Gemeinde Fensterbach muss heuer nicht gar so sparen
Gürtel ein Loch weiter

Politik
Fensterbach
23.02.2016
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Das war durchaus ein Grund zur Freude: Die Gemeinde Fensterbach muss heuer den Finanzgürtel nicht gar zu eng schnallen. Sie hat so Spielraum für Investitionen und will ihn auch nutzen. Denn es gilt, eine Reihe von unaufschiebbaren Projekten zu bezahlen.

Fensterbach. (hou) Als Kämmerer Thomas Rambach nach über einer Stunde seine Informationen für den Etat 2016 beendet hatte, gab es keine Nachfragen. Der im Rathaus tagende Gemeinderat war detailliert informiert worden und hatte von Rambach erfahren, dass es so schlecht nicht steht um die Finanzen der Kommune. Besser jedenfalls, als in den vorangegangenen Jahren.

Gleichwohl - und das machte die Sitzung deutlich - wird noch immer jeder Euro gebraucht. In Zukunft zum Beispiel für eine Reihe arg vom Zahn der Zeit angenagter Brücken, die Eigentum der Gemeinde sind.

Seinen Information legte der Kämmerer eine Vielzahl von Einzelbeträgen zugrunde. Er wandte sich zunächst den Einnahmen im Verwaltungshaushalt zu: "Rund 1,2 Millionen Euro Gewerbesteuer werden in die Gemeindekasse fließen. Das ist eine stattliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr." Insgesamt addierte Rambach 2,52 Millionen Euro an Steuereinnahmen. 2015 waren es noch 2,05 Millionen gewesen.

Die Gesamteinnahmen im Verwaltungshaushalt bezifferte der Gemeindekämmerer auf 3,57 Millionen Euro - im Vorjahr hatten diese 3,41 Millionen umfasst. Für den Vermögenshaushalt errechnete Thomas Rambach 2,85 Millionen Euro an Gesamteinnahmen. 2015 stand an gleicher Stelle ein Betrag von 1,47 Millionen. Damit kam er zur Gesamtaddition der Einnahmen beider Etats: Heuer ergibt sich eine Summe von 6,61 Millionen nach 4,89 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Damit war endgültig klar, dass die Finanzlage so schlecht nicht aussieht.

Wie steht es bei den Ausgaben? Auch darauf gab es Antworten. Thomas Rambach bezifferte unter anderem die im Verwaltungshaushalt untergebrachten Personalausgaben auf knapp über eine Million Euro (2015: 955 000 Euro). Er berichtete von ständig sinkenden Zinsbelastungen. Sie betragen heuer rund 49 000 Euro und werden in den nächsten Jahren mutmaßlich weiter zurückgehen.

Rund 1,2 Millionen Euro Gewerbesteuer werden in die Gemeindekasse fließen. Das ist eine stattliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr.Kämmerer Thomas Rambach, Gemeinde Fensterbach

Erfreulich war, was der Kämmerer danach signalisierte. In diverse Baumaßnahmen können seinen Angaben zufolge 2,24 Millionen Euro investiert werden. Damit sind bereits laufende Projekte wie die Sanierung des Kindergartens in Högling, die Erschließung des Baugebiets Steinleite II in Dürnsricht, die Erstellung eines Kanalkatasters, der Bau eines Leichenhauses am Friedhof in Wolfring und der Breitbandausbau im gesamten Gemeindegebiet finanziell abgesichert. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr standen für Baumaßnahmen knapp über eine Million Euro zur Verfügung.

Die Gesamtsummen an Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungs- und Vermögenshaushalt nannte Kämmerer Rambach bei dieser Sitzung noch nicht. Das will er bei der nächsten Zusammenkunft des Gemeinderats im März tun, wenn der Haushalt 2016 zu verabschieden sein wird. Allerdings setzte er jetzt schon Signale und durfte für seine Arbeit Lob und Zustimmung des Plenums entgegennehmen.
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