch Grußworte an diesem Abend im Jugendheim. Der Bundestagsabgeordnete Karl Holmeier sprach an, was die deutsche Bevölkerung gegenwärtig bewegt: "Kriege, Flüchtlinge, Terror und Sicherheit." Die Leute seien in Sorge, hob Holmeier hervor und ergänzte: "Wir müssen noch einiges auf den Weg bringen. Das wird von uns erwartet." Landrat Thomas Ebeling nannte 2015 "ein Jahr, das die Fensterbacher bewegt hat."

Dank des Landrats


Was Ebeling damit meinte, war: Der Tod des Bürgermeisters, die Neuwahl seines Nachfolgers und bayernweite Schlagzeilen, die es im Zusammenhang mit zwei Urnengängen und einer Nominierungsversammlung gab. Ebelings besonderer Dank galt Bürgern und Bürgerinnen, die sich im Ehrenamt betätigen. Pfarrer Michael Hoch wandte sich dem Bürgermeister zu, zitierte ein Wort von Hermann Hesse und ließ erkennen: "Jedem Anfang wohnt ein Zauber bei. Dieser Anfang hat Sie beflügelt." Womit nichts anderes gemeint war, als: Da ist einer, der versucht, seine Sache gut zu machen. (Blickpunkt)

Salzstangen und KrapfenWo andernorts feinste Genüsse serviert werden und sich ganze Küchenbrigaden in Marsch setzen, um edle Gaumenfreuden zu servieren, dominiert in der Gemeinde Fensterbach die Sparsamkeit.

Was das inmitten des Saales angerichtete Büfett offerierte, bedurfte keiner Speisekarte, kam weder aus Pfannen noch aus Töpfen. Kein Hirsch, kein Reh, kein Saibling oder Filet vom Weiderind.

Es gab Salz- und Käsestangen samt Plunderhörnchen aus Bäckereien der Gemeinde, die auch Krapfen und süße Teigtaschen lieferten. Metzger steuerten mundgerechte Stücke von geräucherten Würsten bei. Das war's. Pils, Limo und Wasser standen zur Wahl, für jeden ein Glas Sekt am Eingang und zu späterer Stunde, nach vielen guten Gesprächen, eine Tasse Kaffee. Verschwendung und unnötige Ausgaben, wie man sie einmal dem 2015 verstorbenen Bürgermeister Hans Schrott bei einer Wahlversammlung vorgehalten hatte? Wohl eher nicht. Auch schon angesichts der Tatsache, dass die meisten der Gäste Leute aus dem Ehrenamt sind. (hou)
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